Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1912)
- Date
- 1912-02-02
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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— Hannover, 26. Januar. Die Jubelfeier des 150 jährigen Bestehens des Wohltätigkeitsvereins der Synagogengemeinde Hannover wurde am Sonnabend abend, nachdem am Morgen ein weihevoller Gottesdienst in der Synagoge, stattgesunden hatte, im Tivolisaale unter großer Teilnahme der Gemeindemitglieder und anderer Gäste festlich begangen. Die Feier wurde durch Gesang eingeleitet, dann hielt der langjährige Vorsitzende des Vereins, Landrabbiner Dr. Gronemann, eine Begrüßungsansprache, in der er den Gästen einen herzlichen Willkommensgruß entbot und besonders seiner Freude darüber Ausdruck gab, daß der bei dem Feste durch Senator Fink vertretene Magistrat der Stadt Hannover seinem Wohlwollen für den Verein erneut Ausdruck gegeben habe; auch den übrigen vertretenen Vereinigungen usw. zollte der Redner dankbare Anerkennung. Dann ging er näher auf die Geschichte des Vereins enn Im Anschluß daran berichtete das Direktionsmitglied Jacob Berliner kurz über die Verwaltung des Vereins, berührte.dabei besonders die weit über den Rahmen des Vereins hinausgewachsene Krankenpflege und dankte allen Spendern, die das Vereinswerk durch reiche Geschenke unterstützten und förderten. Der Vereinsarzt Dr. Mündheim dankte den Leitern des Vereins für die Förderung der Krankenfürsorge und dem Frauenverein für dessen Mitarbeit. Senator Fink überbrachte die Glückwünsche des Magistrats und betonte, daß der Verein beute eine reiche Quelle des Wohltuns für die jüdische Gemeinde, sei. Ter Redner überreichte im Namen des Regierungspräsidenten als Zeichen der Anerkennung für den Verein und dessen Leiter dem Vorsitzenden, Dr. Gronemann, den Roten Adlerorden Klasse? ^Senator Fischer- Linden beglückwünschte den Jubelverein im Namen der Synagogengemeinde und gedachte der Männer,'die den Verein gegründet und geleitet haben. Der Vorstand der Gemeinde erkenne aber auch besonders dankbar an, was die jetzigen Leiter' im Dienste des Vereins geleistet haben. Das Repräsentantenkollegium habe zur Erinnerung an den heutigen Tag die Mittel für eine würdige Ausgestaltung der Predigthalle des Friedhofes bewilligt. Weiter sprächen noch Glückwünsche aus Rabbiner Dr. Freund im Namen der jüdischen Geistlichen. Frau Meta Hirsch im Namen des. Frauenvereins. Justizrat Berend als Vertreter verschiedener israelitischer Stiftungen. Dr. med Heinrich Strauß im Namen der Zionloge, Seminardirektor Dr. Knoller im Namen der Bildungsanstalt für jüdische Lehrer und Rechtsanwalt Li ch t e n b er g im Namen deS israelitischen Jugendvereins. Landrabbiner Dr. Gronemann dankte in einem Schlußwort herzlich für die vielen Glückwünsche, worauf die schöne Feier , mit Gesang geschlossen wurde. Ihr folgte ein Festmahl, bei dem Dr..Gronemann den ersten Trinkspruch dem Kaiser weihte. Das Mahl wurde weiter durch eine Reihe Trinkspruchreden, Gesang- und Violinvorträge belebt Strntzburg i. C., 26. Januar. Der hiesige Oberschulrat hat in einem an das Konsistorium gerichteten, scharf gehaltenen Schreiben den darniederliegenden Religionsunterricht der die Pensionate besuchenden jüdischen jungen Mädchen getadelt und dahei geradezu beschämende Parallelen zwischen der Frequenz der jüdischen und der christlichen Religionsstunde gezogen. Die Pensionate, die von jüdischen Mädchen zahlreich besucht sind, kennen nur einen christlichen Religionsunterricht. Die jüdischen Familien sind also darauf angewiesen, ihren Kindern Privatunterricht erteilen zu lassen, um den gesetzlichen Bestimmungen, betreffs Religionsunterricht zu genügen. Bei der mangelhaften Kontrolle, die Hierbei ausgeübt wird, und bei der Gleichgültigkeit der jüdischen Eltern war es eine selbstverständliche Folge dieser Verhältnisse, daß nur bie wenigsten jüdischen Mädchen einen regelrechten Unterricht genossen — Es ist im höchsten Grade bedauerlich, daß ein jüdisches Konsistorium an seine Pflicht, für einen gediegenen Religionsunterricht zu sorgen, erst von nichtjüdischer Seite gemahnt werden muß. GesterreichMnssrn. K. Wien, 26. Januar. Vor einigen Tagen befaßte sich der hiesige Kassationshof mit einem Fall der Klosterentführung, die, man könnte fast sagen, zu einer täglichen Erscheinung in Galizien geworden ist. Der Sachverhalt war folgender: im Mai 1909 verschwand die 17jährige Henia Allweis, die Tochter eines jüdischen Krämers.in Jaslany bei Tarnow, spurlos aus der Wohnung ihrer Eltern. Es dauerte zwei Monate, bis es den Nachforschungen des Vaters gelang, den Aufenthalt seiner Tochter, die sich im Kloster der Felizianerinnen in Krakau befand, ausfindig zü machen und das Mädchen ins Elternhaus zurückzubringen: Es stellte, sich heraus, daß Henia Allweis schon lange Zeit daran gedacht hatte, zum katholischen Ludwig Meyer, I *1875' Gummiwaren- und Verbandstoff-Fabrik Erstklassiges Magazin sämtlicher Artikel :: zur Kranken* und Gesundheitspflege :: Komplette Ausstattungen für das Wochenbett Man verlange herin SPEZIAL-OFFERTE mit neuen Preisen Weibliche Bedienung. 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