Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1912)
- Date
- 1912-03-22
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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wie Vorstände von Stiftungen und Institutionen sie bei Konkurrenzen nicht zuzögen, .während sie bei gleich guten Leistungen, wenn auch keine Bevorzugung, so doch mindestens Berücksichtigung als selbstverständlich vorausgesetzt hätten. Dem Leser unserer Jahresberichte wird es nicht entgehen, daß diese Klagen, deren Unterlagen im einzelnen .nicht nachprüfbar sind, in unseren Mitteilungen stetig wiederkehren,, ohne daß wir Abhilfe schassen könnten. Wir hoffen und vertrauen aber, daß unsere Mitglieder in Zukunft mehr als bisher unseren heimatlichen, seit 76 Jahren bestehenden Verein unterstützen und uns Helsen werden, die Jugend dem Handwerk nicht bloß zuzusühren, sondern durch verständige und wohlwollende Förderung ihrer Interessen auch dauernd dem Handwerh zu erhalten." Dem Verein sind durch letztwillige Verfügung des weil. Dr. med. Rosenberg 2000 Mark zugewendet. Ferner wurden dem Verein von dem inzwischen verstorbenen Komerzienrat Sigmund Meyer aus Anlaß seines siebzigsten Geburtstages und von seinen Erben zu seinem ehrenden Gedächtnis je 200 Mark überwiesen, welche im Sinne des Verklärten dem notleidenden Meistersonds, dessen geringer Bestand für die gestellten Anforderungen nicht im Entferntesten ausreicht, zugeführt wurden. Ebenso erwähnt der Bericht die Uebermittlung von 150 Mark aus den Erträgnissen des hannoverschen Blumentages, sowie die Zuwendung von jährlich 100 bzw. 75 Mark aus der Louis-E P h r a i m - M e y e r - S t i f t u n g und aus der Eduard-und-Antonie-S P i e gelbe r g - S t i s t u n g , welch letztere Beträge verwendet wurden, um einigen durch Führung und Fortschritte sich auszeichnenden Lehrlingen Prämien in Gestalt von Anzügen bei Beginn des neuen Lehrzahres zu geben. Das Gesamtvermögen des Vereins beträgt 24 683.30 Mark. Aus der Direktion ist durch den Tod ausgeschieden Herr Kommerzienrat Sigmund Meyer zu Hannover, der lange Jahrzehnte in Befolgung der vornehmen Tradition seines Hauses und seiner Familie dem Verein als Mitglied, dann als Vorsitzender der Direktion angehörte. Der Verein wird des Verklärten stets in Dankbarkeit und Verehrung gedenken. Die Direktion des Vereins ist aus folgenden. Herren zusammengesetzt: Senator Dr. Meyer, Justizrat, Vorsitzender; Benfey III, Rechtsanwalt; Joseph Berliner, Schriftführer, Georg Cohn, Baurat Dun aj, Julius Mendel, Schatzmeister. e/*> Nordstetten, 15. März. Unser idyllisch aus einer Vorhöhe des Schwarzwalds gelegenes Dörfchen war am 28. v. M. der Schauplatz einer erhebenden Feier, dem Andenken des berühmten Erzählers der Scharzwälder Dorfgeschichten, ursprünglichen Rabbinatskandidaten Berthold Auerbach gewidmet, der hier am - 28. Februar 1812 das Licht der Welt erblickt und am 15. Februar 1882' die lchte Ruhestätte auf dem israelitischen Friedhofe gefunden hat. Im voraus sei bemerkt, daß.diese Feier von der Ortsbehörde angeordnet war, .und daß die ganze Einwohnerschaft unit Lust und Liebe sich an allen Veranstaltungen beteiligt hat... Am Abend des 27. Februar leuchtete aus freiem Felde ein gewaltiges Höhenfeuer hinaus ins Schwabenland. Die Rordstetter sammelten sich zu Hunderten um das Feuer und sangen in fröhlichster Stimmung schwäbische Volkslieder. Nach dieser volkstümlichen Vorfeier fand am Vormittag des 28. Februar, vom schönsten Frühlingswetter begünstigt, die eigentliche Gedächtnisfeier statt. Um 10 Uhr bewegte sich ein langer Festzug vom Rathause durch das beflaggte Dorf,, den Schauplatz der meisten Schwarzwälder Dorfgeschichten, zum israelitischen Friedhofe. Voran schritt die gesamte Schuljugend, geführt von ihren Lehrern. Dann folgte der Liederkranz mit Vereinsfahne, die Ortsbehörde mit dem katholischen Ortsgeistlichen, Hofrat Professor Dr. Günter als Abgesandter des Schwäbischen Schillervereins, Älbgesandte der Burschenschaft Germania in Tübingen, der Sohn des Dichters, Justizrat Eugen Auerbach, Berlin, das israelitische Kirchenvorsteheramt, die Rordstetter Einwohnerschaft und zahlreiche Gäste - aus nah und fern. Nach der Ankunft auf dem Friedhof sang der Liederkranz den Silcherschen Chorgesang „Stumm schläft der Sänger". Dann hielt Lehrer Wochenmark aus Nordstetten, der vom Schultheißenamt aufgestellte Festrednerdie Gedächtnisrede, aus der wir folgende Worte wiedergeben: „Wie könnten, wie dürsten auch Dichterwerke vergessen werden, welche sich durch einen hohen Grad künstlerischer Vollendung und durch großen Reichtum an Gemüt und Herzenstiefe so auszeichnen wie Auerbachs Dorfgeschichten! Wie könnte, wie dürste ein Dichter bei seinem deutschen Volke tot und vergessen sein, der es so geliebt mit allen Fasern seines Herzens, der nicht bloß zur Entwicklung der deutschen Literatur, sondern nach dem.Zeugnisse bedeutender Historiker zu Deutschlands Einigung soviel beigetragen hat wie Berthold Auerbach! Wie könnte, wie dürfte die gesittete Menschheit einen Mann vergessen, der von sich mit allem Rechte sagen durste: „Ich wollte stets nur das Gute mit dem ganzen Einsätze all meines Sein und Denkens!" Oder wie könnten, wie dürften auch die Rordstetter den vergessen, der ihren Namen berühmt gemacht nicht bloß in allen deutschen Gauen, sondern auch hinaus über Deutschlands Grenzen und bis in die fernsten Länder! Nein, hochansehnliche Versammlung, Berthold Auerbach ist kein Toter und Vergessener, er ist ein Lebendiger geblieben und er wird ein Lebendiger bleiben bei seinem deutschen Volke, das auch fernerhin aus seinen Werken Leine rieinoilteurunZ mehr weil bei Benutzung des aus Pflanzenstoffen hergestellten Mohrsclien Pflanzentleisch-Extrakts „Ochsena“ 1 Tasse Bouillonsuppe mit kräftigem, würzigem Fleischgeschmack nur einen Pfennig kostet. „Ochsena“ gibt jeder schwachen, hellen Fleischsupue, Braten-Sauce, Ragout, Gulasch die gewünschte braune Färbung und kräftigen, würzigen Flfiscligeschmaek. „Ochsena“ ist auch vollständiger Fleischersatz zum Mittagessen in allen Suppen aus Gemüse, HLilsenfrüehten (Erbsen, Bohnen, Linsen), Kartoffeln, Reis, Grütze, Nudeln, Graupen, Quäker Oats usw. 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