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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-02-02 · Heft 5 (2.2.1912) · p. Seite 53

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 5 (2.2.1912)
Date
1912-02-02
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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Im Jahre 1903 wurden damit in Deutschland — nachdem denselben I. M. der deutsche Kaiser und die Kaiserin sowie auch der Kronprinz und Prinz und Prinzessin Heinrich besichtigt hatten — sehr eingehende Versuche mit bestem Resultat vorgenommen,Jedoch ohne daß dessen Einführung in die Praxis erlangt werden konnte. 1903 verlieh die Königlich ungarische Akademie der Wissenschaften Pollak und den Erben Virägs den „Wahrmann"- Preis (2000 Kronen). Im Jahre 1904 wurden die Versuche in Frankreich. 1905 in England und 1907 abermals in Frankreich unter erschwerten Bedingungen erneuert und jedesmal ein tadelloses Funktionieren bekundet, so daß der Apparat technisch als einwandfrei erklärt wurde; gegenwärtig sind es administrative und finanzielle Fragen, deren Lösung abgewartet werden muß, e'he der Apparat endgültig angenommen wird. Zur Klärung dieser Fragen hat die französische und englische Telegraphenverwaltung verschiedene Probebetriebe für größere Blätter in Frankreich und zwischen London und Paris bewilligt, die demnächst in Angriff genommen und über das Los des Apparats entscheiden werden. In der Zwischenzeit bemühte sich Pollak, den Apparat auch für andere Gebiete verwendbar zu gestalten. Speziell hatte er dabei die drahtlose Telegraphie im Äuge, deren Zeichen aber gegenwärtig nur durch so schwache Ströme vermittelt werden, daß dieselben durch kein Instrument verzeichnet werden können, sondern nur in einem Telephonhörer als schwaches Geräusch wahrgenommen werden. Es gelang ihm, einen Apparat zu konstruieren, der diese schwachen Ströme so weit verstärkt, daß sie nunmehr auf die Empfänger des Pollak-Virägschen Schnelltelegraphen einwirken und damit photographisch fixiert werden können. Dadurch wird auch möglich, anstatt der gegenwärtigen stündlich übersetzten 300 bis 400 Worte 3000 bis 4000 Worte abzutelegraphieren. Hugo Lubliner. ugo Lubliner, am 21. Dezember 1911 gestorben, war am 22. April 1846 in Breslau geboren. Er siedelte mit seiner Mutter, . nachdem sein Vater, ein geachteter Kaufmann gestorben war, 1858 nach Berlin über. Er erlangte einen vielseitigen gründlichen Unterricht, wurde Kaufmann und hat jahrelang eine große, von Erfolg begleitete Geschäftstätigkeit ausgeübt. Schon als junger Mensch wandte er sich auch schriftstellerischen Arbeiten zu. Seine ersten, selbst manche der erfolgreichen späteren Werke ließ er unter dem Pseudonym Hugo Bürger erscheinen. Von seinen Jugendarbeiten gewann nur das Lustspiel „Nur nicht romantisch" 1865 Beifall. Seit 1873 trat er in die Reihe der bekannten und beliebten dramatischen Autoren. Seine Stücke „Frauenadvokat", „Die Frau ohne Geist", „Die Modelle des Sheridan", „Auf der Brautfahrt", „Gold und Eisen", „Der Jourfixe" und manche andere, die auch in Buchform, selbst in einer vierbändigen Sammlung große Teilnahme erweckten, machten ihn zu einem Lieblinge des deutschen Publikums. Namentlich das Berliner Königliche Schauspielhaus war die Stätte seiner zum Teil außerordentlichen Erfolge: Seine Lust- und Schauspiele sind amüsant, geistvoll, modern, auch, in dem Sinne, daß sie selten in die Vergangenheit schweifen, sondern das Gegenwartsleben, das Treiben der Gesellschaft darstellen. Nicht modern in dem Sinne der Neuesten, weil sie nicht Ausschnitte aus dem Leben mit erschreckender photographischer Treue zu geben sich bemühen und nicht durch Roheiten zu überraschen suchen. Sie schildern hauptsächlich wohlgelungene Typen der bürgerlichen und vornehmen' Gesellschaft; die Versuche, die großen sozialen Kämpfe der neuesten Zeit in Dramen darzustellen, blieben von geringerer Bedeutung. Hugo Lubliner war ein trefflicher Mensch. Er führte ein schönes, geordnetes Familienleben. Der Umstand, daß er aus soliden bürgerlichen Verhältnissen hervorgegangen war, daß er selbst längere Zeit dem Kaufmannsstande angehört hatte, hatte gute bürgerliche Anschauungen in ihm gefestigt. Es war in ihm nichts von jener Bohömenatur, die so vielen Schriftstellern der jüngeren und jüngsten Generation eignet und diesen sowie ihren Bewunderern ein Vorzug dünkt. Er war nicht von jenem schrankenlosen Ehrgeiz der Modernsten erfüllt, ein Umstürzler zu sein, sondern schritt in. seiner ruhigen Bahn fort, unbekümmert darüber, daß sie von gar manchen als veraltet und abgelebt betrachtet wurde.. Er hatte sich eine reiche Bildung angeeignet. Mit besonderer Vorliebe studierte er die frühere deutsche und die französische Literatur des 18. Jahrhunderts; ich danke>selbst gelegentlichen lehrreichen Gesprächen manch hübschen Hinweis auf die großen Meisterwerke der Franzosen, die er sehr genau kannte. Ehre seinem Andenken! L. G. Die „Volkslchrikten über die ilrselitilch-- jüdilche Leligiansgelchichte. Von I. Ziegler?) ir können in der Popularisierung unserer Literatur nicht genug leisten. Was geschieht, ist freudig zu begrüßen." So schrieb mir einer unserer angesehensten Y Man abonniert bei dem Herausgeber: Rabbiner D. Ziegler, Karlsbad (Böhmen). Prospekte werden auf' Wunsch zugesandt. Das' Werk erscheint im Verlage von I. Kaussmann, Frankfurt a. M. Hugo Lubliner.

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