Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1912)
- Date
- 1912-03-15
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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ein: die Kultusgemeinderepräsentanz mit Herrn Dr. R-o s e n b ach c r an der Spitze, alle Rabbiner von Prag und den Vororten, die Vertreter aller Synagogen und der altehrwürdigen Beerdigungsbrüderschaft, Hofrat Dr. Un g e r, Oberfinanzrat Dr: Ko sev ak, die Landesschulräte Dr. B e n d i e n e r und Dr. Kuh, kaiserlicher Rat Troll er und eine große Gemeinde von Leidtragenden, die den Tempel in seinen weiten Hallen füllte. Nach dem Mrnchagebet stimmte der Chor einen Trauerpsalm au, woraus Herr Rabbiner Dr. Emanuel- Schw arz die Gedenkrede hielt. Diese war ein musterhaftes Kunstwerk und machte einen überwältigendeil Eindruck auf die vornehme Versammlung. Nach Absingung eines Chorales sprach der Rabbiner das Kaddisch, womit die Feier würdig und weihevoll schloß. — Aussig, 10. März. Von allgemeinem Interesse dürfte dre Nachricht - von der letzten A u s st e l l u n g der Bezalel - Er - z e u g n i s s e i n - A u s s i g sein, die das wachsende Jnreresse bezeugt, das den Tendenzen der Kunstgewcrbeschule Bezalel in Jerusalem in. immer weiteren Kreisen unserer' Glaubensgemeinschaft entgegengcbracht wird und den Erzeugnissen der Schule ein rmmer größeres Absatzgebiet-sichert. Das Protektorat-über die Ausstellung hat Herr Kommerzialrat Ed. I. W e i n m a n n in liebenswürdiger Weise übernommen, während das Komitee unter dem Vorsitze des Herrn Rabbiners Dr. Arthur Rosenzweig Damen und Herren aller jüdischen Kreise Aussigs-umfaßt. Ueber die Eröffnungsfeier selbst, die in Gegenwart der Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden in feierlicher Weise stattfand, schreibt das Aussiger Tageblatt: „Im Namen des veranstaltenden Komitees begrüßte Rabbiner Dr. Nosenzweig die Erschienenen, besonders die Ehrengäste, die Damen Karola Lendecke, Statthaltereiratsgattin und Minna O h u sorg, Bürgersmeistersgattin; die Herren k. k. Bezirkskommissar I e l l i n e k, Stadtrat O st e r m a n n. Kommerzialrat Weinmann-, den Protektor der Ausstellung und die Vertreter des Prager Vereines „Bezalel". Redner verwies auf die Bedeutung der Ausstellung, deren Objekte in der Kunstgewerbeschule zu Jerusalem hergeftellt wurden und hob hervor, daß deren Erzeugung.den Zweck habe, der dortigen, armen jüdischen Bevölkerung einen Erwerb zu sichern. Für diese Schule haben sich hervorragende Männer der internationalen. Kunst, wie Israels und- Liebermann ... interessiert. Die exponierten Gegenstände aus. allen Gebieten des.Kunstgewerbes zeugen für die Erfolge der Anstalt, -Nachdem Herr Dr. Wittenberg namens der Aussiger Kultusgemeinde und Dr. Wellisch (Prag) namens, des Vereins „Bezalel" in warmen Worten auf den humanitären ° und kulturellen Zweck der Veranstaltung ■ verwiesen hatten; erklärte Herr Kommerzialrat R. Weinmann die Ausstellung für eröffnet. Daran schloß' sich die Besichtigung der exponierten Gegenstände. Es sind dies Intarsien,'Metallätzarbeiten, Spitzen, Filigranarbeiten, Radierungen des Malers St rück u. a. m.. Die geschmackvoll arrangierte Ausstellüng enthält viele interessante Objekte und kann zum Besuche bestens empfohlen werden." Die Ausstellung, die vom 11. bis zum 18. v. M. in der- Veranda des hiesigen Dampfschiff- Hotels zu besichtigen war, erfreute sich eines überaus regen Zuspruchs. K. BrrÜdpest, 10, März^ In unserer "Gemeinde macht folgende Affäre sehr'viel von sich reden. Ende Februar starb hier der Vizepräsident der '.Budapester Effektenbörse, Max v. N e u man n im 74. Lebensjahre. Der Verstorbene galt stets als Jude, und man war deshalb nicht wenig überrascht, als man in den Tageblättern las, daß seine Beerdigung auf dem'katholischen Friedhofe'in Budapest nach römisch-katholischem Ritus stattfinden werde. Es war allgemein bekannt, daß der Verstorbene auf dem jüdischen Friedhöfe in einer anderen jüdischen Gemeinde eine Grabstätte für sich angekauft hatte,, um an' der Seite seiner jüdischen Gattin und seines jüdischen Bruders dereinst beerdigt zu werden'. Die Budapester „Chewrä' Kadischa" vermutet nicht mit Anrecht, daß Herr v. Neümann in - seinen' letzten Lebensstunden und zu einer Zeit getauft wurde, da er nicht mehr bei vollem Bewußtsein war. Der Sekretär der Budapester „Chewra Kadischa" versendet folgende Erklärung: 'Neumann war' bis an sein Lebensende Mitglied unserer „sronunen Bruderschaft" und Steuerzahler der israelitischen Kultusgemeinde. Er besuchte auch sämtliche Sitzungen Und Generalversammlungen der „Chewra Kaidschä" Und nahm an der Brüderschaft jederzeit lebhaftes Interesse. Beim' Rabbinat war der Austritt Neumanns ans'dem Verbände des Judentums nicht angemeldet worden, welche Anmeldung nach dem Landesgesetz vor Annahme der Taufe unbedingt zu erfolgen hat. Auf die Vorstellung des Rabbinates erklärte der Sohn des Verstorbenen, daß sein Vater kurz vor seinem Tode nach römisch-katholischem Ritus getauft wurde. Dies bestätigte aucki der katholische Pfarrer Dr. E. Huszar, der hinzufügte, daß er die Gebrüder Hämmer Hoflieferanten Seiner Majestät des Kaisers und Königs ^BERLIN W 8 Mohrenstrasse 56 TelephonAmt Zentrum, 685 5457 Einrichtung einer Herrschaftsküche. Moderne Köchen ■ für Schlösser, Villen, Landsitze, ' .^Hotels, Restaurants, Cafös, ,v Krankenhäuser und Kantinen. Wäscherei-^ Warmwasseru; Kühlanlagen, Kantine, Heizkörper-Verkleidungen in gediegensterAusführung. Ölen aller Systeme. 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