Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1912)
- Date
- 1912-03-08
- Page
- Seite 116 (sequence 8)
- Language
- German
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in!",1 'hy^eA.-Ake' grö^e.Rnzah^ solches Arbeiten ausgehen ' lassen,/ die.von dem Publikum mt großer Teilnahme ausgenommen wurden.: @eitv1876'. verösfen'tlich'tß,.er.!eMhöchshstchtt-. liche Anzahl von Schau- und Lustspielen,' die teils allein von 'ihm 'herrühreN,- - ttzils' W MitärbM-Mk - GKH- KiidÄLurg, ,,ge-^?Agentttchl'tt.llch'^mA!MMtiM anWeE Me-'ÄEBernWWund Sie eÄqisWn' Wmeist "einen ganz "Mßb'rvrd'entlichen Erfolg auf.großen und kleinen Buhnen Deutschlands. Er begann nlit dem Lustspiel „Philosophie des Unbewußten". Port seinen erfolgreichsten Stücken -seien' genannt:- „Der Probepfeil", „Die großem Glocke"/ „Ein Tropfen -Mft";'' „Das; Weiße'' Rößl^, „Großstadtluft", /,Mathias Gvllinger", „Fee Caprice", „Das Theater- Worf", „ Wenn ' wir altern", „ Der Schwur der Treues Diese und manche andere Stück verschafften ihm einen außerordentlichen ' Heiterkeitserfolg, daß er zu den meistaufgeführten Lustspieldichtern unserer Zeit zu rechnen ist. 'Geschickte Behandlungder Sprache, schlagender Witz, üppiger Reichtum der Erfindung, überraschende, drastische Situationen , possierliche. Verwicklungen machen die Stücke zu den unterhaltendsten, die die gegenwärtige Bühne besitzt. Große, soziale Probleme, Beteiligung an den politischen Angelegenheiten, durchgeführte Charakteristik der einzelnen Personen, Vertiefung sittlicher und. Kultursragen darf man bei. ihm nicht suchen. Er bewegt sich gern in. den Bahnen des älteren Lustspiels, hat keine-neue Richtung geschaffen und kann daher nicht als Literaturgröße betrachtet werden, von der eine eigenartige Entwicklung anhebt, . und der man Ewigkeitserfolge zuzusprechen - in' der Lage ist. Aber der furchtbare Zorn, ja der ingrimmige Haß, wie er zum Beispiel in R. M. Meyers Literaturgeschichte zum Ausbruch kommt, wo Blumenthal unter Kotzebue gestellt und ' hinter Saphir' gesetzt wird, scheint /mir in keiner Weise. gerechtfertigt. Von der Frivolität des ersteren ist er ebensoweit entfernt wie von der krampfhaften Wort- und - Witzhascherei des letzteren, vielmehr ist er ein unterhaltender, rasch beweglicher; mit der Technik des Dramas wohl vertrauter Lustfpieldichtec, freilich einer, der nur zu'oft auf die seichten Neigungen des großen'Haufens spekuliert, ein Schriftsteller, der es verstanden hat, ohne an seiner sprudelnden Kraft zu verlieren, ein Menschenalter hindurch sein Publikum zu amüsieren, und der sich von Plattheiten und Rohheiten mancher seiner Genossen freizuhalten sucht und durch die Glätte der Form, durch seinen unverwüstlichen Humor erfreut. Ein solcher Schriftsteller verdient nicht nur den reichen äußeren Erfolg, den ec in ganz ungewöhnlichem Maße davongetragen hat, sondern auch etwas mehr literarische Achtung, als ihm gemeinhin von den Berufskritikern zuteil wird. : L. G. ' Oskar Blumenthal. heimatlos. Aus der letzten polnischen Revolution. Von L e o Herz b e r g - F rä n ke l. in Menschenalter war verflössen, seitdem die Armeen des Zaren den großen Brand der polnischen Revolution von 1830/1831' löschten, die unter der Asche noch glimmenden Kohlen zertraten und was der Kugel, der Knute und dem Henker entging, inlangen, monatelangen, kettenklirrenden Märschen ' nach, den unwirtlichen Eisfeldern Sibiriens, eskortierten. Es gab da. reinen Unterschied des Standes des Ranges, des Alters und des Geschlechts; eisenschwer und. zermalmend lag die Hand des Kaisers Alexander II. auf den unglücklichen, blutgetränkten Provinzen wie einst jene des Königs Philipp II. und seines Alba auf den Niederlanden. Mit neronischer Gewalt und Willkür, unterstützt von Männern wie Fürst Paskiewitsch, Fürst Gortfchakofs 'und Graf Berg .wurde jedes politische und soziale Leben niedergehalten, und Polen lag wie ein weiter Kirchhof da. Die Blüte des Adels verwelkte in den Bergwerken des-Urals -und Kamtschatkas; viele Häupter der vornehmsten Familien, flüchtig, enteignet und verarmt, führten in Paris ein jämmerliches Dasein, obschon Napoleon III. und Kaiserin Eugenie, die immer mit nationalen Umtrieben kokettierten, zuweilen zu ihnen hinabstiegen. Von den Tuilerien aus. ergingen an die Emigranten die Weisungen für ihr Verhalten, in denen das stets unruhige, hin und her pendelnde Kaiserpaar. eine Reserve, einen Explodierungsftosf gegen das ' stolze Rußland unterhielt, wenn es gelten sollte, diese gewaltige Macht ein wenig zu erschüttern und im Innern zu beschäftigen. Auf die Initiative des unberechenbaren Franzosenkaisers ist es auch zurückzusühren, daß mitten im Frieden die Brandfackel angesteckt wurde. Leise zuerst, Hanz im stillen begann es 1862 im Polnischen Nationalkomitee,, an dessen Spitze der Präsumtive König von Polen/ Fürst Adam Czartoryski' stand, zu gären. Die. politische Stagnation geriet in '' Bewegung. Das Exekutivkomitee, in Warschau ' mobilisierte ' seine Mitglieder. Den Vorsitz führte ein Graf Kronowski, ein /Fanatiker von ziemlich. schäbigem Charakter, ^eminenter Unbeliebtheit und geringer Fähigkeit. Die eigentliche Seele -'dieser Vereinigung,'der Geist, der sie belebte, die Hand, die sie . leitete, war eine junge, schöne, vornehme Dame, Diplomat und Feldherr zugleich;-zum Herrschen..geboren und erkoren, von . allen Parteien und gesellschastlichen Schichten der Bevölkerung .verehrt, dersogar die Adjutanten des Generalgöuverneilrs> ja dieser selbst den Hof machten und sie-soimmun-,gegenüber