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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-02-23 · Heft 8 (23.2.1912) · p. Seite 96

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 8 (23.2.1912)
Date
1912-02-23
Page
Seite 96 (sequence 12)
Language
German
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einen Sinn zu finden. Der eine steht S. 89, der andere S. 96. -Sie lauten folgendermaßen: „Wir müssen, wenn wir wieder ein großes Judentum haben wollen, dem Kampf um die Tatidee seine Größe wiedergeben. Wenn es heute wieder Menschen gibt, die den ganzen Stolz und.die'ganze Herrlichkeit des Judenlums in ihrer Seele erleben, müssen sie danach Verlangen tragen, daß das Streben des Volksgeistes nach der Tat sich erneuere, und daß ihm eine neue Gestalt nach unserem eigenen neuen Weltgefühl gegeben werde." „Das wahre Leben des Judentums, wie jedes schaffenden Volkes wahres Leben, ist das, welches ich das absolute genannt habe; dieses einzig ist fähig, ein nicht lediglich aggressives oder defensives, sondern ein positives Volksbewußtsein, das Bewußtsein von der unsterblichen Substanz des Volkes' zu schaffen. In der Gegenwart kennt das jüdische Volk nur das relative Leben; es muß das absolute Leben, es muß das lebendige Judentüm wiedergewinnen." L. G. * - — Abeles, Arnim. Der kleine Versöhnungstag. 16 S. Wien, 1911. Selbstverlag des Verfassers. Der „kleine Versöhnungstag". *]£0p “TlÖD DV gehört zu den spätesten jüdischen Einrichtungen und hat es nie zu allgemeiner Anerkennung gebracht. Der Verfasser zeigt in der vorliegenden Studie, wie es dazu gekommen ist, daß, während ursprüglich das Fasten am Neumondstage und am Rüsttage dazu verboten war, später auf den Tag vor dem Neumond ein besonderer Fasttag gelegt und mit allen Eigentümlichkeiten des Versöhnungstages ausgestattet worden ist. Der Ursprung dieses kleinen Versöhnungstages führt in den Kreis des Kabbalisten Js. Lurja (XVI.JHdt.) zurück, der Name findet sich zuerst bei Moses Cordouero (S. 11). Aus Palästina wurde der kleine Versöhnungstag nach Italien übertragen und dort mit einem eigenen Ritual ausgestattet; während zuweilen angenommen würde, daß dieses Ritual von Leo da Modena herrührt, weist der Verfasser nach, daß nur der Pizmon aus Leos Feder stammt, während die übrigen Teile, die auch sonst in der Liturgie, namentlich am Versöhnungstag, Vorkommen, durch die damals zahlreichen kabbalistischen Vereine in Italien zusammengestellt wurden. Eine Beschränkung der Liturgie beschließt die Studie. Die Abhandlung bietet wenig Neues, der Verfasser unterläßt es, aus den von den kabbalistischen Größen herstammenden Werken und den zahlreichen kleineren oder größeren Gebetstücken aus jener Zeit Nachrichten übev.seinen Gegenstand zu ermitteln. Die Aufstellungen über die Liturgie bedürfen insofern der Berichtigung, als sie hauptsächlich die in Palästina und Italien heimische alte Form der Selichot enthalt; im deutschen.und polnischen Ritus sind die Selichot im Laufe der Zeit, völlig umgestaltet worden, darum mutet uns die alte Art, wie sie am kleinen Versöhnungstag vorliegt, so seltsam an. I. Elbo gen. ■ ri&V ■ ' . Mchereinisuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten^ Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. . Zadoc Kahn par Julien Weill. Paris, Librairie Felix Alcan. 1912. Monatsschrift, für Geschichte, und Wissenschaft des . Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Braun. 55. Jahrg. Hest 9/10. Breslau, Kvevnersche Verlagsbuchhandlung. Susiana. Ein persisches Heldenepos von Ben Jair. Frankfurt a. M. Verlag von Ä. I. Hosmaun. 1912. Zionistisches Merkbuch von Hugo Schachtel. 1912. 3. stark vermehrte und verbesserte Auflage. Preis 25 Pfg. Herausgegeben vom Actions-Comite der Zionistischen Organisation. . Liberales Judentum. Monatsschrift für die religiösen Interessen des Judentums. Herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland unter der Redaktion von Dr. C. Seligmann, Rabbiner in Frankfurt a. M. 4. Jahrg., Heft 1-. Kurzgesaßte Deutsche Literaturgeschichte. Ein Volksbuch von Eduard Engel. 6. durchgesehene Auslage. Wien, F. Teurpskh. Leipzig, G. Frehtag G. m.'b. H. Zeitschrift für Demographie und Statistik der- Juden. Herausgegeben vom. Bureau für Statistik der Juden. 8. Jahrg. Nö. 1, Januar 1912. Philosophie als Wissenschaft von Paul Carus... Uebersetzt von des Verfassers Pamphlet The Philosophy of Form. The open Court .Publishing Co. Chicago U. S. A; 19ll. ■ -,-■■■ ,; . Predigt, gehalten am siebenten Tage des Pesachsestes von Herrn Rabb. Dr. Hochfeld in Berlin, veröffentlicht vom Vorstand der „Hilfskasse" der Kantoren in Deutschland. Berlin 1912. , Judentausen von Werner Sombart und namhaften Professoren deutscher Universitäten. 1912J Georg Müller Verlag. München. Werner Sombart: Die Zukunft der Juden. Leipzig, Verlag von Duncker u. Humblot, 1912. Friedrich Delitzsch, der' Apostel der neubabhlonischen Religion. - Ein Mahnruf an das deutsche Volk von Dr. Hermann Klüger. Leipzig, Krüger u. Co., 1912. ' Elkanah ben Aaron. Die moralische Weltordnung und das Gesetz .der- Menschengeschicke. Erster Teil. Zweites Buch. Drittes Buch. Leipzig, Kommissionsverlag von Otto Wigand m. b..H., 1912. . Börnes -Werke. Historisch - kritische Ausgabe in zlvölf Bänden. Herausgegeben von Ludwig Geiger in Verbindung mit Jules Dresch, Rudolf Fürst, Erwin Kalischer, Alfred Klaar, Alfred Stern und Leon Zeitlin. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co. Erster Band: Jugendschriften, herausgegebvn von Ludwig Geiger und Leon Zeitlin. ' Dramaturgische Blätter I, herausgegeben von Erwin Kalischer. Mit einer Einleitung versehen von Alfred Klacir.— Zweiter Band: Dramaturgische Blätter II, herausgegeben von Erwin Kalischer. Vermischte Aufsätze, Erzählungen, Reisen I. Herausgegeben von Rudolf Fürst. Dritter'Band: Vermischte Aussätze, Erzählungen, ■ Reisen II. Herausgegeben von Rudolf Fürst. The construction ok The Tabernacle by Ephraim M. Epstein M. A. M. D. Chicago The Open Court Publishing Company. 1911. Central Conference of American Rabbis. St. Paul and Minneapolis, Minn. 1911. Year Book. Vol. XXI. •' ' Z!^ Sprechfaal. Sehr geehrter Herr Geheimrat! hre Notiz bezüglich der „Velh.-Kl. Monatshefte" in Nr. 4 Seite 41 der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" erinnert mich an ähnliche Erfahrungen, die ich vor einigen.Jahren mit den genannten Monatshefteä gemacht habe. In der Rubrik „Bücherschau", versaßt von Paul v. Sczepanski, fanden sich antisemitische Gehässigkeiten, .die den - Phrasenschatz der antisemitischen Tageszeitungen in..dieses Familienblatt übertrugen. Herr v. Sczepanski. äußerte seine Freude darüber, daß den Antisemiten ein Artikel in Meyers Konversationslexikon gewidmet sei. Dann hieß es an einer Stelle: „Dieses Streben nach materiellem Besitz und Intoleranz gegen alledenen dieses alleinige Streben verwerflich erscheint, sind die augenblicklich führenden Mächte im Judentum." — An einer ianderen Stelle wird aus dem besprochenen Roman ein evangelischer 'Geistlicher'erwähnt, der einer . armen Judenfrau 20 Mark schenkt, und daran die Bemerkung geknüpft: „Nach orthodoxer wie.nach liberaler christlicher Lehre ist Mildtätigkeit eine Christenpflicht, die ohne Rücksicht auf die Religion ausgeübt wird. Nur die mosaische Religion macht in dieser Beziehung einen Unterschied darin, wie der Jude den Glaubensgenossen und den Andersgläubigen zu behandeln habe." Ich richtete damals an die Redaktion die Bitte, eine rein, sachliche Entgegnung aus diesen Artikel aufzunehmen, erhielt aber die Antwort, daß die Redaktion „dazu nickst in der Lage" sei. Da ich daraus ersah, - daß es dieser Monatsschrift nicht auf Gerechtigkeit und unparteiische Belehrulig ihrer Leser, sondern mehr auf Duldung, ja Pflege antisemitischer Tendenzen ankomme, habe ich seitdem die Lektüre der Monatshefte aufgegeben. Ich keile Ihnen und Ihren Lesern diese Erinnerung mit, um Ihnen zu zeigen, daß es sich nicht um eine einmalige Entgleisung, sondern um wiederholte Angriffe gegen Juden und Judentum handelt. - Auch hier müssen wir-in erster Reihe selbst uns helfen dadurch, daß wir ein solches Blatt nicht weiter irgendwie unterstützen. Hochachtungsvoll Dr. Julius Schneider. ■■ .

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