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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-04-26 · Heft 17 (26.4.1912) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 17 (26.4.1912)
Date
1912-04-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Berlin, 26. April 1912 Netksge zur „Allgemeinen Lettungde^ Judentums*. LorrrlponÄen?en und Kschnchtrn. Deutschland. Berlin, 23. April. Das Zentralkomitee der Alliance I s r a e l i t e U n i v e r s e l l e versendet an die Vorsitzenden der Deutschen Komitees folgendes Rundschreiben: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Nach Artikel 20 der Statuten der Alliance haben die Lokal- und Bezirkskomitees die Subskriptionen zu veranlassen und zu sammeln -und deren Ertrag an die Kasse des Zentralkomitees zu senden. In den letzten Jahren haben zahlreiche Lokalkomitees in Deutschland den Ertrag ihrer Sammlungen an die Deutsche Konserenzgemeinschaft abgesandt, die von uns beauftragt war, die Beiträge in Empfang zu nehmen. Nachdem wir uns genötigt gesehen haben .der D. K. G. unsere Vertretung zu entziehen, machen wir Sie.darauf aufmerksam, daß Sie die von Ihnen gesammelten Beitrage der Alliancemitglieder nicht mehr an die Kasse der D. K. G. absenden dürfen, daß vielmehr die Zahlung an uns direkt (eventuell an den von uns eingesetzten Vertreter- Herrn Dr. Markus, Berlin-Wilmersdorf, Emser Straße 18) erfolgen muß. Das sogenannte Deutsche Landeskomitee der Alliance ist von uns als Organisation der Alliance nicht' anerkannt, weil es entgegen den Statuten den direkten Verkehr der Lokalkomitees mit dem Zentralkomitee. unterbinden und weil es selbständig über die bei ihm eingehenden Beiträge verfügen will. Wir warnen Sie deshalb davor, die bei Ihnen eingesammelten Beiträge an das sogenannte Landeskomitee? welches mit der Alliance nichts zu tun hat, zu senden und machen Sie persönlich dafür verantwortlich, daß die bei Ihnen eingehenden Beiträge lediglich an uns oder an die von uns bezeichnete Stelle gesandt werden. 22 Berlin, 23. April. Der Verband Jüdischer Fra u e n für Kulturarbeit i n Pu l ä st i n a erstattet soeben seinen vierten Rechenschaftsbericht, dem wir folgende interessante Angaben entnehmen: Durch die erzielten größeren Einnahmen konnte der Verband eine größere Tätigkeit entfalten. Zu den in Jaffa, Jerusalem und Liberias bereits bestehenden Spitzenschulen kam als Neugründung eine Schule in der Kolonie Ekron, die von 25 Mädchen besucht wird. Die in den verschiedenen Ateliers, des Verbandes/ gearbeiteten Spitzen zeichnen sich durch besonders sorgfältige Ausführung aus'-und erfreuen sich in Europa, wo sie durch verschiedene Ausstellungen bekannt wurden, großer Beliebheit. Sie haben sich ein großes Absatzgebiet erobert und bieten vielen jüdischen Frauen und Mädchen in Palästina die Möglichkeit, sich einen für dortige Verhältnisse -ziemlich guten Erwerb zu verschaffen. Die Schriftführerin des Verbandes, Frau Betty Leszynski, Berlin, hatte Gelegenheit, auf ihrer Reise durch Palästina sich persönlich von dem Fortschritt der Institutionen zu überzeugen und sich über die Arbeitsmöglichkeiten für die jüdische Frau zu orientieren. Im verflossenen Jahre gelang es dem Verband, durch Gründung einer Mädchenfarm , einen großen Schritt vorwärts zu tun in dem Bestreben, den jüdischen Kolonisten durch Heranbildung von Mädchen zu Gartenarbeit,- Gemüse- und Geflügelzucht eine notwendige Stütze zu schaffen. Denn der Teil der Landwirtschaft, der überall von der Frau besorgt wird, liegt hier leider sehr im argen, da die Frauen der Kolonisten, die fast durchweg den östlichen Ghetto entstammen, naturgemäß kein Verständnis für die Landwirtschaft haben. Eine größere Subvention des ^Herrn K r e m e n e tz k i, Wien und der Alexander- und - Fanny - Simon - Stiftung, Hannover, gab dem Verbände in erster,:Linie die Möglichkeit, die unter Leitung von Fräulein Dr. Mai fest stehende Mädchenfarm in Kinereth bereits' im Mai letzten Jahres auf der Farm der Palestine Land Developement Comp, mit sechs Schülerinnen zu eröffnen. Zurzeit arbeiten bereits zehn Mädchen aus der Farm mit sehr gutem Erfolg. Die Mädchen werden , im Gemüsegärten, in der Baumschule, im Geslügelhof, bei der" Milchwirtschaft, in der Küche und.auch beim Nähen beschäftigt. Im Winter erhielten sie theoretischen Unterricht, dreimal-wöchentlich. Ein großes Verdienst hat sich der Verband bei der Eröffnung des jüdischen Hospitals in Haifa erworben, das unter der Leitung des Herrn Dr. Auerbach steht. Er gab 6000 Frank für die Inneneinrichtung und subventioniert es jährlich mit 1000 Frank. Die Moskauer Ortsgruppe des Verbandes hat außerdem eine Wöchnerinnenstube beim Hospital errichtet. Zu gleichem Zwecke überwies diese Ortsgruppe größere Summen nach Jaffa. Der Verband bringt allen Gebieten, auf denen sich die Frau betätigen kann, Interesse entgegen. Er sucht durch auHärende Vorträge zu verhindern, daß der bis hierher vordringende.Mädchenhandel festen Fuß faßt. Sein Hauptbestreben ist,. die jüdischen Mädchen und Frauen zu arbeitskräftigen und arbeitsfreudigen Menschen heranzubilden. Es wäre um der hohen Ziele willen, welche der Verband verfolgt, wünschenswert, daß das Interesse an ihm und seine Mitgliederzahl immer weiter zunehmen, damit er immer mehr den großen Forderungen, welche an ihn gestellt werden,. gerecht werden kann. Anfragen sind zu richten an die Schriftführerinnen Frau Betty Leszynski, Berlin W 62, Bayreuther Straße 36, Frau Rechtsanwalt Groneman n, Berlin N, Monbijvuplatz 10. M. L. Berlin, 23. April. Zu Pfingsten dieses Jahres tagt zum fünften Male der „Jüdische Turn tag I und zwar in Berlin. Die Vertreter der in der „Jüdischen Turnerschast" Zusammengeschlossenen jüdischen Turnvereine aus Berlin, Hamburg, Zürich, Sofia, Konstantinopel, Jaffa usw. werden sich zu der Sitzung einfinden. Bedeutsame organisatorische und turnerische Fragen werden die Delegierten zu beschäftigen haben. Es gilt, den Verband auszubauen und Maßnahmen zu weiterer Propaganda des Turngedankens zu treffen. Vielleicht werden erst spätere Generationen das volle Verständnis dafür haben, welche segensreiche Bedeutung in unseren Tagen für die in Großstädten zusammengedrängten Juden die jüdischen Turnvereine gehabt haben. Sie leisten eine stille, aber wirkungsvolle Arbeit, geistig und körperlich aufrechte Juden zu schassen. Da sie der körperlichen Regeneration der gesamten Juden dienen wollen, lassen sie. religiöse und parteipolitische Differenzen vor den Turnhallen haltmachen. Daß der Gedanke der gemeinsamen Abstammung und Geschichte ein einigendes Band um die Turner schweißt, findet seine schönste und kraftvollste Demonstration auf dem Turnboden. Ein ähnliches Bild wird sich der jüdischen Oessentlichkeit bei dem anläßlich des Turntages stattsindenden „Jüdischen Sportfest" bieten. Juden aus allen Himmels-. strichen werden sich bei leichtathletischen Hebungen in edlem. Wettkampfe miteinander messen. Aber „Rekord"-, „Sport"-Manie finden keinen Platz in den Gemütern der jüdischen Turner. Der Sportbetrieb ist ihnen nie Selbstzweck. Sie wissen, daß sie mit allem Tun nur einer Idee dienen: Der jüdischen Regeneration! 22 Berlin, 23. April. Die Organisation, für. hebräische Sprache und Kultur, deren Ziel es ist, . hebräische Sprachkenntnisse'von den Anfängen bis zur Beherrschung des hebräischen Sprachidioms und bis zur Möglichkeit des tieferen Eindringens in die hebräische Literatur zu vermitteln, eröffnet am Dienstag, den 30 April abends 2^9 Uhr ihr Sommersemester in der Lehrstätte „West", Bleibtreustraße 43 (Charlottenburg), 19. .Gemeindeschule. Die Kurse sind die Fortsetzung der von der Organisation veranstalteten .Winterkurse. Trotzdem können Fortgeschrittenere in alle Stufen eingereiht werden.. Ferner beginnt ein Lehrkursus, aus den besonders aufmerksam gemacht, wird, da er die Teilnehmer instand setzen soll, im Winter in den Anfängerkursus einzutreten. Alle diese Kurse finden jeden Dienstag, 249 bis 10 Uhr abends, statt. Auch in der Lehrstätte „Zentrum", in der Lehrerbildungsanstalt der jüdischen Gemeinde, Große Hamburger Straße 27, findet Mittwoch abends (249 bis 10 Uhr) ein Kursus für Fortgeschrittenere statt, der am kommenden Mittwoch schon abgehalten wird. Der Preis für die Teilnahme am Kursus betrügt für den Svmmer 5 Mark. Die Anmeldung erfolgt in den Unterrichtsräumen vor Beginn der Lektion. e/D Berlin, 20. April. Der V e r e i n f ü r Arbeitsnach - w e i s, begründet von den Berliner Wne-Brith-Logen schreibt uns: Das Einsetzen der Frühjahrssaison hat für das gesamte Handelsgewerbe eine steigende Konjunktur und damit eine erweiterte Nach- ' frage nach Arbeitskrästen im Gefolge. Zur Kenntnis unserer Stellenvermittlung kamen im vorigen Monat insgesamt 400 Vakanzen, denen, ein Angebot von 291 neueingetragenen Bewerbern gegenüberstand. Da es uns gelang, 318 Petenten (davon 30 mit Sabbatheiligung) — 99 Kaufleute, 98 Handlungsgehilsinnen und 122 gewerbl. - 1

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