Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-03-29 · Heft 13 (29.3.1912) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 13 (29.3.1912)
Date
1912-03-29
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3229015-3229029--68328-3280581
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

erworben hat. Er habe eine Aussöhnung zwischen den beiden großen Mächten, dem Judentum und dem Griechentum herbeigesührt und dadurch die Fortentwicklung des Judentums angebahnt. Der Redner schilderte den Lebensgang Philos, der seine Bewunderung der griechischen Geistesschätze mit einer glühenden Liebe zum Judentum verbunden habe. In klarer und übersichtlicher Weise gab der Redner sodann eine Darstellung von der Philosophie Philos, von deren Einfluß auf die Entwicklung des Paulinischen Christentums und das Dogma in der christlichen Kirche und verbreitete sich über die Allegoristik-Philos. Der Einfluß Philos aus die jüdische Theologie und die Religionsphilosophie der späteren Jahrhunderte sei unverkennbar/ Durch die philonische Philosophie sei das Judentum mittelbar fortgebildet und bereichert und die jüdische Religionsphilosophie angebahnt worden, während die Gefahren, die aus ihr für die Gotteinheitslehre des Judentums entstanden seien, abgewandt werdenkonnten. Auch auf die Ethik des Judentums sei Philo von großem Einfluß gewesen, insofern er auf den Pfaden der großen Propheten gewandelt sei. Er hübe mit dazu beigetragen, daß das Judentum der Diaspora zum Weltjudentum geworden sei. Der Redner fand für seine lehrreichen und sehr interessanten Ausführungen bei den Zahlreich erschienenen Zuhörern reichen Beifall. 2/D Berlin, 26. März. Das Jüdische Mädchenstift, Lothringer Straße 16, bietet nach seinem eben erschienenen 22. Jahresbericht unbemittelten jüdischen Mädchen in einem eigenen Heim vollständig unentgeltlich Unterhalt und hauswirtschastliche Ausbildung zur Vorbereitung für den Dienstbotenberuf. Für die Bewährung der Mädchen im Dienst — diesem Berus sind im letzten Jahre 6, insgesamt bisher 122 Zöglinge zugeführt worden — spricht die Tatsache, daß die Dienstprämie von 40 Mark für mehrjährige treue Pflichterfüllung bei derselben Herrschaft bereits 24 mal hat verteilt werden können. Selbst bei der Beschränkung aus den gegenwärtigen Bestand von 16 Zöglingen bedarf das Stift unbedingt größerer Einnahmen, besonders an Jahresbeiträgen. Vorsitzende sind Professor Dr. Strelitz und Frau Julie Reumann. — Danzig, 22. März. Die J a h r h u n d e r t s e i e r der E m a n - .z i p a t i o n der Juden, die im hiesigen „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" durch eine Reihe gehaltvoller Vorträge vorbereitet war, fand am 16. d. M. in einem Festakt würdigen und feierlichen Ausdruck. Der Akt wurde durch einen gehaltvollenvon Herrn Dr. Le w y gedichteten Prolog eröffnet, den die Künstlerin unseres I Stadttheaters, Fräulein Erna Liebent.hal, rhetorisch vollendet! zum Ausdruck brachte. Dann gab Herr Geheimer Justizrat Fl ater eine historische Würdigung des Emanzipationsediktes vom 11. März 1812, das nicht etwa ein Gnadenakt für die. Juden, sondern.ein Akt war, der ebensosehr dem Interesse des Staates wie der Juden diente. Der Redner legte die rechtliche Seite des Ediktes und der. späteren ergänzenden Erlasse anschaulich dar. Dann sprach Herr Rabbiner Dr. S a l o m o n über die „preußischen Juden von der Emanzipation bis zur Gegenwart". — München, 21. März. Der H.i l f s v e r e i n der d eu t - ' schen Juden hielt am 11. März dahier eine Versamlung ab, zu der sich mehr als 1600 Personen eingefundett hatten. Die beiden Leiter des Vereins, Herr Dr. James Simon und Herr Dr. Paul Nathan, erstatteten Referate; ersterer sprach über die traurige Lage der Juden in Rußland und Rumänien, letzterer schilderte, was der Hilfsverein in zehnjähriger Tätigkeit für unsere unglücklichen Glaubensbrüder in Osteuropa geleistet habe. Die Ausführungen beider Redner wurden mit großem Beifall ausgenommen. Aus die Aufforderung des Rabbiners Dr. Werner hin traten dem Vereine viele neue Mitglieder bei. > W. K. Seesen am Harz, 25. März. In den Tagen vom 16. bis 20. März fand an der hiesigen Jacobson-Schule (berechtigte Realschule und Nealgynasium mit Erziehungsanstalt — Alumnat —) die Schlußprüfung unter dem Vorsitz des Geheimen Hosrats Herrn Professor Dr. Fricke aus Braunschweig statt. 23 Prüflinge der U II der Realschule und 14 der II II des Realproghmnasiums haben dieselbe mit Erfolg bestanden und damit die Reife für die 0 II einer Vollanstalt erlangt, beziehungsweise den Berechtigungsschein für den einjährig-freiwilligen Militärdienst erworben. Unter den Prüflingen, die mit Auszeichnung bestanden haben, befand sich auch eine Schülerin, die die Anstalt von Untertertia an aufwärts durchlaufen hat. 4. M. Kassel, 20. März. Die Ortsgruppe der Alliance Israelite Universelle in Kassel Hielt am 21. v. M. eine Mitgliederversammlung ab, in welcher der bisherige Vorstand wiedergewählt, und dann mit allen gegen eine Stimme beschlossen wurde: a) der A. I. U. treu zu bleiben, b) Gelder und Abrechnungen fortan direkt nach Paris zu senden, e) soweit wir nicht direkt mit Paris korrespondieren werden, Anschluß an das Komitee in Frankfurt zu nehmen. Man war der Meinung,^ daß die großen Dienste, welche hie Pariser Gesellschaft der universalen Juden- * heit geleistet hat und noch leistet, ein Anerkennungsscherslein weiterhin verdienen. . / BERLIN C .Spandauer Strasse 26-32 Die Anfertigung sämtlicher Wäschegegenstände , erfolgt; in ■ eigenen.; Zuschneidereiu._Nähereisälen unter Leitung :: erster Fachkräfte :: Gegründet 1815 Spandauer Str.' 26 — 32 — König-Str. 11 — 14 jjjfiä .Der reich illustrierteHa U ptkata lOg Nr. 118 wird BERLIN C KÖnig-Sirasse 11-14 .Ständige Ausstellung fertig } eingerichteter Zimmer. Eigene f- PoIsterei- und Dekorationswerkstätten. Kostenanschläge u.. Ent- Kwürfe f. Interessenten kostenfrei fl auf Wunsch kostenfrei zugesandt. -Ernst Frankfurter Tapezier und Dekorateur ■ Berlin, Lietzenburger Strasse 3 empfiehlt sich bestens. »wunderb. Tourensänger in herrlich. f Klangfarbe, y.Göte 8, \0, \Z, 15 b. 30 M.Zuchtrveibch. 3 u. M. Nachn. ©dr.'f. Wert, leb Ank. Lhrenh. Be- * dien, wie seit 30 )ahren. preisbnch umsonst. Zuchtbuch 50 Pf. r^r'ei . Vsor«-'LrüLI, MttoLsLdroäa 8. 51 Verb, naturr. u. edel. Kn RifT 5 Ks-Postkollo 10 M. L Ul UM fr. inkl. Verpackung. Bienenzuchtzentrale Oßmannstedt in Thüringen. EUGEN MARCH ' ¥ iS Hochzeiten unter ritueller Aufsicht HotelSchaper, Driburg Ia Referenzen. HOFJdWELIER BERLIN W 31 UNTER DEN LINDEN 31 fl R DIC STOTEL BERGERE Ut||l|Yu.MAISOKBLANGHE I : 32-3A Ru0 Bergöre Letzter .Komfort :: ..Massige -Breistz Im Zentrum des GeschäftsviertelA In der Nähe, der grossen Boulevards und der Börse.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.