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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-04-19 · Heft 16 (19.4.1912) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 16 (19.4.1912)
Date
1912-04-19
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Beiträge gesammelt. In einer Büchse fand man folgenden Zettel: „Dem Herrn Gouverneur! Um die Hungersnot abzuschaffen, muß man die Juden nach jenen Gegenden ausweisen, weil da, wo Juden sich befinden, es keine Hungersnot gibt." — Der „Odeßky Listok" bringt von seinem Antwerpener Korrespondenten folgendes Telegramm: In Antwerpen hat sich eine anonyme Gesellschaft zum Import des russischer? Zuckers für die westlichen Märkte gebildet. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt — 10 M i ll. Frank. Die Gründer und Hauptaktionäre sind f a st ausschließlich russische Juden, die in Belgien leben. — In Brüssel wurde ein Verein der russischen Juden begründet, der die Annäherung der Glaubensgenossen bezweckt, und zwar durch Erlernung der nationalen Geschichte, der Literatur und Erforschung des Gemeindelebens. In diesem Verein herrscht eine bestimmte ' nationalistische Tendenz. — Der Ritter des St. Georgenordens, der verabschiedete Soldat Ts ch e r - kez aus Kifchinew, der den russisch-japanischen Feldzug mitmachte, hat den Warschauer Generalgouverneur um die Genehmigung ersucht, in Warschau eine Versammlung der verabschiedeten jüdischen Soldaten, der Teilnehmer des russisch-japanischen Krieges, veranstalten zu dürfen, um gegen die geplante Ausschließung der Juden aus der Armee zu protestieren. Der Generalgouverneur Skalon wies diese Bitte ab. — Das Handelsministerium legte kategorisch dem Verwaltungsrate der Wilnaer Handelsschule vor, die Prozentnorm der Juden auf 16 Prozent zu reduzieren. Die Zahler der Gewerbesteuer, aus deren Mitteln die Schule erhalten wird, beabsichtigen, falls die Forderung des Ministeriums in Kraft treten sollte, ihre außerordentlichen Beiträge für die Schule einzustellen. — Der „Odeßky Listok" gibt einen Brief des bekannten amerikanischen Schriftstellers und Reisenden Kennan an einen russischen Gelehrten bekannt. Er schreibt folgendes: Die antirussische Bewegung in den Vereinigten Staaten von Amerika ist jetzt viel stärker als früher. Die Ursache ist — die Behandlung der Juden in Rußland und die aggressive Politik in Persien. Die russischen reaktionären Blätter glauben, daß die Bewegung,/den Handelsvertrag mit Rußland aufzulösen, durch den jüdischenTeil unseres Volkeshervorgerufen sei. Nein, aus dem Meeting traten N ich t j u d e n hervor, und in dem Kongresse gibt es fast gar keinen Juden/ ' . Türkei. 'l. W. Jerusalem,. 4. April. Am 15. d. M. sind es 26 Jahre, seitdem Herr Direktor E phr a imv ß o h n. die Reorganisierung undillflllfllllliiilllili Die Herfiellung von (Pflanzenfett) und ka1mona(PflanzeAVWeW!argar1ne) gefebiebt unter ftändiger Rabbinatsaufficbt. Beide Produkte find ganz- © lieb frei von tierifeben Fetten, können daher gemäß fltteft für Milch- und Fleifcbfpeifen verwendet werden. Alleinige Produzenten: H. Sdtlinck &Cie.A.-G., Hamburg-Mannheim. General-Vertrieb für den Poftbezirk Berlin: Hd* Goldfcbmidt, BerlinC. 2., Neue Friedricfaftr. Nr. 45. Leitung der Edlerv. L ä m e l s ch ule übernommen hat. Was dieser Zeitabschnitt für die Entwicklung des palästinensischen, Schulwesens überhaupt, bedeutet und welchen Anteil speziell Herr.Direktor Cohn daran genommen hat, ist all denjenigen zur Genüge bekannt, die sich für den jüdischkulturellen Fortschritt in Palästina, interessieren. Mit 28 Zöglingen hat Herr Direktor Cohn die Lämelschule übernommen, und heute zählt dieselbe.350 Schüler, die in acht Klassen von kompetenten Lehrern unterrichtet werden. Bereits im Jahre 1903 hat-Herr Generalkonsul Pogacar anläßlich der Einweihung des neuen imposanten Schulhauses über die Lämelschule geurteilt, „daß sie nicht nur in Palästina als Musterschule bezeichnet zu werden verdient, sondern auch in Ländern mit höher 'entwickeltem Schulwesen einen ehrenvollen Platz eininehmen würde". Seitdem steht die Lämelschule im Mittelpunkte des geradezu gigantischen Schulwerks des Hilfsvereins der deutschen Juden in Palästina, eines Schulwerks, das aus die Initiative des Herrn Direktors Cohn hin entstanden und welches er, wie im Jahresberichte des Hilfsvereins der deutschen Juden hervorgehoben wird, „von Anfang an trefflich organisiert hat". Eine Ausstellung der Unterrichts- und Erziehungsanstalten, welche der Hilfsverein in Palästina und Syrien unterhält respektive an denen er beteiligt ist, zeigt für Jerusalem 13 Institutionen mit nahezu 1700 Zöglingen und mehr als 60 Lehrern und Lehrerinnen, in den anderen Orten Palästinas ebenso viele Institutionen mit mehr als 1000 Zöglingen und 40 Lehrkräften. Zu den Anstalten in Jerusalem gehören als Unterbau für die Lämelschule, 3 Kindergärten und als Oberbau ein Lehrerseminar und eine Handelsrealschule. Als Parallelanstalt zu der Lämelschule besteht seit fünf Jahren eine Mädchenschule, welche wiederum einen Oberbau in einem Kindergärtnerinnenseminar erhalten hat. Diese Zahlen sagen mehr, als Worte ausdrücken können, was die 25jährige Arbeit des Herrn Direktors Cohn für die Regenerierung der jüdischen Bevölkerung in Palästina bedeutet. Es ist Tatsache, daß noch niemand vor ihm im Orient so viel an jüdischen Kulturwerken geschaffen wie er, und daß keine anderen Institutionen so den realen Bedürfnissen entsprechen wie gerade die von ihm organisierten und geleiteten Hilfsvereinsanstälten. Es war ihm beschieden,, und das ist das Glück Palästinas,'alle seine Fähigkeiten in den Dienst praktischer Kulturarbeit zu stellen, welche bei ihm Geist mid Zeit ganz absorbieren mußten, um den Erfolg zu sichern. Seine Pläne und Entwürfe sind frei von jeder Phantasterei, sogar, auch von jedem übertriebenen Enthusiasmus. Energie und Ausdauer, Arbeitsfreude und Hingebung iNQELHARP/S ^MCHYlOH Seit, Jahrzehnten bewährt, von hervorragenden Aerzten empfohlen als unübertroffenes Einstreupulver für kleine Kinder. Gegen starken Schweies, Wundlaufen, Entzündung, Lötung der Haut, bei Verbrennungen. Hautjucken, Diirchliegen ubw. Im ständigen Gebrauch Von Krankenhäusern, dermatologischen Stationen und Entbindungsanstalten. 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