Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1912)
- Date
- 1912-03-22
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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68 (6,8%) in der Kur' verblieben. Außerdem wurden -in der Polikliink noch 2261 Patienten behandelt. Neben dem Primärarzt Herrn Geh. Sanitätsrat Dr. S a n d b e r g wirkten in der medizinischen Abteilung zu Beginn des Jahres als Sekundärarzt Herr Dr. L ö w i, nach dessen Ausscheiden Herr Dr.' Salzberger. Als Assistenzärzte waren ferner die Herren Dr. Heinemann und Dr. Löwen stein tätig. An Stelle'des letzteren trat am 1. Juli Fräulein Dr. C o h n. — In der chirurgischen Abteilung-, als deren Primürarzt Herr Pros. Dr. G. Gott st ein wirkte, kamen 761 Patienten zur Behandlung und zwar 554 jüdischer, 135-evangelischer nnd 62 katholischer Religion. Als geheilt entlassen wurden 417 (55,5%), als gebessert 178 Patienten (23,7%), als ungeheilt 37 Patienten (4,9%), gestorben sind 49, davon-4 sterbend eingelieferte (6,5%), während die übrigen teils in eine andere Abteilung verlegt, teils noch in Behandlung blieben. In der ' chirurgischen Poliklinik wurden 1452 Patienten behandelt. Das Verzeichnis enthält dann noch statistische Daten über die Benutzung des Röntgeninstituts und über die Fülle der wissenschaftlichen' Publikationen in der medizinischen Fachpresse durch die Aerzte dieser Abteilung. — In der gynäkologischen Abteilung wurden 169 Frauen, und zwar 133 jüdische, 24 evangelische und 12 katholische behandelt, außerdem in der Poli-. klinik 216 Patientinnen und schließlich auf der Station für Augenkranke 109 Patienten (81 geheilt, 17 gebessert und 4 ungeheilt), in der Poliklinik noch 500 Augenkranke behandelt. Von Interesse ist noch, daß im Jahre 1911 von den in der staatlich anerkannten Krankenpflegeschule des Krankenhauses ausgebildeten Lehrschwestern 7 ihre Lehrzeit beendeten und sämtliche die staatliche Prüfung bestanden Haben. kr. Schwersenz, 15. März. Unsere Gemeinde rüstet sich für Sonnabend, den 23. d. M. zu einer seltenen Feier. An dem Tage wird in der Synagvge eine Sepher Thora eingeweiht, die der Kaufmann Aron Katz von hier mit schön und kunstvoll gearbeiteter Thorabekleidung, mit Kanzel- und Schulchandecke, mit einem Vorhang für die heilige Lade, alles aufs prächtigste hergestellt und bezogen von der Kunststickereihandlung Joel-Hamburg, aus Anlaß seines sechzigsten Geburtstages, welchen er am 22. d. M. begeht, unserer Synagoge spendete Zahlreiche ehrende Kundgebungen werden für diesen Tag für Herrn Aron Katz geplant, der sich' nicht nur durch seine außerordentliche Tüchtigkeit, gepaart mit strengster Rechtlichkeil, als Kaufmann über unsere Stadt und über unsere Provinz hinaus einen Rüs erworben hat, sondern der auch wegen" seiner hervorragenden Charaktereigenschaften in weiten Kreisen Achtung in besonders hohem Maße genießt. Von den hohen Aufgaben des Judentums durchdrungen und von tiefster Frömmigkeit beseelt, läßt er es sich seit Jahrzehnten angelegen fein, alle jüdischen gemeinnützigen Institutionen, insbesondere aber die unserer Gemeinde, in der er geboren und erzogen worden ist, zu erhalten und zu ' fördern. Er gehört seit länger als 30 Jahren dem Repräsentantenkollegium unserer Gemeinde an und führt Jahre hindurch in demselben den Vorsitz. Geschäftlich ständig auf Reisen, besucht er den Gottesdienst, so oft er täglich äbgehalten wird, wenn er am Orte weilt, und aus sein vorbildliches Beispiel ist es zurückzusühren, daß hier täglich mit Minjan gebetet wird, trotzdem unsere Gemeinde an Zahl sehr abgenommen hat. Wenn unsere Chewra Kcdischah noch in der Lage ist, mit Bezug aus die' hohen Ausgaben, die sie sich auf dem Gebiete der wohltätigen Nächstenliebe stellt, zu erfüllen, so verdankt sie es den großen und hochherzigen Zuwendungen, die des öfteren Herr Katz dieser Gemeinschaft macht. Einen bildenden Einfluß auf unsere Gemeindemitglieder übt besonders der Literaturverein aus, den Herr Katz gegründet und in dem er seit seiner Gründung den Vorsitz führt. Seine liebenswürdige, sympathische Persönlichkeit trägt auch dazu bei, daß die hiesige jüdische Gemeinde innerhalb des politischen Gemeinwesens ihre alte angesehene Stellung behauptet, wenn von zehn Stadtverordneten drei jüdischer Konfession sind. Herr Aron Katz selbst gehört dem Magistrat an, nachdem er eine Reihe von Jahren das Amt eines Stadtverordneten bekleidet hatte. Er hat den hiesigen Kriegerverein und die hiesige Darlehnskasse mitbegründet nnd gehört dem Vorstande beider Vereine seit dem Bestehen derselben an. Die hiesige Heimstättengenossenschast, die sich kürzlich hier gebildet hat, zeigte ihm ihr Vertrauen, indem sie ihn in den Aüfsichtsrat berief. So gereicht Herr Katz durch die Art, wie er sich für alles Hohe, Edle und Gute begeistert 'und zu verwirklichen sucht, durch sein warmsühlendes Herz für die Freuden und Leiden seiner Mitmenschen sowie durch seine einflußreiche Stellung, die > r im hiesigen Kommunalwesen ein- Wetche jüdische Frau in ganz soralosen, sicheren' Verhältnissen winde akademisch gebildetem Herrn mit Titel, bestem Charakter und Wissen Berufsarbeit etwas'erleichtern. Abhold Gesellschaft, Kongressen und Ausstellung, wünscht er sich eine Frau genau wie Schillers Lotte, wenn auch nicht so jung und hübsch, sondern seinem Alter entsprechend. Sie mutz Sinn haben für jüdische Familie, Poesie und Häuslichkeit,. sanft und sehr gut fern. Bevorzugt, daß sie ohne Anhang alleinstehend, und in Pflichten aufgehen kann. Vermittler verbeten. Offerten unter R. G. 4370 an Exped. d. „Berliner Tageblatt", Berlin W, Potsdamerstr. 33. 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