Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 15 (12.4.1912)
- Date
- 1912-04-12
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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stimmig wurde hierauf dem Vorstande das Msolutorium ausgesprochen.- Herr Dr. med. M. Ko.r e f erstattete sodann seinen ärzt- ' üchen Bericht. Allseits große Befriedigung erregten die äußerst günstigen ärztlichen-Erfolge, welche das Genesungsheim aufzuweisen hat. Bei Berücksichtigung der vielen schweren Fälle, welche unvermeidlich im Laufe eines Jahres dem Genesungsheim zugeschickt werden, gewinnt die Tatsache noch größere Bedeutung, indem dadurch einerseits der vortrefflichen ärztlichen Leitung, der sorgfältigen Pflege wie auch den segensreichen Einflüssen des Meraner Klimas das beredteste Zeugnis ausgestellt wird. Bei den sodann vorgenommenen Ersatzwahl wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder per Akklamation wiedergewählt. Herr Heinrich Gütmann, Meran, und Herr Dr. Emil Hirsch, Halberstadt, wurden als Schiedsrichter für zwei erledigte Stellen neu gewählt. Mit aufrichtigem Tarcke an den Vorstand', den Herr Dr. med. Popper aus Prag, namens der Versammlung, aussprach,schloß die IV. Generalversammlung. Es ist aufs innigste zu wünschen, daß das Genesungsheim aus iveitesten Kreisen Förderung und Unterstützung finde, damit es in für alle Zukunft gesicherter Weise seine segensreiche Tätigkeit entfalte. Lumsnten. 22 Bukarest, 4. April. Die Sucht der. bisherigen- Regierungen, die jüdischen Bewohner immer mehr zu unterdrücken, kani in der Regel auch darin zum Ausdrucke, daß sie in ihre Gesetzesvorlagen üder die Industrie die Bestimmung aufnahmen, daß in Fabriken, welche staatliche Begünstigungen in Anspruch nehmen, die Juden selbst als einfache Arbeiter nicht beschäftigt werden dürfen, auch solche Juden nicht, die in Rumänien geboren und erzogen wurden. Diesbezüglich soll nun eine Aenderung zum Besseren eintreten. In dem Industrie-Gesetzentwurf, welchen die. jetzige Regierung soeben dem Parlamente unterbreitet hat, wird wohl die alte Bestimmung, wonach in den staatlich subventionierten Fabriken 75 Prozent des Arbeiterpersonals Rumänen sein müssen,. beibehalten, aber der Industrieminister hat ausdrücklich erklärt, daß die im Lande lebenden Fremden, die aber keinem fremden Staate angehören, das sind also in erster Reihe die eingeborenen Judenin bezug auf die Verwendung als industrielle Arbeiter den Rumänen gleichzusMen seien. Ein erfreuliches Zeichen der Zeit ist es auch, daß die neue rumänische Negierung sich, im Gegensätze zu ihren Vorgängerinnen, wenigstens veranlaßt fühlt, die Lage der Juden einigermaßen zu verbessern. Die Negierung hat bisher wiederholt den Beweis erbracht, daß eine Regierung, wenn, sie den ernsten Willen dazp hat, selbst in Rumänien auf die irregeführte Bevölkerung aufklärend und beruhigend zu wirken vermag. Der Chef der jetzigen Negierung hat wiederholt Anlaß genommen, zu erklären, daß er jed^ Ausschreitung gegen die Juden mit allen Mitteln zu unterdrücken entschlossen sei. Üuszland. Z. Kiew, 5. April. Je näher der. Zeitpunkt heranrückt, da das Drama Iustschinski vor Gericht aufgedeckt werden soll, um so fieberhafter und drohender wird die Pogromagitation der Schwarzen Hunderte von Kiew.. Am Jahrestag der Mordtat veranstalteten Rädelsführer am Grabe des Ermordeten und in der Kathedrale unter Assistenz zahlreicher Geistlicher Totenmessen und verbreiteten aufreizende Broschüren, Zeitungsartikel und Ansichtskarten unter dem Janhagel. Am meisten tat sich darin die „echtrussische" Jugend hervor. Ihr Blatt „Der zweiköpfige Adler" widmete dem Ereignis eine ganze Nummer und verteilte dieses Machwerk in einer ungeheuren Menge von Exemplaren, namentlich auf den Märkten und sonstigen Punkten der Stadt, wo sich große Volksmassen ansämmeln. Noch aufreizender sind die Ansichtskarten, die unter den Volksmassen verbreitet werden. Auf jeder dieser Karten befindet sich eine phantastische Darstellung irgendeines sogenannten Ritualmordes aus vergangenen Zeiten. Der Appell, den so viele bekannte Persönlichkeiten Deutschlands, Oesterreichs und Dänemarcks gegen die in Rußland überhandnehmende Ritualmordhetze ertaffen haben, war für Rußland im gegenwärtigen Moment ein Ereignis ersten Ranges. Die großen Blätter wie „Reisch," „Rußkija Wjedomeski," Einrichtung einer Herrschaftskücbe. Gebrüder Hammer Hoflieferanten Seiner Majestät des Kaisers und Königs BERLIN W 8 Mohrenstrasse 56 Telephon : Amt Zentrum, 685 5457 Moderne Küchen für Schlösser, Villen, Landsitze, Hotels, .. Restaurants, Caf6s, Krankenhäuser und Kantinen. - Wäscherei-, Warirtwasseru. Kühlanlagen, Kamine, Heizkörper-Verkleidungen in gediegenster Ausführung. Ofen aller Systeme. 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