Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 14 (5.4.1912)
- Date
- 1912-04-05
- Page
- Seite 7 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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fjat; ift die Bevölkerung der Willkür der arabischen Großgrundbesitzer und eingeborener Junker völlig Preisgegeben. Es braucht kaum hervorgehoben zu werden, daß diese geborenen Unterdrücker im Jemen speziell die schutzlosen Juden ihren Uebermut suhlen lassen. Daher sind'die jüngsten Umwälzungen in der Türkei besonders von diesen mit Jubel begrüßt worden. Bedeutete doch die Herstellung geordneter Zustände und die Schaffung einer straffen Zentralgewalt über sümt- .iche Länder der Türkei speziell für sie die Befreiung von jahrelanger Knechtschaft und die Abschüttelung eines unerträglich gewordenen Junkerregims. Durch mutiges Eintreten für. die Partei der Jungtürken haben die Juden auch im Jemen, wie überall sonst, sich den erbitterten Haß der bisherigen'Machthaber zugezogen, und so hat sich, da diese vorerst siegreich blieben, die Lage der Juden im Jemen infolge der Revolution nur noch weiter verschlimmert. Dementsprechend nahm auch die Auswanderung der jüdischen Bevölkerung dieses Landes weitere Dimensionen an. Schon vorher war diese so umfangreich, daß beispielsweise die Zahl der Juden in Sana von 10000 allmählich auf 2500 Seelen Zurückgegangen ist. Der größte Teil der Auswanderer lenkte seine Schritte nach Indien, Aegypten und — Nordamerika. Ein Teil der Emigranten wandte sich aber nach dem nahen Palästina, wo sie als kräftige und anspruchslose Arbeiter es sehr bald zu einer auskömmlichen Existenz, zum Teil zum bescheidenen Wohlstand brachten. In jüngster Zeit beginnen die in Pa-. lästina einwandernden Jemeniten sich auch in der Landwirtschaft nützlich zu machen. Aus diesem Grunde und um von der Emigration der Juden aus Jemen auch für das Kolonisationswerk Nutzen zu ziehen, hat der Verein „Esra" in Berlin vor sechs Monaten zur Auswanderung weiterer jemenitischer Juden nach Palästina 10 000 Frank bewilligt. Agenten wurden entsendet, um die auswanderungslustigen Juden daselbst von der "Emigration nach dem Aus lande abzuhalten und sie zu veranlassen, ihre Schritte nach Palästina zu lenken. Im ganzen sind seit September 1911 auf Kosten des „Esra" sieben Partien mit zusammen 442 Seelen nach Palästina gegangen. Von diesen sind kaum 100 Seelen in Jaffa verblieben, der Rest wurde in den jüdischen Kolonien untergebracht, wo sie als Landarbeiter eine für ihre bescheidenen Ansprüche gute' Existenz finden werden. Durch die Einwanderung jemenitischer Inden haben die jüdischen Kolonien einen erfreulichen Zuwachs und eine namhafte Verstärkung erhalten. So hat sich die jüdische Bevölkerung von R e ch o w o t h in dem letzten Halbjahr um 30, die in Ch ed e r e h um 66 und in Petach'-Tikwah um 14O Seelen vermehrt. Auch die Jemeniten, die zunächst nach Jaffa gingen, dürsten ebenfalls demnächst in den Kolonien Unterkunft finden. Die türkischen Behörden blicken mit großem Wohlwollen aus diese sehr erwünschten Einwanderer. Nicht nur bleiben dadurch Hunderte von türkischen Staatsangehörigen, welche sonst an das Ausland verloren gegangen wären, dem Lande erhalten, die Regierung bekommt durch die Niederlassung der Jemeniten in Palästina eine Anzahl steuerzahlender und heeresdienstleistender Bürger, welche früher im Jemen von den dortigen Junkern kräftig ansgeplündert worden, der Zentralregierung aber in keiner Weise tributpflichtig waren. Von MH und Lern. - — Die Berliner jüdische Gemeinde hat über der Front des Hauses Auguststraße 60 eine Gedenktafel für Leopold Zunz anbringen lassen. Die schwarze Bronzetafel trägt in goldenen Buchstaben die Inschrift:. „Hier wohnte und wirkte Dr^ Leopold Zunz 1856—1886. Seinem Andenken die-jüdische Gemeinde." — M a x Liebermann, von dessen Ernennung zum Ehrendoktor der Universität wir berichteten, ist nun auch zum Senator der Akademie gewählt worden. — Dein Geheimen Regierungsrat Professor Dr. P r o s k a u e r, Direktor des städtischen Untersuchungsamtes der Stadt Berlin, der im Vorstand der Hygieneausstellüng in Dresden 'war, ist vom König von Sachsen das Ritterkreuz erster Klasse des sächsischen Hausordens verliehen worden. — Herr Rechtsanwalt Adolf Landau ist zum Justizrat ernannt worden. — In eine unangenehme Lage ist die jüdische Gemeinde in Landeck in Westpreußen gekommen. Für die Erteilung des jüdischen Religionsunterrichts hatte die Kgl. Regierung eine jährliche Beihilfe von 600 M. bewilligt. Die Beihilfe war an die Voraussetzung geknüpft, daß min- Prospekte itis und frankOi itiutt Carl E.H1IM1, Min US, FMtttnme 18. Kostenlose sRrobestellung. HDD ’WD Ulandeimifdi» Pf(anzen«Buffer*niargarine Vollkommenster koscherer Butter«Ersatz. ßergestellt unter Hufsicht Sr. Ghrwürden Rabbiner Dr. B. Wolf, Cöln. fleischig und milchig oerwendbar. Den strengsten Vorschriften entsprechend. . und alles andere Ungeziefer | vertilgt gewissenhalt und diskret . Ä^RlKlintr 2736. Köpenicker Str.114. . PcrBi natutr. v. edel. i irr 5 Ka-Poftkollo 10 M. Liä fr. inkl. Verpackung. •m'm Bienenzuchtrentrale Otzmannftedt in Tlrürinaen. . Kunst- Silvksrsl - Anstalt I Sperr. S^nag-Paramente D / "rrons 1 i.künstl. u. soli Ausf.^v. . einf. b. z. feinst. Genre. Oesohw. Bleiohrode f I Berlin W. I Pariser Strasse Nr. 14 | Amt Wl. 1337. 4263