Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1912)
- Date
- 1912-04-26
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Hannover, zum stellvertretenden Vorsitzenden Herr M. Jacobs 0 h n-Lüneburg, zum Schriftführer Herr Rentier Jacob Berline r- Hannover und zum Schatzmeister Herr Fabrikant Hermann Meyer- Hannover gewählt. Dem achtzehngliedrigen Ausschuß gehören ferner an: Jüstizrat Dr. W o l s e s - Hannover; Bankdirektor I s e liste im h Hannover; M. London-Nienburg: Justizrat Oppen - h e i m er - Hildesheim; Michael Schragenhei m - Verden; S. M. W'i t t g e n st e i n e r - Osnabrück; Hermann Jacob- Göttingen; A. Levisohn - Barsinghausen: Amtsrichter Dr. K a tz e n st e i n - Geestemünde; Hermann Jordan-Einbeck; M. F r a n k e n st e i n - Hameln; M. Ne ufeld - Harburg; I. M eher- Celle. Beschlossen wurde ferner, im Interesse der leistungsschwachen Gemeinden eine Organisation der Wanderschächter anzustreben. Die einstimmig gefaßte Resolution hat folgenden Wortlaut: Die Versammlung empfiehlt -allen Gemeinden dringendst die Annahme der v 0 m A u s s ch u ß des D. I. G. B. v 0 r g e s ch l a g e n e n Satzungsänderungen (abgedruckt in Nr. 80 der „Mitteilungen", Seite 2 bis 15), namentlich empfiehlt sie die Annahme des § 13, Ziffer 1 bis 3 betreffs „S t i m m enza h l zum Gemeinde t a g " nach den Beschlüssen der „gemischten Kommission" und des § 13, Ziffer 4 betreffs „ V 0 raussetz u n g der Wahlfähigkeit zum Vertreter ein'er Gemeinde aus den Genie i n d e t a g e n " n a ch d e m V e r m i t t l u n g s v 0 r s ch l a g Apfel-Baer. Die heute versammelten Vorsteher, Lehrer und sonstigen Vertreter hannoverscher Gemeinden empfehlen ferner ihren Kollegen in der Provinz Hannover dringendst, dafür Sorge zu tragen, daß ans d em am 16. Mai d. I. sta t tfi n d end en deutschisraelitischen Gemeindetage ihre Gemeinden keinesfalls durch außerhalb der Provinz Hannover wohnhafte Mandatare vertreten werden und die V 0 l l m a ch t e n nur durch V 0 r st e h e r b e z w. volljährige Mitglieder ihrer eigenen Gemeinde oder anderer h a ll n 0 v e r s ch e r P r 0 v i n z gern e i n d e u, eventuell durch Lehrer der Provinz Hannover vertreten werden, irnd empfehlen ferner, an die Vollmachten die ausdrückliche Bedingung zu knüpfen, nur im Sinne dieser heutigen Resolution zn stimmen. 22 Frankfurt a. M., 22. April. Am 15. d. M. fand hier unter starker Beteiligung, namentlich seitens der auswärtigen Mitglieder, der Ordentlich e V e r e i n s t a g d e r „Freien Vereintgung für die Interessen des orthodoxen Judentums" statt. Nach der Begrüßung des Vereinstages durch den Vorsitzenden, Herrn Rabbiner Dr. Breuer, erstattete Herr Jacob R 0 s e n h e i m den Geschäftsbericht über die zwei Jahre umfassende abgelaüsene Geschästsperiode. Der Bericht erwähnt zunächst die innere Organisation und,die Propagandatätigkeit der Vereinigung und äußert sich ausführlich über die Erfolge der vor einem Jahre ins Leben gerufenen Ostdeutschen Abteilung. Sehr befriedigend war ferner die Entwicklung der Berliner Frauengruppe, die eine vielseitige Tätigkeit entfaltet hat und deren Vorbild zur Konstituierung von Frauengruppen in anderen Großstädten Veranlassung geben soll. Weiten Raum in dem Berichte nimmt die Tätigkeit der Vereinigung auf dem . Gebiete der Gesetzgebung und Verwaltung ein, insbesondere die Erfolge, welche in Angelegenheit der Sonntagsruhe und des Schutzes der Schechitah im Reiche zu verzeichnen waren. Weitere Gebiete der Gesetzgebung, aus denen die Vereinigung tätig war, sind die religiösen Verhältnisse der jüdischen Soldaten sowie die fakultative Einführung der Feuerbestattung in Preußen. Die „Kommission für ländliche Wohlfahrtspflege" hat sich mit der Einnchrung von Heimarbeit.für jüdische Frauen und Mädchen,ans dem Lande beschäftigt und damit einen kleinen Anfang gemacht. Die „Kommission für Literatur und Presse" war-mit dem Ausbau.-des „Jüdischen- Volksschriftenverlags" beschäftigt, der sich in erfreulicher Entwicklung befindet. Den Schluß des Berichts bildet ein warmer Nachruf auf die Heimgegangenen Mitglieder des Ausschusses, bzw.-des Vorstandes: Wilhelm H a ck e n b r 0 ch, Kommerzienrat Benjamin bi rsch-Halberstadt und Landrabbiner Dr. Lob-Emden,. Der Hieraus erstattete Kassenbericht balanciert in Einnahme und Ausgabe, unter Hinzurechnung der selbständig verwalteten Palästina - Schultaffe mit 69 000 Mark. — Für, Zwecke der ländlichen Wohlfahrtspflege wurden pro 1911 16 000 Mark, hiervon 10 000 Mark an baren Subventionen, pro 1910 9000 Mark ausgewandt. Im übrigen verteilen - sich die Ausgaben auf die verschiedenen in dem Berichte erwähnten Zwecke. Die Entlastung wurde aus Antrag der Revisoren einstimmig erteilt. Der sich anschließende Wahlakt ergab die Wahl der Herren Dr. Abraham Hirsch-Halberstadt und A. M. L o eb- Dieburg in den Vorstand,'des Herrn Oberrabbiner Dr. Spitzer in Hamburg in den Ausschuß der Vereinigung. ■ Y. Wiesbaden, 20. April. Der Israelitische Unterst ü tz u n g s v e r e i n in Wiesbaden veröffentlicht soeben seinen 41. Jahresbericht. Wenn das Gesamtbild in diesem verflossenen Jahre auch ein wesentlich freundlicheres ist, als im voraufgegangenen Jahre, so bleibt doch noch immer die Zahl der Mitglieder hinter den berechtigten Erwartungen. Ein Legat in Höhe von 5000 Mark der verstorbenen Geheimrat H e h m a n n schen Eheleute und eiste Zuwendung der Erben des Herrn Julius Herz in Höhe von 1000 Mark werden besonders hervorgehoben. Die Not der Glaubensgenossen auf dem Lande ist im Bezirke des Vereins leider in steter Zunahme begriffen und die an ihn kommenden Bittgesuche seien leider nur 311 gerechtfertigt. Dieser Zweig der Vereinstätigkeit wird alljährlich größere Summen beanspruchen. Durch die größeren Mittel, die dank der Blumen tage und sonstigen Gaben dem Ferienfonds zugeslossen sind — der Anteil des Vereins am Kornblumentag belief sich auf 1132.38 Mark — konnten im abgelaufenen Jahre alle angemeldeten Kinder in eine Sommerfrische hinausgeschickt werden, und auch für das laufende Jahr ist für diesen Zweck eine nicht unerhebliche Sunnne vorhanden. An der Spitze des vierzehngliederigen Vorstandes steht nach wie vor Herr Moritz H e i m e r d i n g e r; die Zahl der ewigen Ehrenmitglieder des Vereins betrug 18, die Zahl der ordentlichen Mitglieder 311, deren Jahresbeiträge sich insgesamt auf 7958.84 Mark beliefen (gegen 7744.08 Mark im Vorjahre). Das Vereinsvermögen beträgt jetzt 46182.13 Mark. — Kaiserslautern, 19. April. Am 16. d. M. verschied ganz plötzlich infolge eines Schlagansalles der hiesige Bezirksrabbiner Dr. Wilhelm Land sb erg im Alter von 68 Jahren. Er hatte noch von ll bis 12 Uhr in der königlichen Kreisoberrealschule Unterricht gehalten und sich bei bestem Befinden nach Hause begeben. Dort angekommen, sank er vom Schlage tödlich getroffen zu Boden. Bezirksrabbiner Dr. Landsberg hat 31 Jahre in der hiesigen Gemeinde gewirkt und sich durch sein stets versöhnliches und entgegenkommendes Wesen großen Ansehens und allgemeiner Beliebtheit erfreut. 22 Karlsruhe, 20. April. Das anläßlich der goldenen Hochzeit des Großherz. Friedrich II. und der Großherz. Luise von den Israeliten Badens gestiftete F r i e d r i ch - L u i s e n - H 0 s p i z, S 0 l b a d und E r h 0 l u n g s h e i m f ü r i s r a e I i t i sch e K i nder u n d erwachse ne M ä d ch e ji i n Bad D ü r r heim (Sch w a r z - w a l d), soll anfangs August dieses Jahres eröffnet werden. Das Institut verspricht eine Musteranstalt zu werden; die herrliche Lage unmittelbar in der Nähe des Waldes verbindet sich mit einer voA kommenen Einrichtung des Hauses, bei der allen modernen und sanitären Anforderungen Rechnung getragen ist. Die Heilerfolge von Bad Dürrheim sind bekannt. Die Höhenlage von 706 Metern, die ozonreichen Waldungen, die Heilkraft der Sole sind für alle schwächlichen und kränklichen Kinder von bester Wirkung; es laufen daher schon jetzt sehr zahlreiche Meldungen ein. Die Anstalt wird das ganze Jahr hindurch, mit Ausnahme der Osterz'eit, geöffnet sein. Kindern, die der Einzelpflege bedürfen, -wird in., den stilleren Herbst- und Wintermonaten besondere Sorgfalt gewidmet werden können; durch eine eigens angestellte, staatlich geprüfte Lehrerin kann ihnen, soweit ärztlicherseits keine Einwendungen zu erheben sind, Nachhilfeunterricht erteilt werden; auch tritt für die Zeit vom 16. September bis 15. Juni eine Preisermäßigung für die Pfleglinge ein. Die Aufnahmepreise sind nicht hoch bemessen; unbemittelte Kinder genießen jederzeit Preisvergünstigungen. Alle Vereine, die Ferienkolonien entsenden, seien hieraus besonders aufmerksam gemacht. Die Verwaltung des Friedrich-Luisen-Hospiz (Karlsruhe, Stefanienstraße 9) erteilt gerne jede weitere gewünschte Auskunft. Gesterretch-Nngarn. K. Wien, 20. April.- Der seit 1843 bestehende Verein „Israelitische Kinderbewahranstalt" hatte das Anstaltsgebäude einer, gründlichen Renovierung-zu unterziehen und einen den Pädagogischen und hygienischen Anforderungen entsprechenden Umbau vorzunchmen. Ferner wurde beschlossen, einen Kindergärtnerinnenkurs, dessen Bedeutung für die Heranbildung von Familienerzieherinnen sowieals Vorbereitungsanstalt für den Frauen- und Mutterberuf von allen Vereinsmitgliedern als notwendig erachtet wird, zu errichten. In diesem neuen Kurs: soll-insbesondere die Pflege des gesunden und kranken Kindes die größtmöglichste Berücksichtigung-finden. An der Spitze