Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1912)
- Date
- 1912-01-05
- Page
- Seite 6 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite wurden Herrn Justizrat Dr. Stern-5000- Mark zur Verfügung gestellt, um dieselbe zu erwerben, da sie außer Benutzung stand. Mit einem Betrage von 3500 Mark wurde sie auch.angekanft, neuerdings wurden auch noch für 50 Mark die Fenster erworben, und der Rest soll für die Äusstellungsarbeiten der gesamten Synagoge mit ihren Jnventarstücken verwendet werden. lieber -diese lesen wir in „Die Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern, Unterfranken 3. Bezirksamt Würzburg" folgendes: „Kleiner Raum 5,40 Meter lang, 6.54 Meter breit mit hölzerner Tonnendecke. Die Wände Fachwerk. An der Nordseite trennt eine mit Holzgittern versehene Bretterwand den Raum für die Frauen ab. — Decke und Wände sind aufs reichste mit Blumenwerk bemalt. In zahlreichen Feldern Bibeltexte in hebräischen Lettern. An der Westwand Bild einer Stadt, wohl Jerusalem. An der Westseite Meisterinschrift. Sie lautet übersetzt: „Handarbeit des Meisters in der Malkunst, zur Ehre Gottes und der Welt, von mir Lazarus Sußmann, Sohn des Rabbi Salomon Kantor aus Brod." Die Jahreszahl dürfte mit 1740 aufzulösen sein (Mitteilung des Herrn Distriktsrabbiners Nathan Bamberger in Würzburg). Die Stilformen sind die einer etwas älteren Zeit. Dem Eingang gegenüber Lade mit Gesetzesrollen, als hölzerner Schrank mit Säulen an den abgeschrägten Ecken gebildet. Gebrochener Giebelaufsatz. Den Antritt flankieren seitlich Holzschranken, darauf eiserne Lichterrechen. In der Mitte des Raumes achtseitige Lesetribüne, eine Stufe erhöht. Holzbrüstung, über der sich acht schmale Pfeiler erheben, die ein Leistenkranz in zirka drei Meter Höhe (vom Boden) Verbindet. An der Nord- und Südseite des Hauptraumes Sitzbänke, in Stallen geteilt. davor schmale Pulte. Von der Decke herab hängen mehrere kleine Messingkronleuchter aus dem 17. Jahrhundert. Kunst- und kulturgeschichtlich sehr interessante Anlage." Oesterreich-Ungarn. J.-.Z. Budapest, 29. Dezember. Am 20. Dezember waren es 40 Jahre, daß Dr. Ignaz Goldziher im Alter von 21 Jahren die Dozenturam dev Budapester Universität erlangt hat, an der er nun als ordentlicher Professor wirkt und deren Zierde er bildet. Aus diesem Anlasseerschienen in der Wohnung des Jubilars nicht nur unsere Gelehrten, sondern es kamen aus weiten Fernen, aus Deutschland, Holland, Schweden, Dänemark, Professoren herbei, um ihm den Tribut ihrer Verehrung und des Dankes für seine wissenschaftlichen Leistungen darzubringen. Die ersten Gratulanten waren der Rektor und die Dekane der Universität, geschmückt mit der goldenen Amtskette, und eine Deputation von Professoren der verschiedenen Fakultäten. Universitätsrektor Hofrat Fröhlich begrüßte den Gefeierten mit herzlichen Worten, der dem Namen Ungarns im Auslande Ehre gemacht und als Leuchte seiner Wissenschaft durch Dezennien wirke. Ihm folgte der Dekan der philosophischen Fakultät Beke, der das im Jahre 1870 von dem damals 20jährigen Goldziher eingereichte Habilitationsgesuch verlas, in dem' der Gesuchsteller gelobte, seine ganze Kraft dem Vaterlande zu widmen und seiner Wissenschaft zu leben. Dies Versprechen hat Goldziher glänzend erfüllt; in 40 jähriger Arbeit habe er seinem Vaterlande Ehre gemacht^ sei anerkannter Meister und Pfadfinder seiner Wissenschaft geworden und habe Schüler nicht allein der Heimat, sondern, der Welt .erzogen. Nun kamen die ausländischen Gelehrten an die Reihe. Ihr Sprecher Professor Betrold aus Heidelberg überreichte gleichzeitig im Namen von 50 Fachmännern, zumeist Professoren sämtlicher Universitäten in Europa und Amerika, eine Festschrift, die Originalessays aus allen Gebieten der orientalischen Wissenschaft enthält, Professor Goldziher antwortete mit einer geistreichen und herzlichen Rede, in welcher er den Freunden sowie seinem ebenfalls anwesenden ersten Lehrer Professor Vümböry für die Ehrung Dank sagte. €nglanti. z. London, 29. Dezember. Bei der Versteigerung der berühmten Sammlung Huth in London sind auch zahlreiche alte Bibeln zum Verkauf gekommen, und - erzielten fast alle Stücke ungewöhnlich hohe Moderne Warmwasser-vereikung. „Hier sind Wohnungen mit Warmwasser-Versorgung und jeglichem Komfort der Neuzeit eingerichtet zu vermieten", so und ähnlich lauten fast immer die großen Plakate an unseren modernen Mietshäusern. Daß das Vorhandensein einer Wärmwasser-Versorgung stets noch besonders hervorgehoben wird, ist der beste Beweis dafür, daß Vermieter und Mieter großen Wert darauf legen, sie in ihrer Wohnung zu besitzen. Bei dem riesigen Angebot an Wohnungen ist es nun kein Wunder, daß die Mehrzahl der Mieter sich die Vorteile und Annehmlichkeiten einer modernen Wohnung zunutze macht und zum Schaden der Hausbesitzer in den älteren Stadtteilen lieber in die weiter entlegenen Vororte zieht. Wie gesagt, den Schaden allein tragen die Hausbesitzer der älteren Häuser, die sich oftmals nicht dazu entschließen können, die notwendigsten Neuerungen, wie z. B. eine Warmwasser- Versorgungs-Anlage, in ihre Häuser einzubauen. Bei den großen, zentralen, mit Koks gefeuerten Warmwasser-Anlagen ist dieses Widerstreben vollkommen zu verstehen, denn die Hauswirte, die eine derartige Anlage in ihrem Hause in Betrieb haben, wissen ein Lied von den vielen Unannehmlichkeiten und hohen Kosten, die ihnen durch eine solche Anlage beschert werden, zu singen. Bei Zentral-Anlagen mit Koksfeüerung steigt der Wasserverbrauch ins unermeßliche, und somit auch der Koksverbrauch, wenn das Wasser hinreichend erwärmt werden soll. Ferner kommen die Kosten für die Bedienung der Anlage durch den Portier hinzu sowie der tägliche Holzverbrauch zum Anzünden der Kesselfeuerung und anderes mehr, so daß der Hauswirt oftmals durch den verhältnismäßig geringen Mietsaufschlag nicht einmal aus seine Kosten kommt. Alle diese Nachteile lassen sich nun für jeden Hausbesitzer leicht vermeiden, wenn er moderne Gasapparate für die Warmwasferbereitung in die Wohnungen seiner Häuser einbaut. Mit Hilfe eines direkt an die Wasserleitung angeschlossenen Gasapparates, in dem das Wasser während des Durchströmens erwärmt wirh kann man zum Beispiel eine große Wohnung mit heißem Wasser versorgen. Es lassen sich an einen derartigen Apparat eine beliebige Anzahl Zapfstellen in. verschiedenen Zimmern anschließen. Man braucht bei diesen Apparaten nur den Zapfhahn zu öffnen, und das heiße Wasser ist da. Ein solcher Stromautomat arbeitet folgendermaßen. Ber der Inbetriebsetzung wird der Hauptgashahn am Apparat sowie der Zündflammenhahn geöffnet und die kleine Zündflamme angesteckt. Damit ist der Automat betriebsfertig. Wird nun an irgendeiner Stelle der.Wohnung dem Leitungssystem Wasser entnommen, so öffnet das den Apparat durchströmende Wasser das Gasventil, und das Gas entzündet sich langsam und ohne jedes Geräusch an der stets brennenden Zündflamme. Sowie nun der Zapfhahn wieder geschlossen wird, schließt sich auch selbsttätig durch... Federdruck. das Gasventil.. , Eine Ueberhitzung des Wassers und somit ein Schmelzen der Apparate kann nicht eintreten, da der Apparat mit einem außerordentlich empfindlich arbeitenden Temperaturregler versehen ist. Dieser. Temperaturregler kann für jede gewünschte Temperatur, bis zu 80 Grad Celsius, eingestellt werden. Da diese Apparate außerordentlich große Heizflächen besitzen, so nutzen sie den Heizwert des Gases bis zu 90 Prozent und darüber aus, es dauert daher auch nur wenige Sekunden, bis das Wasser heiß an der geöffneten Zapfstelle herausfließt. Derartige Automaten werden in verschiedenen Größen angesertigt. Der für eine Wohnung mit drei Warmwasserzapfstellen ausreichende hat eine Leistung von ca. 15 Liter Wasser von 35 Grad Celsius pro Minute. Irgend welche Gefahr liegt bei dem Betrieb eines solchen Heißwasser-Automaten nicht vor, da das dem Hauptbrenner entströmende Gas sich immer an der Zündflamme entzündet. Verlöschen kann diese nicht, da sie hoch in den Apparat eingebaut ist, so daß Zugluft sie nicht auszublasen vermag.' Heißwasser-Strom-Automaten können überall in jede Wohnung mit Leichtigkeit eingebaut werden. Sie werden einfach an einer besonderen Gasleitung hoch oben an der Wand aufgehangt und mit einem gut ziehenden Schornstein zur Abführung der Verbrennungsgase durch ein Ofenrohr sowie mit der Kaltwasserleitung verbunden. Für die Warmwasserleitung kommen verhältnismäßig schwache Rohre in Anwendung. Bei den meisten Anlagen genügen Rohre von 13 bis höchstens 19 mm Weite. Diese Rohre werden oben an der Decke bis zu den einzelnen Zapfstellen entlang geführt. Vorhandene Wannen- Mischbatterien von Kohlenbadeöfen, ebenso Spültischgarnituren, die an eine Herdschlange angeschlossen sind, lassen sich leicht und ohne jede Schwierigkeit sür den Betrieb eines Heißwasser-Strom-Automaten umarbeiten. Die monatlichen Betriebskosten nun, die der Mieter zu tragen hat, sind infolge des für. den Berliner Stadtbezirk auf 10,4- Pf.'ermäßigten Gaspreises für Warmwasser-Versorgung äußerst gering. Berechnung und Erfahrung haben ergeben, daß bei einem täglichen Warmwasser- Verbrauch von 200 Litern von 50 Grad Celsius (genügend für ein Bad von 200 Litern und 5 Eimer für den Küchengebrauch), der Gasverbrauch monatlich Mark 6 bis 6.50 beträgt. Wie aus dem Vorstehenden zu ersehen, fahren Mieter und Hauswirt bei einer solchen Gäsanlage gut, da weder der eine, noch der andere übervorteilt werden kann. Der Mieter , zahlt nicht mehr Gas, als er zur Erwärmung des von ihm verbrauchtem Wassers nötig gehabt hat, und dem Hauswirt bleibt der hohe Wasser- und Koksverbrauch und der sonstige Aerger erspart, den eine große Zentral-Anlage immer mit sich bringt. Wer Interesse für eine solche Warmwasser-Versorgungs-Anlage hat, wende sich zwecks genauerer Auskunft an einen tüchtigen Installateur oder an die Vertriebs-Abteilung der Gasgesellschaft Berlin 8., Gitschiner Straße 19, Telephon-Anschluß Amt Mpl. 4860—67, und verlange kostenlos die kleine Broschüre über „Zentrale Warmwasser-Versorgung". Zu besichtigen sind ^derartige Anlagen in sämtlichen Verkaufsstellen der Gasanstalt,... _