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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-01-05 · Heft 1 (5.1.1912) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 1 (5.1.1912)
Date
1912-01-05
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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.zu weit führen, alle Rednex zu-nennen. Aber.wohl alle freuten sich .am meisten der Jugenderinnerungen des greisen Herrn Max Weil, - der ein Schüler Ludwig Philippsons gewesen - und, manches ernste aber auch manches heitere Erlebnis in gemütvoller Art.zu erzählen wußte, und ebenso stimmten alle in dem Wunsche überein, den Prof. M. Philippson aussprach, daß es noch auf die Enkel der Festteilnehmer wirken möge, wenn man ihnen erzählen werde von der unvergeßlichen Ludwig-Philippsonfeier in Magdeburg. Hannover, 1. Januar. Der Wohltätigkeitsverein der Synagogengemeinde: Hannover, der hier im Jahre 1762 begründet wurde,, mird am 20. Januar 1912 seinen 150 jährigen Stiftungstag begehen. Aus diesem Anlaß ist für den Vormittag ein Festgottesdienst in der Synagoge und für den Abend einVFestakt mit nachfolgendem Festmahl im Tivoli-Saal in Aussicht.genommen. Wie wir erfahren, erregt die Feier unter den mehr als 600 Mitgliedern, Männern und Frauen, des altehrwürdigen Vereins, wohl einem der ältesten sozialen Hilssvereine in unserer Stadt, großes Interesse und dürfte daher eine große Beteiligung zü erwarten sein.' Auch hören .wir, daß es in der Absicht liegt, dem Verein zu diesem so seltenen Ehrentage von verschiedenen Seiten Zuwendungen, für. seine wohltätigen Zwecke als Angebinde zu stiften, was nach jeder Richtung nur mit wärmstem Dank zu begrüßen ist. Die Direktion wird rechtzeitig einen Bericht über die 150jährige Tätigkeit des'Vereins veröffentlichen, worauf wir demnächst nach Erscheinen desselben zurückkommen werden. =■ — Wiesbaden, 28. Dezember. Der Verein israelitscher Lehrer im ehemaligen Herzogtum Nassau hielt am 22. v. M. hier seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Lehrer Nußbaum-Wiesbaden, bedauerte, daß das preußische Schulgesetz von 1906 an den nassauischen Grenzen Halt gemacht habe. Der Verein stehe durchaus, auf dem Boden der paritätischen Volksschule, die auch jüdische Lehrkräfte beschäftige, er trete für die jüdische Volksschule ein, solange für Nassau die paritätische Volksschule fehle. Rabbiner Dr. Kober-Wiesbaden betonte, daß es nicht im Sinne des Gesetzgebers gelegen habe, bei Der nassauischen Simuttanschule'die^üdischen Retigionslehrer von der Lehrtätigkeit äuszuschließen. Zur 'Verhandlung stand das Thema: Die Fürsorge für die jüdische schulentlassene Jugend. Aus den Leitsätzen des Referenten Lehrers' Thalheimer- Wallau seien folgende Punkte erwähnt: Da die Vergangenheit lehrt Daß ein planmäßiger Fortbildungsunterricht in der jüdischen Religion auf dem Lande nicht durchführbar ist, sollen anstatt dessen anziehende Vorträge, in der Regel während der Wintermonate, stattfinden. Hierfür ist die Beteiligung der entsprechenden jüdischen Vereine und Verbände in den Großstädten mit ihrer Intelligenz und Kapitalkrast 'erforderlich. Bei diesen' Vorträgen sollen biblische, nachbiblische und kulturgeschichtliche Stoffe einschließlich der jüdischen Feste mit Hilfe der Errungenschaften der Neuzeit auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft, wie Lichtbilder, Kinematograph, Tonbild; Grammophon und dergleichen mehr, erläutert und die ethischen-Begriffe aus diesen Stoffgebieten herausgeschält werden. Die Schaffung einer guten Bücherei ist zur Fortbildung auf dem sittlich-religiösen Gebiete für die schulentwachsene Jugend unerläßliche Bedingung. Auf sozialpädagogischem Gebiete vermag der jüdische Lehrer auf dem Lande auf die schulentlassene Jugend durch'Erweckung von Lust und Liebe an der Bodenkultur und Heimarbeit segensreich zu wirken. Durch solch eine sittlich-religiöse und sozialpädagogische Fortbildung der schulentlassenen Jugend auf dem Lande wird in derselben eine Lebensanschanung erzeugt, die vorzugsweise in einer edlen Gesinnung und Liebe zur Heimat beredten Ausdruck findet, Vorurteile mildert und Gegensätze ausgleicht. Der Korreferent, Lehrer Capell-Wiesbaden, führte in seinen Leitsätzen unter anderem aus: Die Jugend-Gruppen oder -Vereine erstrecken ihre Wirksamkeit auf die männliche und weibliche Jugend bis zum 30. Lebensjahr. Durch Vorträge und Kurse, Freitagabend- Veranstaltungen und Unterhaltungsabende wie auch durch turnerische, sportliche und gesangliche Betätigung'gebe man der Jugend hier Gelegenheit, sich auf allen, speziell den religiösen Gebieten fortzubilden, den Geist der Zusammengehörigkeit, der Vaterlandsliebe, jjgj: ■ Gebrüder Hammer Hoflieferanten BERLIN W. 8 Seiner Majestät ■ Mohrenstrasse 56 des Kaisers und Telephon: Amt Königs illWlHi) Zentrum, 685:5457. 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