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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-03-08 · Heft 10 (8.3.1912) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 10 (8.3.1912)
Date
1912-03-08
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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nale Studenten versuchten Einlaß in den bereits überfüllten. Saal zu erzwingen, wurden aber liün\ der Polizei zurückgedrängt. und auseinandergesprengt. . Diese Vorfälle wiederholten sich mehrere - Male, bis die Polizei durch Vornehme einiger Verhaftungen und durch, energische Räumung der Seitengasse den Kundgebungen ein Ende machte. Aber auch im Vorträge selbst ereigneten sich lärmende Tumulte. -An die Ausführungen Dr. G r unw ald s sollte sich eine Diskussion anschließen, für. die sich bereits zahlreiche gegnerische Redner.vorgemerkt hatten. Angesichts der herrschenden Erregung verfügte aber das Präsidium die Absage der,Diskussion, was Anlaß zu lauten Lärmszenen gab, An deren Folge die Versammlung geschlossen wurde. Ein Teil der Anwesenden wurde gewaltsam aus dem Saale, entfernt. Die Jüdischnationalen, nunmehr in der Majorität, setzten dann die Versammlung fort, die bis spät in der Nacht dauerte. Die antisemitische Presse benutzt diesen Anlaß, um gegen das Judentum Stimmung zu machen. Tie „Reichspost" berichtet, daß einige Demonstranten geschrien haben sollen: „Das Judentum wird bestehen, weil wir das Kapital und daher die Macht haben." Selbstredend ist Diese Behauptung eine krasse Unwahrheit, wenn auch zugegeben werden muß, daß solche . Znsammenstöße, wie. die am letzten Sonntag, dem Judentum nicht zur Ehre gereichen. — Der akademische Senat der Universität Czernowitz (Bukowina) verhängte über die jüdischnationalen Stüdententvrporationen das Farbenverbot. wegen einer in den Blättern veröffentlichten Erklärung, in welcher die gematzregelten Verbindungen ihr ostentatives Fernbleiben von der Jnaugurationsseier mit dem ablehnenden Verhalten der Universität gegenüber der jahrelangen Forderung um Anerkennung der jüdischen Nationalität motivierten. Am 24.- Februar fanden im Universitütsgebäude stürmische Demonstrationen stat, weil der Rektor zur Abhaltung einer Versammlung den Saal der'Universität verweigerte. Die jüdischen Studenten zogen vor die Wohnung des Professors Petretek, welchen sie als den vermeintlichen Anstifter der Maßregelung, hielten, und veranstalteten eine Katzenmusik. Eine Protestversammlung im Musikvereinssaale beschloß, den Kamps, mit allen Miteln fortzuführen. — Das lächerliche Gebaren dieser jungen. Hitzköpfe gereicht, weder ihnen selbst noch der | Sache' des Judentums, die sie angeblich vertreten, zur besonderen Ehre. Schweden. Mi F. Stockholm, 28. Februar. Sonntag, den 18. Februar,, feierte Herr Rabbiner Professor Dr. G. Klein, Hierselbst, seinen sechzigsten Geburtstag. Schon früh am Vormittag machten ihm die nächsten Freunde der Familie ihre Aufwartung. Später erschienen die Vorsteher nebst zahlreichen Mitgliedern der hiesigen jüdischen Ge-, meinde im Hause des Jubilars, um ihm.ihre Glückwünsche persönlich darzubringen. Herr Ingenieur O s k a r Hi r sch, der derzeitige Vorsitzende des Vorstandes, richtete an den Jubilar eine herzliche Ansprache, in welcher er die außerordentliche Sympathie und Hochachtung der Gemeinde und deren Vertreter für den Jubilar zum Ausdruck brachte, und überreichte ihm gleichzeitig eine großartige Ehrengabe. Tiefbewegt dankte Herr Professor K l e i n für die ihm zuteil gewordenen Ehrenbezeigungen Und meinte unter anderem, daß ihin die Ehrung seitens seiner Gemeinde schon deshalb besonders wohltue, da er daraus ersehe, daß in der Gemeinde der jüdische Geist noch fortlebe, denn eine Gemeinde, die ihren Rabbiner so zu ehren versteht, beweist, daß sie die Thoradie jüdische Lehre, ehrt. Der Jubilar hatte an diesem Tage auch die Genugtuung, ein. beredtes Zeugnis über sein in Gelehrtenkreisen des In- und Auslandes weit verbreitetes Ansehen zu erhalten, indem ihm die Herren Professoren Tegner, Lund, Zettersteen und Söderblom, Upsala, und Hauptpastor Dr-. S. A. Fries, Stockholm, eine von ihnen selbst und von vielen anderen auf dem Gebiete der Religionswissenschaft und der semitischen Sprachforschung hervorragendem Männern Unterzeichnete, in hebräischer Sprache abgefaßte Adresse in feierlicher Weise-überreichten. Darunter befinden sich Namen wie Adolf Harnack, Berlin, Wilhelm Bacher und Ignatz G o l d z i h e r , Budapest, Frantz B u h l, Kopenhagen, S. Michel et, Christiania, und Immanuel Löw, Szegedin. In der Adresse, die hauptsächlich von Professor Zettersteen, Upsala, versaßt worden ist, wird Professor Kleins Bedeutung von drei Gesichtspunkten aus gewürdigt:- des Freundes, Forschers und Lehrers. Dle selbe schließt mit einem .Glückwunsch, in welchem die Anfangsbuch- TOmOR HDD IV W2 vollkommenster koscnerer JBrutter-brsatz. Bergestellt. unter flufsidit iSr. ehrwürden Rabbiner Dr.. B. Wolf, Cöln. Fleischig und milchig Verwendbar. Den strengsten Vorschriften entsprechend. Mandelmilch PHanzen-Buffer-margarine Gardine«-Wäsche und Appretur liefert als Spezialität sauber u. billig Waschanstalt »Reform*, Görlitzer Ufer 24, Fernsprecher. IV, 6649. UebernaHme jeder Art Hauswäsche usw. billigst. Ernst Frankfurter Tapezier und Dekorateur Berlin, Lietzenburger Strasse 3 empfiehlt sieh bestens.- Stotterer erhalten eine vollkommene natürliche Sprache in Prof. Rud. Denhardts Sprachheilanstalt Eisenach, nach d. Wissenschaft 1. bekannt.,staatl.ausgezeichn, ,;^r,qf. Rudo If, Denhardtschen Heilverfahren“. Prosp.grat. d. den leitend.Arzt: Dr. med. Th. 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