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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-03-29 · Heft 13 (29.3.1912) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 13 (29.3.1912)
Date
1912-03-29
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Zitate aus den Schriften der babylonischen Schatzkammer anzuführen, Dieses Manko ersetzte der Vortragende, indem er die Neligionsmythen der Babylonier aus den Keilinschristtaseln wörtlich zitierte, woraus klar hervorging, daß die Babylonier auf der niedrigsten Stufe des Götzendienstes gestanden Haben. Gegenüber Delitzsch' Behauptung, daß Marduk, der Gott der Babylonier, in allen Beziehungen Jahve, dem Ewigen und Einzigen völlig gleich sei, brachte der Referent Stellen aus dem von Mürdter-Delitzsch herausgegebenen Buche: Geschichte Assyriens und Babyloniens. D. führt hier seine Thesen von der Erhabenheit der babylonischen Religion ad absurdtim, indem er sagt: „Kpasse Vielgötterei war die Religion der Babylonier durch dreitausend Jahre." Sehr wirkungsvoll war auch der Eindruck der aus dem Kommentar von Franz Delitzsch zu Jesaja angeführten Stellen, wo er im vollen Gegensatz zu seinem Sohne voller Begeisterung von der Schönheit und Wahrheit der Bibel spricht, die Nichtigkeit Der Götter der Babylonier dartut und den alten Ausspruch wiederholt: Das Heil kommt von den Juden. Der Vortrag, der über eine Stunde gedauert hatte, wurde von den/Zuhörern mit großem Beifall ausgenommen. — Aus" den auswärtigen Literaturvereinen: In Glogau sprach Dr. Karl Pinn, Charlottenburg, über „Der Jude als. Romanfigur", in Ostrowo Rabbiner Dr. Neu haus über „Das Judentum'in der neuesten Beleuchtung", in Memel Syndikus Dr. Wittenberg,' Hamburg, über „Die Juden in Argentinien", in Tilsit und Memel Albert Katz, Berlin, über den Chassidismus, in Hamborn Herr L. Perlmutter über „Das Jahrhundert der Emanzipation", in Dresden Rabbiner Dr. Stein über „Pädagogik in Bibel und Talmud", in Wollstein i. P. Hauptlehrer Becker „Zur. Erinnerung an die vor 100 Jahren erfolgte Emanzipation der preußischen Juden". ' Berlin, 26. März. Am 17. d. Mts. fand im Brüderverein, Kurfürstenstraße 116, die ordentliche Mitgliederversammlung der Gesellschaft Hachnassath Kall ah (zur Ausstattung, von Bräuten) statt. Der Vorsitzende, Herr Emil P i n c u s, erstattete zunächst den allgemeinen Bericht, aus dem hervorgeht, daß auf Grund der revidierten Satzungen eine Anzahl von Bräuten mit höheren Aussteuerbeihilfen, als es bisher möglich gewesen ist, bedacht werden konnte. Auch aus.Stiftungsmitteln seien eine ganze Reihe ansehnlicher Beihilfen gewährt worden. Trotzdem können die Ansprüche, die an die Gesellschaft'herantreten, leider nicht im entferntesten in dem Maße befriedigt werden, wie es wünschenswert erscheint. Sehr dankenswert würde es sein, wenn sich den alten Freunden der Gesellschaft viele neue anschließen möchten, denn lediglich durch Hebung des Mitgliederbestandes könne die fast 200 Jahre alte Institution auf der Höhe ihrer segensreichen Wirksamkeit erhalten werden. An den sodann folgenden Bericht der Revisionskommission schloß sich die Entlastung des Vorstandes für die abgelaufenen drei .Jahre, worauf die . Vorstandswahl vollzogen wurde, mit dem Ergebnis, daß der bisherige Vorstand, dem die Herren Emil P i n c u s, Julius Cohn, Martin F e r n b a ch, Ernst Fiegel,-Heinrich Fränkel, Gustav Sachs, Siegfried Sachs , angehörten, einstimmig wiedergewählt wurde. Durch Zuruf erfolgte sodann die Wahl der Revisionskommission. Diese besteht, wie bisher, aus den Herren Emil Ury, D. Davidsohn, Nathan Cohn. 8eh. Berlin, 26. März. Der Liberale Verein sür die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde veranstaltete am 18. d. M. unter Leitung seines stellvertretenden Vorsitzenden Herrn Professor B lasch k e einen Vortragsabend im Tiergartenhof. Herr Professor H o r o w i tz sprach über „Die Entwicklung des alexandrinischen Judentums unter dem Einfluß Philos." Der Redner ging davon aus, daß auch das religiöse Leben dem Gesetze, der Entwicklung unterworfen sei. Ein Stillstand dürfe auch auf dem Gebiete der Religion und ihrer Formen niemals eintreten, da sie sonst erstarren würden. Gerade das Judentum habe sich durch alle Gefahren hindurch, die seinen Bestand bedrohten, nur durch Anpassung an die verschiedenen Kulturen und durch eine zeitgemäße Fortbildung erhalten können. Eine besonders große Gefahr sei die alexandrinische Epoche für das Judentum gewesen. Aber auch mit der griechischen Philosophie habe sich das Judentum auseinanderzusetzen verstanden und sich philosophisch legitimiert- Philo sei es gewesen, der sich hierbei um den Bestand des Judentums ein großes Verdienst ' Zu den. 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