Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 14 (5.4.1912)
- Date
- 1912-04-05
- Page
- Seite 6 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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beraten, welche Maßregeln zu ergreifen^ wärenum die Schulkinder vor der Entweihung des Sabbats durch das Schreiben in den Schulen zu bewahren und dergleichen. Positive Resultate wurden in dieser Hinsicht nicht erzielt. Ausfallend-ist es bloß, daß der Kongreß sich anfangs über die Ziele und Zwecke, die er verfolge, in keiner Weise aussprach. Dadurch entstanden bei den Anhängern der Wunderrabbiner über den Kongreß viele märchenhafte Sagen und Legenden, die natürlich jeder realen Grundlage entbehrten. — Die K. K. Fideikommißbibliothek hat die Porträtradierung des bekannten österreichischen Schriftstellers Arthur Schnitzler von Emma Löwenstamm angekauft. Dieses Bild war längere Zeit im Künstlerhause ausgestellt und wurde in der hiesigen Presse als Kunstwerk allerersten Ranges bezeichnet. — Aus Mährisch-Ostrau wird der Prager „Botz emia" gemeldet: Einige polnische und tschechische Eisenbahnbedienstete in O r l a u bei Mährischi-Ostrau verbreiteten -ain 16. d. M. das Gerücht, es seine eine Kiste in Oderberg eingelangt, die verdächtig erschienen sei und bahnamtlich geöffnet wurde. In der Kiste habe sich die Leiche eines jungen Mädchens befunden, welche Schnittwunden am Halse anfgewiesen habe, und deren Hände gefesselt gewesen feien. Die Kiste sei an einen jüdischen Kunden adressiert worden; es handle sich zweifellos um einen, Ritualmord. Das Gerücht verbreitete sich mit Blitzschnelle und ries unter der zahlreichen tschechischen und polnischen Bergarbeiterschast große Erregung hervor. Auch die jüdischen Einwohner von Orlau gerieten wegen dieser Ausstreuungen in nicht geringe Aufregung, und es wurde die Hilfe der Gendarmerie in Anspruch genommen. Die Erhebungen ergaben, daß an dem G e r ü ch t kern wahres Wort war. Gegen die Urheber des Gerüchts wurde die strafgerichtliche Untersuchung eingeleitet. Es ist leider ein bekannter Trick der Tschechen, namentlich in kleineren Städten, derartige Gerüchte von einer angekommenen Kiste, die an einen jüdischen Ortseinwohner adressiert war, vor den jüdischen Ostern zu verbreiten. Dies Gerücht hat iinmer den Zweck, das Ritualmärchen neu zu beleben und gegen die Juden Stimmung zu machen. Da ein solches iGerücht sich schnell verbreitet und allgemein gehalten ist, fällt es schwer, den Urheberzu eruieren und ihn der verdienten Strafe, zuzusühren. Die Verbreiter des verleumderischen Gerüchts in Orlau sind aber bekannt, und es wäre, zu wünschen, daß sie nicht straflos ausgehen, um der Verbreitung derartiger Gerüchte ein Ende zu machen. — Am Vorabend des 13. März fand in Wien eine Gemeinderatssitzung statt. Der liberale Stadtverordnete Dr. Hein stellte bei dieser Gelegenheit den Antrag, den.Helden des Jahres 1848 Konrad Förster und Adolf Fischhöf den Zoll pietätvollen Gedenkens dadurch zu weihen, daß bei den nächsten Straßenbenennungen auch die Namen Förster und Jischhos nicht übergangen werden. Dr. Hein begründete seineir Antrag, indem er sich auf—. Dr.. Lueger berief. Am 1. Februar 1886 sagte Dr. Lueger im Wiener Gemeinderate wörtlich: „Keiner lebt, der sich mit Sldolf Fischhos an politischer Vergangenheit, an Perdiensten für die Stadt Wien und an Charakterintegrität messen kann." Fischhof war aber Jude nnd ist auf dem israelitischen Friedhof in Wien beerdigt, außerdem war er sein Lebenlang durchaus kein Parteigenosse der Christlichsozialen. Grund also genug, daß die gegenwärtige Mehrheit des Wiener Gemeinderates es unterläßt, das Andenken dieses Freiheitshelden nach Gebühr zu ehren. Es durfte aber voraussichtlich der Wiener Geineiniderat nicht mehr lange seine gegenwärtige Physiognomie beibehalten. Und dann dürste die Zeit kommen, in der man sich des Anteils des fortschrittlichen Bürgertums an der freiheitlichen Bewegung mit freudigem Stolz bewußt sein und die Gebote politischer Dankbarkeit willig befolgen wird — auch gegenüber einem jüdischen Freiheitskämpfer. Türkei. J. T. Jerusalem, 25. März. Die Lage der Juden im Jemen hat von jeher viel zu wünschen übrig gelassen. In diesem weitabgelegenen Gebiete, wo die hohe Pforte wenig oder gar nichts zu sagen Das rv-hnungs-Llnrichten bildet sich immer" mehr zar Aunst aus, und damit sehen wir lang gehegte Wünsche in Erfüllung gehen. Aber damit ist auch'dem, der sich einrichten willdies Geschäft sehr erschwert. Denn wo er früher ohne Kopfzerbrechen auswählte, gilt es nun, Probleme zu lösen. Problem ist schon die Tapete, die Möbelstellung resp. ihre Anpassung an den Raum, die Zusammenstimmung von Teppich, Möbelstoff und Vorhängen. And, ganz abgesehen von der Geschmackssrage, können diese Probleme nur gut gelöst werden, wenn man die Materie studiert hat. — Für Einrichten in feinerem Sinne bietet W. Dittmar, Berlin, Molkenmarkt 6, seine Dienste hiermit an. Seine Ausstellung in der sollte sich in den Besitz setzen, entweder eines „Klio“-Fiiilfederhalfers E. Eeiserts Patent, für jede Feder passend und in jeder Lage zu tragen, zu M. 3.— u M.6.- pro Stück, mit Selbstfüllvorrichtung D.R.P.ang. M.2.-pro Stück mehr, od.eines „Regina“-Sicherheits-Goldfüllhalters gesetzlich gesell., 14 karätige Goldfeder mit Iridiumspitze, in jeder Lage zu tragen, iinmer schreib fertig, von 10.— an, überall erhältlich. Kataloge gratis u. franko. KLIO-WERK G.m.b.H., Hennef (Sieg) A111. Tauentzienstraße 10 kann nach den Aussprüchen berufener Beurteiler als eine Schule feiner, moderner Einrichtungskunst angesehen werden. Die Besichtigung ist von 9 bis 1 Ahr und 3 bis 7 Ahr frei und gern gesehen; auch wird nach dem Namen des Besuchenden nicht gefragt. Diese Ausstellung ist in Wort und Bild in der Broschüre „Bilderhängen, Möbelstellen, Einrichten" beschrieben, die Dittmar den Lesern aus Wunsch gern und kostenfrei übersendet. Das Dittmarsche Hauptgeschäft wird auch vielen, die auf dem Gebiet des Einrichtens ihre Kenntnisse bereichern wollen, Interesse bieten; auch dort ist der Besuch frei und gern gesehen. Nürnberger ILebeiuverMerungsj Bank Stammkapital: 3.000.000 M. Lebens-, Aussteuer-, Sterbekassen-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen « Gegründet1884 W. SPINDLER unterhält 102 eigene Läden ca. 1200 Agenturen und beschäftigt über 2000 Personen Berlin C und Spindlersfeld bei Köpenick. Sauberste und schnellste Ausführung bfcipiigster Berechnung.