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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-04-12 · Heft 15 (12.4.1912) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 15 (12.4.1912)
Date
1912-04-12
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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„Odesskija Nmvoski" und zahlreiche Proviilzblätter brachten den Aufruf'entweder ganz mit allen Unterschriften oder wenigstens im Auszüge, und die Wirkung dieser Kundgebung ist noch gar nicht abzusehen. Die „echtrussischen" Zeitungen hatten sich nämlich in den letzten Monaten nicht gescheut, immer von neuem ans das Ausland hinznweisen und alle Ritualmordprozesse auszuzählen, die jemals stattgesunden haben. Ob mit dieser ganzen Propaganda ein Pogrom erreicht werden wird, läßt sich schwer Voraussagen. Sicher aber ist, daß in solcher Atmosphäre Pogrome mit Leichtigkeit entstehen, noch dazu unmittelbar vor Ostern, sozusagen vor dem Anbruch der üblichen Pogromsaison. So kamen denn der deutsche und, wie jetzt bekannt wird, auch ein französischer Ausruf gegen den Ritualmordwahn sehr zeitgemäß. Von MH und jfrrn. — Die Jü dische N e f o r m g e m e i n de veranstaltete am 7. Pnssahtage im Anschluß an die Seelenseier eine Gedenkfeier für den vor hundert Jahren geborenen Schriftsteller A r o n B e r n - stein. Die Gedächtnisrede hielt Prediger Dr. Lehmann. — In der Nacht zum Sonntag drangen Diebe in die Synagoge „Ahawas Achim" ans dem Grundstück Prinzenallee 87 ein und raubten eine große Anzahl Gerätschaften im Werte von etwa 400 Mark. Als sich die Einbrecher entfernten, wurden sie bemerkt und von mehreren Schutzleuten verfolgt. Zwei der Täter konnten ergriffen werden und wurden zur Wache des 69. Polizeireviers überführt. Der größte Teil der geraubten Sachen wurde im Besitze der Ergriffenen gesunden und ihnen wieder abgenommen. — Die „Jüdische Arbeiterkolonie in Weißensee" hat im Vereinsjahre 1911 749 Schützlinge, darunter 661 neu eingetretene, beherbergt. Die Zahl aller Insassen in den verflossenen 10 Jahren betrug 5175. Die Beschäftigung der Kolonisten ist die gleiche geblieben. Vermögenbilanz und Rechnungsabschluß weisen diesmal ein minder erfreuliches Bild auf: der Betriebsfonds ist von 39 551 auf 32 438,54 M. herabgegangen, was einen Fehlbetrag von 7112,46 M. ans der Einnahmeseite bedeutet. —7 Der Verein für Ferienkolonien hat für die Monate Juni, Juli und August das Er na- Le v y - H e i m in Hohensalza belegt; im Mai und September finden erholungsbedürftige Kinder bis zu 8. Jahren dort Aufnahme- Die Verpflegung im Heim ist rituell.. Für diese, sowie für Wohnung, ärztliche Behandlung und Bäder (Solirnd Kohlensäure-Bäder) ist ein nur sehr mäßiger Preis zu entrichten. Nähere Auskunfterteilt: Frl. Henny Meyer, W. 30, Berlin, Martin Lutherstr. 96. — Herr Prof. Dr. med. et phil. Alexander Ellinger ist zum ordentlichen Professor der medizinischen Fakultät und Direktor des pharmakologischen Instituts an der Universität in Königsberg i. Pr., ernannt worden. — In Filehne fand eine öffentliche Versammlung der jüdischen Gemeinde statt, in tvelcher eine Protestresolution angenommen wurde gegen die Zusammensetzung der städtischem Schuldeputation, die statt der vertraglich zugesicherten 3 jüdischen Gemeindevertreter nur einen solchen aufzuweisen hat. Der Protest soll an sämtliche Regierungsbehörden weitergegeben werden. — Am 31. März v. M. beging Rabbiner Dr. Max B i r a m in Hirschberg in Schlesien sein 25 jähriges Amtsjubiläum. Am 1. Jannuar 1853 zu Bvmst in Posen geboren, vollendete er seine Studien am Rabbinerseminar in Breslau. 1887 amtierte er kurze Zeit in Lnnenburg i. Pom., wurde dann nach seinem jetzigen Wirkungskreise Hirschberg i. Schl, berufen, wo er sich die Liebe und Verehrung seiner Gemeinde erworben hat. — Die jüdische Gemeinde in Gollnow betrauert das Hinscheiden des Herrn Siegfried Glaser, der nach schwerem Leiden am 2. d. M. verschieden ist. Seit 30 Jahren hatte der Dahingeschiedene in der Repräsentanten-Versammlung und auch im Vorstande für das Wohl und die Erhaltung der Gemeinde unermüdlich seine Kräfte eingesetzt. Ehre seinem Andenken. — Aus Bernburg (Anhalt) wird uns geschrieben: Am Freitag, 22. März, abends fand in der hiesigen Synagoge die feierliche Amtseinführung des neugewähl.ten Rabbiners Herrn Dr. G. K a n t 0 r 0 w s k i durch den Gesamtvorstand statt. In seiner Autrittspredigt legte der neue Rabbiner seine Ziele und Wünsche in glänzender Ausführlichkeit dar. — Die Leichenhall e des jüdischen I r i e d h 0 s s in Dresden wird, aller Voraussicht nach, noch in diesem Jahre einen Umbau bezw. eine Vergrößerung erfahren. Zu diesem Zwecke ist dem isr. Krankenpflege- und Beerdigungs-Verein von einem Wohltäter eine Zuwendung von 10 000 Mk. gemacht, worden. — In Essen (Ruhr) ist am 3, d. M. der langjährige Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Herr Kommerzienrat I. S. H i r s ch l a n d im 68. Lebens- Malldelmttck' Pftanzen-Butter-niargarlne HDD IV .HD TOmOR Vollkommenster koscherer Butter-Ersatz. Bergestellt unter Hufsicht Sr. EhiwüTden Rabbiner Dr. B. Voll, Cöln. Fleischig und milchig oerwendbar. Den strengsten Vorschriften entsprechend. I ' Unübertroffen; Schokolade, MM1 die neue .3sacä£h&. > ■ w. /.AV. .•.vi.WLw* i* Dr. Trainer dev Feind der schädlichen Darm¬ und Magen-Bakterien, der Regulator ^des Stoffwechsels und des Stuhlgangs, vereinigt.in. den genus;- fertigen Dr. Trainers N 0 ghurt- Tabletten M. 1.75. und. 3.— oder in Hoqhurtmilch, wenn.man dieses selbst herstcllt mit vr. .Trainers Yog hnrt>Maha-Ferment. M. 3.-. reichend für 30 Portionen ä '/; Liter, .mithin Selbstkosten je nach Milchpreis 18-23 Pf. das halbe Liter. In Apotheken und Drogerien, wo. nicht crhältl'ch. direkt und portofrei. Man verlange kostenfrei die interessante Broschüre: „Enträtselte Lebensvorgänge'' nach Prof. Metschnikoss. . ie.G.m.tj.H. Dresden 8. 80. ^-0». und alles andere Ungeziefer JL Ad 1X3x7^vertilgt gewissen- , haft und diskret Kirchner 2738. KöpemckerStr.114. ..\J 29631

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