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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-03-22 · Heft 12 (22.3.1912) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 12 (22.3.1912)
Date
1912-03-22
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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Ergötzung und Belehrung schöpfen^ wird,?-/HerrvJMzrat.Ep.?.r^b a.ch. 'aus Berlin, .dankte'dem Redner .tiefbewegt, und legte für sich und seine Söhne, deren Ausgabe es sein solle, ihrem großen Großvater nachzustreben, einen Kranz, auf das Grab seines Vaters. Hierauf sprach Herr .Geheimer Hofrat.Dr. Günter: „Zwei wichtige Tage seien es, welche Nordstetten mit der literarischen Welt verbunden haben, der Tag der Geburt .und der Tag des Todes des Dichters. Zwischenhinein.falle-das Wirken.und. Schassen Auerbachs, der seinen Geburtsort nie vergessen, und den es immer« wieder, hierher gezogen habe, um auf Heimatboden neue Kraft zu suchen. Namens des Schillervereins, der den literarischen Nachlaß Auerbachs bewahre, lege er-den Kranz der Ehre am Grabe nieder." Herr cand. Phil. Schleich widmete dem berühmten „Philister der? Burschenschaft Germania", Tübingen , einen Kranz mit schwarz - gold - roter Schleife und hielt eine, von großer Begeisterung .und Verehrung für den .Dichter getragene Ansprache. Herr Lehrer Stern aus Mühringen, welcher vor dreißig Jahren der denkwürdigen Beisetzung Auerbachs .beigewohnt hat, erinnerte an die Ausführungen des damaligen Leichenredners, des Rabbiners Dr. Si l der m ann, der von Auerbach.sagte, wenn es ihm auch infolge widriger Umstände nicht beschieden gewesen, seinen ursprünglichen Beruf zwergreifen, und die Kanzel.ihm verboten worden fei, so habe er es doch verstanden, eine andere Kanzel zu suchen, von welcher herab er.sich in der ganzen Welt Gehör verschafft habe. Hierauf sang ein Doppelquartett das ergreifende Lied „Es ist bestimmt in. Gottes Rat". Sodann begab sich der Festzug zurück ins Dorf, wo vor dem Geburtshaufe des Dichters der greise Schultheiß Schneider h a n mit herzlichen Worten . und sichtlich bewegt, die Festgäste begrüßte und für ihr Erscheinen dankte. Er widerholte das Gelöbnis, welches, er 1907 an derselben Stelle bei der Anbringung der Gedenktafel Auerbachs abgelegt hätte, das Anden k e n B e r t h o l d A u e r b a ch's. wer dein N o r d st e.t t e n i n E h r e n geh a l t e n .w erden, solange noch des Schwarzwalds Tannen rauschen. Mit dem vom Liederkranz vorgetragenen Lied „O Schwarzwald, o Heimat, wie bist du so schön" schloß die einfache, aber wirkungsvolle Gedenkfeier, welche ein schönes Zeugnis nblegte von dem freundlichen Zusammenleben der Konfessionen in unserem Schtvarzwalddorfe. Am Abend fand noch eine Gemeindeseier in der Brauerei Maier m statt,, zin her: auch was dm benachbarten Ortschaften Beamte und -Privatpersonen sich -eingefunden-'hatteii, darunter als Vertreter des israelitischeil. Kirchenvorstehqramtes, Horb -Herr Sanitatsrat Dr. . R v.'f.e n f e.l-.d. Während diesep-Wqndfeier--wurden verschiedene Wunschtelegramme auswärtiger Eingeladener und ein in herzlichen Worten gehaltener Brief von Anto.w Bettelheim, dem Biographen B. Auerbachs, zux Verlesung gebracht ,. Oesterretch-Mngsrn. K. Wien, 15. Mürz. Die G e m e i n d e r a t s w a h l e n stehen vor der Tür, und nun geht die Hetze gegen die Juden wieder los. Die ' christlich-sozialen Machthaber entfalten jetzt eine, fieberhafte Tätigkeit, um ihre Mandate-wieder zu erobern. Die Kampfmittel, deren sie sich dabei bedienen, sind dieselben geblieben wie zu Beginn ihrer Herrschaft: Lüge und Verleumdung. Dazu kommt.noch ein gewisser. Terrorismus, den sie zu verbreiten suchen, um teils ein- . zuschüchtern, teils ihre alte Herrschaft zu dokumentieren. So.wurde vor einigen Tagen in den Abendstunden ein Demonstrationszng veranstaltet, an dem etwa 500 Personen teilnahmen. Die Demonstranten, unter denen man auch viele „Damen" erblickte,, schrien an jeder Straßenecke „Nieder mit den Juden!" und „Hoch Lueger!" Auf dem Kärntnerring entstand infolgedessen eine kleine Panik; viele. Passanten.ergriffen die Flucht und einige Geschäftsleute ließen rasch die Ryllbnlken herab. Vor dem „Grand Hotel" versuchten die Demonstranten jüdische Reifende mit Stöcken zu attackieren. Vor dem Rathaus wurden aufreizende Reden gegen die Juden gehalten, ebenso vor der Redaktion der „Reichspost", wo der'antisemitische Reichsratsabgeordnete Jerzabek eine Rede hielt, die wegen ihres judenfeindlichen Inhaltes großen Beifall bei den Demonstranten fand. — Am 13. d. M. beging, der in weitesten Kreisen rühmlichst bekannte Musikprofessor Jakob M. Grün sein 75. Geburtsfest. 1837 in Budapest geboren, zog er als Kind nach Wien, wo er bei Josef Böhm das Biolinspiel erlernte und so schnelle Fortschritte machte, daß er schon als achtzehnjähriger Jüngling im Leipziger Gewandhause debütieren konnte. Drei Jahre später fand Grün eine Anstellung iw der Hoskapelle in Weimar, kam dann nach Hannover und wurde! j&Mtr Gßn^otHA AW/Ow|4' <£! Eingetragene. Zum nDG-^oste empfehlen wir unsere auf der Pariser Weltausstellung mit der goldenen Medaille prämiierten npa mra Prima Kanarien - Edelroller M» wunderb. Tourensänger in herrlich. Klangfarbe, n. Güte 8, 10,12, {5 b. l&M 30m. Zuchtweibch.3u. q.rn. Nachn. «y Gar. f. wert, leb. Ank. Lhrenh. Bedien, wie seit 30 Jahren, preisbuch umsonst. Zuchtbuch 50 Pf. Brief n Georg Brühl. KStzschenlroda E. 51 - Auch -er hartnäckigste Husten hält den -erprobten Wildert-Tabletten nicht stand, so steht in. einem dev zahlreichen Zeugnisse über dieses ausgezeichnete Mittel zu lesen. 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