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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-05-10 · Heft 19 (10.5.1912) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 19 (10.5.1912)
Date
1912-05-10
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Friedhofshalle vermochte nicht die große Zahl derer zu fassen, die erschienen waren, um dem Toten das letzte Geleit zu geben. Unter ihnen sah man einzelne Mitglieder des hiesigen Räbbinats, Herrn Salomon Seligsohn als Vertreter des Gemeindevorstandes, den Vorstand der Synagoge Kaiserstraße u. a. Die Kollegen des Heimgegangenen waren vollzählig im Ornat anwesend. Das Andenken des Entschlafenen bleibe immerdar ein gesegnetes! g/a Berlin, 5. Mai. Der Verein ehemaliger S ch ü l e r d e r K n a b e n s ch u l e der jüdischen Gemeinde 3 u Berlin (G. V.) veranstaltet aus Anlaß des 100. Geburtstages des verewigten Rektors Aron Hvrwitz eine Gedächtnisfeier am Sonntag den 12. Aiai 6 Uhr abends im großen Saal der Ressource zur Unterhaltung, Oranienburger Straße 18. Herr Direktor Dr. H 0 l z m a n wird die Festrede halten, Herr Kapellmeister Kellermann den musikalischen Teil leiten. Gedichte von Aron Hvrwitz sowie ein eigens für die Feier verfaßter Prolog werden vom Schauspieler Herrn Julius Türk zum Vortrag gebracht. Alle Schüler, Freunde und Verehrer von Aron Hvrwitz — Damen und Herren — sind herzlichst eingeladen. An die Feier schließt sich ein Abendessen (pro Gedeck Mark 4,— ohne Weinzwang). Meldungen dazu sind umgehend zu richten an den Vor-- sitzenden S.-R. Dr. Lachmann, Landsberger Straße 89. CO Krotoschin, 3. Mai. Am 29. März d. I. fand Hierselbst die feierliche Einführung des neugewählten Rabbiners unserer Gemeinde Herrn Dr. G u st a v Co hn aus Berlin statt. Unter Orgelklang und Chvrgesang geleiteten Vorstand und Repräsentantenversammlnng den neuen Seelsorger in das Gotteshaus. Der erste Vorsitzende Herr Stadtrat N e u m n r k begrüßte Herrn Dr. Cohn mit warmen, herzlichen Worten: Er wies auf dw mannigfachen Institutionen der Gemeinde hin und bat Herrn Dr. Cohn sich ihrer Pflege zu widmen und den Ruf der nltehrwürdigen Gemeinde Krotoschin zn erhalten und zu mehren. Hieraus nahm Herr Dr. Cohn das Wort, dankte für die herzlichen Begrüßungsworte sind für das ihm durch die Wahl entgegengebrachte Vertrauen. Er gelobte, in dem von dem ersten Vorsteher der Gemeinde angedeuteten Sinne wirken zu wollen; er wolle unermüdlich bestrebt sein, seine ganze Kraft in den Dienst der Gemeinde zu stellen, ein Freund und Berater jedes Gemeindemitgliedes zu werden. Er vertraue zu Gott, daß^er ihm die Kraft geben werde, sein Amt zum Segen der Gemeinde und des Judentums zu verwalten. Nach den Klängen des vom Chor unter Orgelbegleitung gesungenen „Halleluja" geleitete Herr Stadtrat Neumark Herrn Dr. Cohn aus seinen Platz, wvlnit die erhebende Feier ihren Abschluß fand. - M. Hamburg, 3. Mai. Der Verei n z u r U n t e r st ü tz u n g k u r b e d ü r s t i g e r Israeliten (T h e r e s i e n sti s t u n g) e. V. hielt seine diesjährige Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende Dr. F. M. W n r b u g widmete den verstorbenen langjährigen Mitgliedern des Vorstandes, den Herren Dr. B. Levy und Max Philipp einen warmen Nachruf. Unersetzlich für den Verein ist der Verlust des Herrn Dr. B. Levy, der dem Vorstand seit der Gründung angehörte und mit wärmstem Interesse und unermüdlichem Eifer sich um seine Entwicklung bemüht hat. Die Anwesenden ehrten das Andenken der Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. — An Stelle der Genannten und des früher verstorbenen Vorstandsmitgliedes Herrn Direktor Julius Lewandowsky wurden durch das Repräsentantenkollegium der Deutsch-Israelitischen ' Gemeinde die Herren Dr. S. K0r ach, Leon Levy und Dr. F. M. Warb\i r g in den Vorstand gewählt. Der turnusmäßig ausscheidende Herr Dr. S. M a r c u s wurde wiedergewählt. Im Jahre 1911 wurden Unterstützungen im Gesamtbeträge von 8000 M. an 75 Personen gewährt. — Wenn von 107 Meldungen aus Hamburg der dritte Teil aus Mangel an Mitteln unberücksichtigt gelassen werden mußte, obwohl es sich in diesen Fällen mit nur ganz geringelt Ausnahmen um dringend von den Aerzten verlangte Kuraufenthalte handelte, so geht daraus zur Genüge hervor, wie sehr der Verein auch weiterhin einer Erhöhung der jährlichen Mitgliederbeiträge sowie der gelegentlichen Zuwendungen bedarf. Der Vorsitzende richtete deshalb an die anwesenden Mitglieder die Bitte, in ihrem Interesse für den Verein und in ihren Bemühungen immer weitere Kreise aus denselben aufmerksam zu machen und für denselben zu gewinnnen, nicht zu erlahmen. Sodann erstattete der Kassierer, Herr Emil v. Son, den Kassenbericht pro 1911. Die Abrechnung wurde richtig befunden und Decharge erteilt. W. Oldenburg, 3. Mai. Wie schon manche früheren Beschlüsse des jüdischen Landesgemeinderats in Oldenburg zur Nachahmung anregend aus die Allgemeinheit gewirkt haben, so dürste ein neuer Beschluß der diesjährigen'Sitzung vom 21. April ebenfalls allgemeines Interesse erwecken'und zur Nachahmung empfohlen werden. Da die Erhaltung .der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur für dasgeistige rind gesellige. Leben der jüdischen Gemeinden von großer .Bedeutung - ist, -aber diese Vereineoft an Mitgliederzahl zurückgehen, so nahm der jüdische Landesgemeiudernt einen Antrag des Vorsitzenden Herrn Landrabbiner Dr. Mannheimer an, welcher Antrag es beit Vorständen der einzelnen Gemeinden ermöglicht, diese Vereine von seiteil der Gemeindeverwaltung zu erhalten. Durch Znschüsse aus den Gemeindekassen können in Zukunft die Vorträge Allgemeingut für alle Geuteindemitglieder werden, und. die Vereine er- halten eine gesicherte fiilailzielle Grundlage. Außerdem wurde das Lehrerpensiousgesetz vorn 15. Mai 1898 zil einem Gesetz für Pie Versorgung der Lehrerwitwen und -Waisen erweitert auf Grund eines glänzenden Referates, das Herr Lehrer B e r n h e i m aus V a r e l in dieser Sitzung gehalten hat. Der Organisation des Wanderbettels ’ haben sich nunmehr alle Gemeinden des Herzogtums angeschlossen, mit Ausnahme von Varel lmd Bant, welche befürchten, daß durch die Organisation der altbewährte jüdische Wohltätigkeitssinn beeinträchtigt lverden könnte. Durch die Erhöhung der Staatszuschüsse von seiten des Landtages kann dem Religionsunterrichte in den -kleinen Gemeinden mehr Rechllung getragen lverden, und dieser lvird nlur voll den beilachbartell Lehrern wöchentlich selbst in den kleinsten Orten erteilt, lvenn auch nur ein Kind sich dort besilldet. Herr Landrabbiner Dr. - M a n n h e i in e r gab aber die Erklärung ab, daß ■ er für die Ber- : Wendung der staatlichen Gelder der Regierlmg gegenüber verantwortcich sei, ulld er deshalb nur solchen Geiileindell den Staatszilschllß anlveisen werde, lvetche durch die gesetzlich vorgeschriebene Einsendung der Voranschläge und Rechnungsabschlüsse an das Landrabbinat eine geordnete finanzielle Verwaltung Nachweisen, wie es seither ailch meistens geschehen ist. Am Nachmittag hielt Herr Rechtsanwalt Dr. : H it g o A b r a h a in aus B r e m e n einen öffentlichen Vortrag über „Die jüdische W a nd e r b e t t e l e i", der mif alle Zuhörer einen tiefen Eindruck machte lind die Bedeutung der Organisation für den Wanderbettel allen Anwesenden klar vor Augen führte. g/a Bad Kissingen, 3. Mai. Die Israelitische Kinderheilstätte in Bad Kissingen E. V., eine Anstalt, ausgezeichnet durch herrliche Lage und moderne Einrichtung, hat in den sieben Jahren ihres Bestehens 930 armen und kranken Kindern aus allen Teilen Deutschlands Ausnahme gewährt. In der verflossenen Saison 1911 waren es allein 183 Kinder, noch größer ist die Zahl der Pfleglinge im Jahre 1912. Die bisher erzielten Heilerfolge sind als vorzügliche zil bezeichnen. Die Ausnahme findet fast dnrchgehends unentgeltlich statt. Die Mittel zum Betriebe der Anstalt lverden ausschließlich durch jährliche Beiträge aufgebracht, und es ergeht deshalb an jeden edlen Kindersrennd die Bitte, die humanitäre Anstalt zu fördern. Im Jahre 1911 stiftete Frau Baronin Edmund von Rothschild- Paris ein Freibett (Kosten 3600 M.). Ebenso hat vor wenigen Tagen Herr Julius Neuburger- Nürnberg zum ehrenden Andenken an seine selige Mutter Frau Jeanette Neuburger ein Freibett errichtet. Die Anstalt hat durch den Heimgang ihres bisherigen 1. Vorsitzenden und edlen Gönners Herrn S. Bergmann-Fürth einen schweren Verlust erlitten. In der letzten Generalversammlung gedachte Herr Adolf Schwarz in ehrenden Worten seiner großen Verdienste. Neu in den Vorstand wurden gewählt: Frau Nosalie B e r g - m ann - Fürth, Frau Dr. Martha Münz- Bad Kissingen, Frau Aron Ettlinger - Mannheim, Herr Professor Dr. H. R 0 s i n - Berlin, Herr E. G u t nt a n n - Augsburg und Herr Siegfr. Liebes- Leipzig. Als 1. Vorsitzender wurde Herr Adolf Schwarz-Nürnberg, als stellvertretender Vorsitzender Herr Dr. P. Münz- Bad Kissingen bestimmt. co Oberhausen, 2. Mai. Dem langjährigen ersten Vorsteher unserer Gemeinde, Herrn Adolf Gott st ein» veranstaltete in der vorigen Woche die Gemeindevertretung anläßlich seines Fortzuges nach Berlin eine Abschiedsfeier. Nach den Begrüßungsworten des Herrn Rechtsanwalt Dr. Münchhausen wies Frl. Berg in einem formvollendeten Prolog auf die Bedeutung des Abends für die Gemeinde hin. Herr Philipp Hey mann dankte Herrn Gottstein namens des Vorstandes für seine erfolgreiche Tätigkeit, der die Synagogengemeinde ihre jetzige Blüte zu verdanken habe, ebenso sprach als Vorsteher des Repräsentantenkollegiums Herr A. Levy. Im Austrage der Gemeinde überreichte Herr. A. Eckstein einen silbernen Pokal als äußeres Zeichen der Dankbarkeit. Dann sprachen die Vertreter der religiösen und sozialen Vereine, denen der Scheidende während

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