Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 15 (12.4.1912)
- Date
- 1912-04-12
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Bevölkerung in Rußland, soweit es geht, vor der Willkür der brutalen Bureaukratie zu schützen. Dr. James Simon besprach alsdann die in der jüngsten Zeit, seitens der amerikanischen Negierung erhobenen Beschwerden gegen die Ausnahmebestimmungen in bezug aus jüdische Lürger, die nach Rußland reisen, und schloß mit einem warmen Zlppell an die Juden in Deutschland, den Hilssverein tatkräftig zu unterstützen, damit er seinen großen Aufgaben, insbesondere in unseren, schweren Zeiten, gerecht werden könnte. Nachdem Rabbiner Dr. R o s e n t h a -l die Versammlung zu tatkräftiger Unterstützung des Hilssvereins auf geisordert hatte, referierte Herr Dr. Paul Nathan- Berlin über die Tätigkeit des Hilssvereins in der Türkei und wies aus die Notwendigkeit hin, die Juden für die Zukunft des Orients rechtzeitig vorzubereiten. Zunächst kommt der Orient als ein Jmmigrationsland für uns in Betracht. Es ist wohl anzunehmen, daß die Verhältnisse in den Vereinigten Staaten sich so gestalten werden, daß sie die Aufnahmefähigkeit des Landes für die Auswandererscharen sehr einschränken werden. Für diesen Fall haben sich die verschiedenen Organisationen nach Gebieten umgesehen, in denen es möglich sein wird, größere Massen von Juden aus Rußland und den anderen Verfolgungsländern unterzubringen. Nun wird der Orient dem Weltverkehr erschlossen und ist nunmehr geeignet, einen Teil der jüdischen Auswanderung aufzunehmen, um so mehr, als dieser Orient Rußland näher liegt als die Vereinigten Staaten. Es darf auch nicht übersehen werden, daß der Orient von jeher ein Land höherer Kultur gewesen ist, und es spricht alles dafür, daß das Land entwicklungsfähig ist und eine große Zukunft vor sich hat. Diese Hoffnungen auf die Entwicklung des Orients teilen wir nicht mit Schwärmern, sondern mit kühl rechnenden Kaufleuten, die sich für große Unternehmungen in der Türkei rüsten. Was wir in Palästina in erster Linie nötig haben, sind: Lehrer, Rabbiner und Techniker. Dank einer hochherzigen Spende hoffen wir demnächst auch die Gründung eines Rabbinerseminärs in Angriff zu nehmen. Der Hilssverein hat das Prinzip ausgestellt, sich nicht von Parteitendenzen, sondern ausschließlich von den sachlichen Erwägungen leiten zu lassen. Daher hat er die Schulen im Einklang mit den lokalen Verhältnissen im Orient eingerichtet. Die Unterrichtssprache ist weder französisch noch deutsch, sondern hebräisch, da die hebräische , Sprache das Bindemittel für den verschiedenartigen Juden; des Orients bildet. Die deutsche Sprache wird aber in unseren Schulen, besonders berücksichtigt und bevorzugt, da, wo es - gilt, die junge jüdische Generation für die immer, wachsende Einflußnahme deutscher Kultur und des deutschen Welthandels vorzubereiten. Auch.Dr. Nathan schloß mit einem Appell an die Versammelten, das. große Werk des Hilfsvereins entsprechend seinen großen Zielen zu fördern. Beide Referate wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen; am gleichen Abend schon flössen dem Hilfsverein durch Erhöhungen der bisherigen und neue Mitgliederbeiträge erhebliche Summen zu. — Stratzvurg i. E., 5. April. Bei der Beratung des Budgets unserer Landesuniversität in der Zweiten Kammer kam u. a. auch die Zurücksetzung der jüdischen Professoren zur Sprache. Namentlich war es der sozialdemokratische Abgeordnete P ei rot es, welcher das Vorhandensein einer solchen betonte. Dem traten aber die Zentrumsabgeordneten entgegen, indem sie auf die Denkschrift von Justizrat Breslauer hinwiesen, der in der Tat feststellt, daß die Verhältnisse in Straßburg besser sind, als an den Universitäten Altdeutschlands, was allerdings noch nicht heißen will, daß für uns nichts mehr zu wünschen übrig bleibt. .Universitätskurator Dr. Back bemerkte, es sei ihm von einer Zurücksetzung jüdischer Professoren in Straßburg nichts bekannt. Oesterreich-Ungarn. OJ> Meran, 5. April. Am Sonntag, den 24. v. M., fand die IV. Generalversammlung des Vereins „Asyl für mittellose kranke Israeliten in Meran" statt. Ein distinguiertes Publikum von Gönnern, Freunden und Mitgliedern des Vereins, die zun: Kurgebrauch in Meran anwesend sind, fand sich ein und folgte mit Interesse den Berichten des Vorstandes. Präsident, Herr Dr. Med^ M. Ko res, begrüßte die Erschienenen, konstatierte die ordnungsgemäße Einberufung und Beschlußfähigkeit der Versammlung und gedachte in warmen Worten der durch den Tod dem Verein entrissenen Gönner. Frau Dr. Rosa Hersch, die geschäftsführende 1 Vizeprüsidentin, gab in ihrem Tätigkeitsberichte eine ausführliche ' Uebersicht über die geschäftliche Tätigkeit des Vereins und wußte durch die klare und sachliche Berichterstattung die fortschreitende gedeihliche Entwicklung des Genesungsheimes zu veranschaulichen, so daß allgemeiner anhaltender Beifall ihren Ausführungen folgte. 'Dem Kassaberichke'.de^'Kassterers,?'Herr.n.-Gnstav'-.K-atz e nff e i n, .und dem Nevisionsberichte' des. Herrn Heinrich Gut.mann bewies die Versammlung die/ größte Aufmerksamkeit und wnrdr Mit großer Befriedigung die umsichtige und genaue' Führung der finanziellen Agenden seitens 8ev'.gengstMn/He'rrm zur KenntrEgenomMen. Ein- Gesucht für bald ordentl. israelitisches Mädchen kür Küche und Hausarbeit, die dabei die bessere Küche gründlich lernt. Dienstmädchen vorhanden. Die Stelle eignet sich auch gut für ein armes oder geringes Mädchen, der ich zu einer sicheren Zukunft verhelfe. Frau 9Iaxlang<>, Hotel Dpiero, Krefeld. Kinderwagen-Welfhaus :: Metall-Bettstellen -r Garten-, Balkonn. Kinder-MObel — Größte Auswahl Berlins. Anoreasstr. 23 (Andreaspiaiz) Brunnepstr. 95, Leipziger Str. 54 Beusseistr. 67, Rlxd., Bergstr. 133 GSHOTELBERRERE U.MAIS0N BLANCHE 32-34 Rue Bergöre Letzte^ {Comfort.. :t Mässige Preise- Im ZenfaF'rwBf^eS r-Geschäf tsviertels. 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