Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1912)
- Date
- 1912-02-02
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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den Lewan dows kischen,Hege im pipjoss" und Kellermanns Bearbeitung des^-äon olom, von denen sich der erste Chor durch musikalischen Schwung, der dritte durch außerordentlich schöne Stimmführung und dramatische Kraft auszeichneten, der mittlere dagegen den Volkston (wenn auch nicht den. spezifisch jüdischen) am sichersten traf. In den reichen Beifall des Abends teilten sich neben dem verdienstvollen Dirigenten die trefflichen Solisten: Fräulein Ellen Saar vom Stadttheater Aachen (früher Solistin des Chores der Neuen Synagoge), Herr Kantor Klein lind der Cellist Herr Malkin, die sich ihrer nicht immer leichten Aufgabe mit hervorragenden künstlerischen Mitteln und erfreulichem Gelingen unterzogen. Der Chor erfreute durch ungewöhnliche Klangschönheit und feinste Nuancierung — Vorzüge, die ihn berühmteren und größeren Chören zur Seite stellen und nur eine Frucht mühevoller und beharrlicher Arbeit in den Proben sein können. An der Orgel saß Herr Professor Teckert als zuverlässiger Begleiter. m. Cöpenick bei Berlin, 26. Januar. Bei den jüngst unter Leitung des Herrn Ersten Bürgermeisters Tr. Langerhans stattgefundenen Vorstands- und Repräsentantenwahlen wurden gewählt bzw. wiedergewählt die Herren:. Max'Cohn als Vorsteher (das Amt als Vorsitzender verwaltet derselbe schon über ein Jahrzehnt), Gustav Ehrlich', stellvertretender Vorsteher, Fabrikant Jacoby, Kaufmann I. Väcker-Niederschöneweide, Rechtsanwalt Zippert als Repräsentanten, Di-, med. Gostynski und B erliner-Oberschöneweide als stellvertretende Repräsentanten. — Vorstand und Repräsentanten haben einstimmig beschlossen, den Beamten unserer Gemeinde eine einmalige Teuerungszulage in Gestalt eines Monatsgehalts zu bewilligen und sofort auszuzahlen, was inzwischen geschehen ist. Diese Zulagen wurden bewilligt, ohne daß ein Beamter der Gemeinde darum gebeten hatte. 2^2 Aus Oberschlefierr, im Januar. Vier Jahrzehnte sind verstrichen, seitdem Rabbiner Dr. Cohn in Kattowitz sein Amt antrat. Die Synagogengemeinde Kattowitz hatte die Absicht, dieses 40 jährige .Jubiläum festlich zu begehen. Da aber der Jubilar durch den Heimgang seines ältesten Sohnes in tiefe Trauer versetzt worden war, so hatte er gebeten, von allen festlichen Veranstaltungen abzusehen und war auch durch eine Reise den ihm zngedachten Ehrungen aus dem Wege gegangen. Doch hat es sich der oberschlesische Rabbinerverband. dessen langjähriger Vorsitzender Dr. Cohn ist, nicht nehmen lassen, ihrem treubewährten Führer eine sinnige Aufmerksamkeit zu erweisen. Eine Abordnung, bestehend aus dem stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Rabbiner Dr. Münz-Gleiwitz sowie Rabbiner Tr. Kopfstein-Beuthen und Rabbiner Dr. Die nein ann-Ratibor überbrachte ihm in seiner Wohnung eine prächtige Adresse, die von Künstlerhand mit dem Bildnis der Kattowitzer Synagoge und der Gestalt des siebenarmigen brennenden Tempelleuchters geschmückt worden war. Zu den anwesenden Familienmitgliedern hatten sich * noch einige oberschlesische Rabbiner zur stillen * Feier gesellt. Dr. Münz richtete an den Jubilar eine Ansprache und verlas die Adresse, aus deren Zeilen die Liebe und Verehrung sich kundgäb, die die Kollegen ihrem Senior entgegenbrachten. Dr. Cohn erwiderte in bewegten Worten, daß er infolge des tiefen Wehs, das ihn umfange, allen Ehrungen ausgewichen, daß aber diese liebevolle Aufmerksamkeit der Kollegen seinem Herzen besonders wohl getan. Er wolle, so lange ihm Gott Kraft und Leben verleihe, zum Segen des Rabbinerstandes und der Gemeinden seine Dienste dem Verbände widmen. W. Aus -er Provinz Posen, im Januar. H ohen sa lza. In der ersten Stadtverordnetenversammlung im neuen Jahre wurde Herr Dr. Levy wiederum zum Vorsitzenden und Kreistagsabgeordneten gewählt. — Koschmin. Die Zahl der Schüler der jüdischen öffentlichen Volksschule ist auf 7 herabgegangen, deshalb hat die königliche Regierung zu Posen der jüdischen Schulsozität die-Auslösung der Schule und die Einschulung der Kinder in die evangelische Schule empfohlen. Die jüdische Gemeinde hat jedoch einstimmig beschlossen, die Schule nicht anfzulösen, da Aussicht vorhanden ist, daß die Zahl der schulpflichtigen Kinder steigen wird. Dieses einmütige! Vorgehen der Gemeinde, die nicht besonders leistungsfähig ist, veri dient öffentliche Anerkennung. — Exin. Herr Justizrat Loewy! wurde zum Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung gewählt. — Wollstein. Nach kurzem Leiden verschied hier der Färberei- I besitzer Aron Braun im Alter von 86 Jahren. 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