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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-05-17 · Heft 20 (17.5.1912) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 20 (17.5.1912)
Date
1912-05-17
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Standesangelegenheiten in hervorragender Weise, biT ihn ein hartnäckiges Leiden zur Untätigkeit zwang. Seminardirektor Dr. Lazarus, Lehrer Grabe und Nosenstein schilderten in beredter Weise Gutkinds: Verdienste und der Lehrergesangverein sang seinem Ehrenmitglieder zwei Lieder. Da Gutkind in vielen Kreisen sich großer Beliebtheit erfreute, so wird er noch lange im Gedächtnis seiner Freunde fortleben. Er ruhe in Frieden! ■ 8. Ans der Provinz Hannöver, 10. . Mai. Seitens des P r ov i n z i a l a n s.s ch u s s e s der Provinz Ha n n o v e r wurde soeben ein sehr beachtenswerter Besckzluß gefaßt, der namentlich dazu beitragen wird, die soziale Lage unserer Religionslehver wesentlich zu bessern. In seiner Sitzung vom 29. v. M. beschloß der Provinzialausschuß einstimmig, dem Prvvinziallandtage vorzuschlagen, die bislang zur Unterstützung für das jüdische Schul- und Synagogenwesen bewilligten Beihilfen, die seit dem Jahre 1875 eine Erhöhung nicht erfahren haben, in Zukunft mit 19 000 Mark, statt wie bisher mit 16 500 Mark, in den Etat einzüsetzen, und.den Mehrbetrag zur Erhöhung und Vermehrung der Alterszulagen für die jüdischen Neligionslehrer zu verwenden. 2X2 Gondelsheim (Baden), 10. Mai. Am vorletzten Sonntag, feierte Herr Religionslehrer S. Hecht, der seit dem Jahre 1878 hier tätig ist, sein 60 jährigesAmtsjubiläum. Zu dem Gottesdienst in der festlich geschmückten Synagoge, waren außer der Familie des Jubilars zahlreiche Freunde, Kollegen, ehemalige. Schüler, der Gemeinderät und sonstige Vertreter der Behörden erschienen; Herr Bezirksrabbiner S ch l e s s i n g e r hielt eine wohldurchdachte Festrede. Später fand im Saale des Gasthauses „Zum Adler" unter überaus zahlreicher.Beteiligung ein Festbankett statt. Von verschiedenen Rednern wurden: die Verdienste des Jubilars hervorgehoben und das Ehepaar Hecht gefeiert. Besonders erwähnt sei, daß außer Herrn Bezirksrabbiner S ch l e s s i n g e r auch der evangelische Pfarrer Herr Z i p s e und der katholische Pfarrer von Neibsheim, Herr Englert, ein Jugendfreund des Jubilars, an dem Feste teilnähmen und Ansprachen hielten. Gesangs- und Klaviervorträge verschönten das Fest. Von der israelitischen Gemeinde, der politischen Gemeinde und dem Oberrat der. Israeliten wurde der Jubilar m a. durch Festgeschenke ausgezeichnet. Das Fest nahm einen schönen erhebenden Verlaus. Abends brachte die. Ortskapelle ein Ständchen. Vor mehreren Jahren war der Jubilar bereits von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog durch Verleihung der goldenen Verdienstmedaille ausgezeichnet worden. Möge dem Jubilar an der Seite seiner Gattin noch recht lange Jahre ein sonniger, heiterer und friedlicher-Lebensabend beschrieben sein! Oesterreich-Ungarn. X. Wien, 10. Mai. Der akademische Senat der Wiener Universität hat drei j ü d.i s ch - n a t i o n a l.e Studenten relegiert, - weil sie deutsch-nationale Kommilitonen tätlich ünsultiert haben. Die deutschnationale.-Studentenschaft, hat schon vor Jahren den Beschluß gefaßt, Juden keine Satisfaktion zu geben. Infolgedessen haben die .jüdischnationalen Studenten.das Uebereinkommen getroffen, zur Selbsthilfe zu .greifen-die sie als Notwehr;.bezeichnen. Das Rektorat der Wiener Universität, bei dem sich-eine Abordnung der jüdisch-nationalen Studentenschaft über die Relegierung ihrer drei Parteigenossen beschwerte, erklärte, daß in Zukunft jeder Student, der sich gegen einen anderen Studenten tätlich vergreisen werde, unweigerlich der Strafe'der Relegierung anhejmfallen werde. Aus den Hinweis der Beschwerdeführer aus den Beschluß der. Deutsch-Nationalen, Juden keine Satisfaktion zu . geben, bemerkte der Kanzleidir.ektor Blumauer, daß der Rektor und Senat in diesem; Beschlüsse nichts. Unmoralisches finden. Die jüdisch- nationale Studentenschaft beschloß infolgedessen, an das Ministerium für Kultus und Unterricht sich heschwerdeführend zu wenden. — Der - .Wiener! SchriftstellerAMr Schnitzler begeht am 15. Mai seinen fünfzigsten Geburtstag. Dieser Tag.wird seitens der großen deutschen Bühnen in Oesterreich festlich begangen werden. Im Burgtheater wird -an diesem Tage Schnitzlers „Junger Wedardus" zur Ausführung gelangen, in. Prag, und in Brünn „Das Zwischenspiel" ausgesührt werden, ebenso im Berliner Lessingtheater, das gegenwärtig in Wien gastiert. Auch der österreichische Schriftsteller- und Journalistenverband „Konkordia" plant, zu Ehren des Dichters eine Festsitzung zu veranstalten. Beidieser Gelegenheit mag auf eine vor kurzem in der Verlagsgefellschaft „Hamburg" von. Joses Karl Ratislav erschienene Studie „Artur Schnitzler" verwiesen werden. Diese Monographie.schließt mit den Worten: „Die Annahme ist nicht unberechtigt, daß der Dichter (A. Schnitzler) wie wenig andere berufen ist, das moderne deutsche Lustspiel zu schreiben. Doch im ernsten Drama wird er uns noch manches zu sagen haben, denn seine Themen sind noch lange nicht erschöpft" usw. — Bürgermeister Dr. N e u m a y e r veröffentlichte vor . ewigen Tagen in der „Reichspost" eine öffentliche Danksagung an die christliche Bevölkerung von Wien, worin er den christlichen Wühlern feine Anerkennung ausspricht, daß sie den Ansturm des Judentums und der Sozialdemokraten bei den letzten Gemeinderatswahlen abgewehrt haben. Dr. Neumayer richtet zugleich den Appell, auch künftighin gegen den Ansturm der Fremden einig vorzugehen. Nun hat der Wiener — Bürgermeister den Eid geleistet, die Staatsgrundgesetze zu achten. Er MILKA VELMA NOISETTINE DIE BELIEBTEN ESS - CHOCOLADEN. 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