Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1912)
- Date
- 1912-02-02
- Page
- Seite 6 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3229015-3229021--68170-3280415- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Minsk 1× ep/1000754
- Riga 1× ep/1000826
OCR text
Glauben überzutreten und in ihrer Absicht bestärkt worden war, als die Eltern sie mit einem jüdischen Geschäftsmann, den sie nicht mochte, vermählen wollten. Mit Hilfe der Pfarrersköchin Antonia Panek und der Wirtschafterin Karkosz war sie zuerst nach dem' Wallfahrtsort Rudnik geflohen, wo sie in der Wohnung der Lehrerin Helene Frankiewicz Aufenthalt nahm, von dort wurde sie erst ins Kloster gebrächt Die Lehrerin Frankiewic; wurde nun gemeinsam mit der Panek und Karkosz vor dem Kreisgericht Tarnow wegen Entführung angeklagt. Alle drei stellten jede Schuld in Abrede, indem sie erklärten, sie hätten von der Absicht des Mädchens, das Elternhaus ohne Wissen der Eltern zu verlassen, nichts gewußt. Das Kreisgericht Tarnow sprach alle drei Angeklagten frei. Dieses Urteil wurde vor einigen Tagen auch vom Kassationshof bestätigt. Uns steht keine Kritik über dieses Urieil des Obersten Gerichtshofs zu. Jedenfalls wirft diese Verhandlung ein trauriges Licht auf die schrecklichen Verhältnisse in Galizien, nicht zuletzt auf die maugel- ' hafte Erziehung der dortigen' jüdischen Mädchen, die in bedrängter Lage keinen anderen Ausweg zu wissen scheinen als — das Kloster. — Der tschechisch-nationale Geweinderat in Proßnitz (Mähren) hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, daß bei Unglücksfällen, die sich auf dem Territorium der vorwiegend deutschen Israeliten gemei n de ereignen, von der städtischen Rettungsabteilung keine Hilfe mehr geleistet werden soll. Dieser Beschluß wurde damit begründet, die Israeliten mögen sich den Rettungsdienst bei Unfällen auf ihrem Gebiet selber besorgen. In Wahrheit ist es lediglich nationaler Haß. der die Proßnitzer Gemeindevertretung zu dieser Ungeheuerlichkeit geführt hat. Die Proßnitzer Israeliten sind durchwegs deutsch, daher diese furchtbare Strafe. Schön ist anders. LuszlMd. ll. 2. Petersburg, 26. Januar. Die auf die Einberufung eines Emigrationskongresses abzielende Bewegung ist auf einem toten Punkte .angelangt. Sie rührt sich nicht von der Stelle. Die Idee des Kongresses findet in Wien und in Berlin gar keine Unterstützung, die . dortigen Kreise, mit denen man sich in Verbindung gesetzt hat, hatten für das jüdische Emigrationsproblem nie das richtige Interesse; seit- . dem sich aber Jacob Schiss ohne Angabe von Gründen gegen den Kongreß erklärt und anläßlich seines Besuches in Frankfurt es abgelehnt hat, eine. Deputation aus Rußland zu empfangen, wurde in Berlin und' Wien jede weitere Tätigkeit eingestellt. Es ist daher die 'Idee aüfgetaucht, eine Deputation nach Nordamerika zu schicken, üm dort an Ort und Stelle mit Jacob Schiff und den jüdischen Einwanderer-Schutzorganisationen betreffs Einberufung eines Kongresses ein Einvernehmen zu erzielen. Zum Zwecke der Beschlußfassung über diesen Plan wurde von der hiesigen »Gesellschaft zur Regelung der jüdischen Einwanderung"' eine' Konferenz einberüfech welche hier am. 19. d. M. in Anwesenheit von Delegierten zählreicher Städte, wie Kowno, Minsk, Riga, Witebsk, Kiew,. Homel, Warschau usw. stattfand. Rach eingehender Diskussion würde mit 19 gegen 10 Stimmen beschlossen, eine Deputation in" obigem Sinne nach Nordamerika demnächst zu entsenden. Die Majorität ging von der Ansicht aus, daß ] es bisher falsch war, sich um die Zustimmung der großen Hilfsorganisationen (ICA, Alliance und Hilfsverein)" zu bemühen; diese werden nie dafür zu haben sein, die Macht (?) aus ihren Händen an einen Emigratiönskongreß zu übertragen. Deshalb'müssen sich die Emigrationsvereine bzw. Komitees organisieren, um sodann als Volksrepräsentanz gleichberechtigt mit den Hilfsorganisationen zu verhandeln. Zu diesem Zwecke mühen die jüdischen Volksmassen Rußlands mit ihren Brüdern in Amerika, da sie beide an der Lösung des Emigrationsproblems das größte Interesse haben, in Verbindung treten. Diese Verbindung soll die Delegation anbahnen. Von Wsh und Lern. — In den Räumen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes fand am letzten Sonntag eine außerordentlich stark beschickte Generalversamnilung der Zentralstelle für jüdische Wa.nderarmenfürsorge statt. Fast sämtliche Provinzen und eine Anzahl von Grenz- ' bureaus hatten Vertreter entsandt. Ein. ausführlicher?Bericht folgt in der nächsten Nummer. — Auch bei dem diesjährigen Ordensfest sind mehrere unserer Glaubensgenossen durch Verleihung von Orden ausgezeichnet worden. Den Roten Adlerorden 4. Klasse erhielten: Rentier Hermann Abraham, Fabrikbesitzer S. Bend ix, Kursmakler Paul Eohn, Kommerzienrat Hermann Herz, Landgerichtsrat Pleßner-Berlin. iNGELHARPÜl prm'sM ^MCHYlOH: WUNO-PUOfctM Seit Jahrzehnten bewährt, von hervorragenden Aerzten empfohlen als unübertroffenes Einstreupulver für kleine Kinder. Gegen starken ßchweiss, Wundlaofen, Entzündung, Rötung der Haut, bei Verbrennungen. Hautjucken, Durchliegen usw. Im ■tändigen Gebrauch von Krankenhäusern* dermatologischen Stationen und Entbindungsanstalten. Bost.: Diachylonpflaster, Borsäure, Puder. mmmmammmmmn!■ dee Apotheken. —Dr. Kiels 9o$taurt-Tabletten» genussfertig, Reinkultur von Metdiniboffs bulgar. Milchsäurebakterien, regeln Darmstörungen, beseitigen die Fäulnisbakterien und verhüten dadurch die täigl. Selbstvergiftung, Arterienverkalkung und frühzeitiges Altern. 3 Röhrchen mit 45 m1”” Y oghurt-Fer ment burt. 1 Gl. äM.2.50. ausreichend f.l Monat 15Ltr.Yogh. Erhältlich in den meisten Apotheken und Drogerien. Wo nicht, erfolgt portofreier Versand vom Bakteriologischen Laboratorium von Dr.Klebs, München 2, Goethestrasse 25- A. J. Prospekt gratis. Nürnberger |Leben;verfi(henui&] Bank Stammkapital: 3.000,000,JE Lebens-, Aussteuer-, Sterbekassen-, Unfall- - und Haftpflichtversicherungen Gegründet 1884 " Vorzugsangebot für die Leser dieser Zeitung Wir verschenken 3000 Paar Schuhe Zwecks Einführung unserer vorzüglichen hocheleganten Chevreaux-Lederschnttrsclmhe aus bestem dauerhaften Leder, moderne Fasson, verschenken wir 3000 Paare laut Abbildung. Nur der Arbeitslohn von M. 13— für 3 Paare ist uns zu bezahlen. Wir liefern, ganz nach Ihrer Wahl' Herren- oder Damenschnürschuhe in jeder gewünschten Nummer oder jedes Zentiraetermass. Sie erhalten also für nur M. 13.- 3 Paar vortreffliche Schuhe, die sonst M. 42.- kosten und mit denen Sie gewiss sehr zufrieden sein werdend) Versand per Nachnahme oder Vorauszahlung. Umtausch gestattet, daher kein. Risiko. Alle Bestellungen sind zu richten an die - Schuhfabrik inOswiecimNr.503 Preiiss. Grenzst. *)-Erst aus Ihrer Empfehlung soll.uns ein Nutzen erwachsen.