Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1912)
- Date
- 1912-01-05
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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kurz -alle Ideale und Tugenden zugkräftigen und so fähig zu werden, allen Anfechtungen des.- Lebens' gestählt entgegenzutreten. Es ist dahin zu wirken, daß die jüdische Jugend nur solche Berufe wähle, -die völlig geeignet sind, ihre Anlagen und Fähigkeiten zur Geltung zu bringeneine.wirtschaftlich sichergestellte Zukunft, wenn auch in bescheidenerem Rahmen gewähren, wie Handwerk Und Bodenkultur. Auch die weibliche Jugend sei bereit, einen Beruf zu ergreifen, der geeignet ist, möglicherweise ihr Unabhängigkeit zu verschaffen. In der Diskussion wurde noch festgestellt, daß-der Abschluß aller sozialpolitischen Tätigkeit der Juden die Gründung einer Bodenerwerbsgenossenjchast sein müsse, damit auch Lust und Liebe zur Bodenkultur unter den Volksgenossen geweckt werde. Nur hierdurch werde der Jude bodenständig und überwinde die Antipathie der christlichen Landbevölkerung. — 23otut, 1. Januar. Die hiesige Synagogengemeinde veranstaltete, wie bereits mitgeteilt, am 28. v.M. in der Synagoge eine Gedenkfeier für Ludwig Philippfon anläßlich der Wiederkehr seines hundertsten Geburtstages. Der Feier wohnte die ganze Familie Philippson und eine große Anzahl Rabbiner und Vertreter der Synagogengemeinden im Rheinland und Westfalen bei. Eröffnet wurde die Feier durch den Synagogenchor, der den Psalm 23 sang. Herr Rabbiner Dr. Kalischer hielt die Gedenkrede. In geistvollen Ausführungen entrollte der Redner ein plastisches Bild von dem großen Dahingeschiedenen, der 27 Jahre in Bonn wohnte und dessen sterblichen Ueberreste auf dem hiesigen Friedhofe ruhen. Dr. Ludwig Philippsons religiöse, politische und literarische Tätigkeit, seine hervorragende organisatorische Wirksamkeit, seine Verdienste um das moderne Judentum wurden durch die farbenprächtige Schilderung des Redners in ein würdiges Licht gerückt. Sein Vortrag klang aus in dem Gedanken, die Geistesschätze des großen Dahingegangenen zu hegen und zu. Pflegen und in ,seinen Fußstapfen weiterzuschreiten zum Segen der Allgemeinheit, zum Segen auch des Judentums. Herr Kantor B aum sang hierauf das Hallelühjah. und dann richtete Herr Rabbiner Dr. Neumann, Groß-Kaniza, eine Ansprache an die Versammelten, um ebenfalls des großen Mannes zu gedenken,' der namentlich für das' Judentum als Vorkämpfer unermüdlich und mit - rastlosem Eifer tätig gewesen sei. Im Namen der zahlreich vertretenen Mitglieder der Familie Philippson dankte Herr Professor Dr. Martin Philippson-Berlin für die erhebende Feier und schilderte namentlich'das Wirken des Verstorbenen in seinem Bonner Wirkungskreise. Sein Wirken, so schloß Herr Professor Dr. Martin Philippson seine Dankrede, werde nicht erwähnt werden können, ohne auch der Gemeinde Bonn zu gedenken, mit der Ludwig Philippson auf das engste verknüpft gewesen sei. Mit dem Psalm 90, Vers 12—17, 'gesungen vom Synagogenchor, fand die Feier ihren Abschluß. Im engeren Kreise fand auf dem Friedhofe noch eine kleine Gedächtnisfeier statt. 8. Köln, 1. Januar. Durch die verdienstvollen Benrühungen' der Herren Sanitätsrat Auerbach und Rabbiner Dr. Caro ist es. gelungen, hier einen jüdischen Gesellenverein ins Leben zu rufen, durch den die sozialen Einrichtungen unserer Gemeinde um eine neue wichtige Institution bereichert wurden. Der Verein, der an das hiesige Lehrlingsheim angegliedert ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle jüdischen Gesellen Kölns zwecks Pflege einer anspruchslosen Geselligkeit, Belehrung durch Veranstaltung von Vorträgen und Fortbildung in ihrem Fache durch Besuch von Meisterkursen und Fachschulen zusammenzufchließen. Durch seine Gründung wird einem dringenden Bedürfnis abgeholfen, da bisher jüdische Gesellen infolge konfessioneller Abschließung in anderen Gesellenvereinen keine Aufnahme fanden. — Würzburg, 1.Januar. Im Luitpoldmuseum, und zwar im Ostflügel, gelangt eine alte Synagoge zur Ausstellung. Im Obergeschoß eines Häuschens zu Kirchheim bei Würzburg, dessen Erdgeschoß bewohnt ist, befand sich dieselbe. Von zum Teil ungenannter T875 Ludwig Meyer, Potsdamer Str.134a Gummi waren- und Verbandstoff - Fabrik Erstklassiges Magazin sämtlicher Artikel :: zur Kranken- und Gesundheitspflege :: Komplette Ausstattungen für das Wochenbett Man verlange herin SPEZIAL-OFFERTE mit neuen Preisen Weibliche Bedienung. Leibbinden nach Mass Lieferant königlicher, städtischer und Privat-Kranken-Anstalten altbewährt zuverlässiges Fal laut SPEZIAL-PREISLISTE LkL°° Gartenschläuche, Telephon 7 Amt VI, 191 Sicherheitsfonds Ende 1910: 3$2-2, Millionen mm. Lebens -versicherungs - Aktien-Gesellschaft zu Stettin. Bersichernngsbestand Ende 1910: r§7 Millionen Mark Kapital. Unverfallbarkeit. Weltpottee. Unanfechtbarkeit. Dividende nach Plan 8 bis zu SS °h der einzelnen Prämie. 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