Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1912)
- Date
- 1912-01-05
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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Repräsentanten im Magdeburger Hof. Am Sabbatmorgen war das Gotteshaus, auf dessen- Kanzel einst.-Ludwig Philippson geständen . hatte, von Festteilnehmern gefüllt. Mach Beendigung des Schächarith- Gebetes wurden die Mitglieder der Familie Philippson vom Vorstand der Shnagogengemeinde in feierlichem Züge ins Gotteshaus geleitet. Sämtliche Ehrenrechte waren an die Söhne und Vertvandten Ludwig Philippsons sowie an die als Gäste anwesenden auswärtigen Rabbiner verteilt. Nach der'Thoravorlesung folgte sodann die Festpredigt des Herrn Rabbiner Dr. Wilde, der Philippsons dritter Nachfolger im Magdeburger Rabbinat ist. Anknüpfend an das Psalmwort, mit dem einst Ludwig Philippson als 22jähriger Jüngling seine Antrittspredigt in Magdeburg gehalten hatte: „Eins erbitte ich von Gott, danach verlange ich, weilen zu dürfen im Hause des Ewigen Zeit meines Lebens" entwickelte der Prediger im ersten Teile den Gedanken, daß im Geiste des Judentums das Haus des Ewigen nicht nur der Tempel sei, in dem die Gemeinde sich zum Gebet versammelt, sondern eine jüdische Gemeinschaft, insbesondere die jüdische Gesamtheit und die Menschheit, um sodann im zweiten Teil nachzuweisen, wie Ludwig Philippson, von dieser echt jüdischen Auffassung durchdrungen, seines Amtes als Lehrer, Seelsorger, als Bürger seines Landes und seiner Stadt gewaltet habe. Herr Rabbiner Dr. Wilde war auch der Festredner bei der akademischen Feier am Abend des Tages, an der auch wie beim Gottesdienst die Damen der Familie Philippson teil» nahmen. Nachdem Herr Justizrat Dr. Lichtwitz in warmen und begeisterten Worten seinem Stolz und feiner Freude darüber Ausdruck gegeben hatte, daß die Shnagogengemeinde Magdeburg Ludwig Philippson vor allem den Ihrigen nennen dürfe und die zum Teil aus weiter Ferne Herbeigeeilten begrüßt hatte, gedachte er derer, die an dem Feste teilzunehmen verhindert waren und schriftlich oder telegraphisch ihre Anteilnahme kundgaben. Dann entwickelte Herr Rabbiner Dr. Wilde in vortrefflicher Rede, an der Hand der im .Archiv der Magdeburger Gemeinde ruhenden Akten und der Schriften und Predigten Ludwig Philippsons ein Bild dieses bedeutenden-Mannes, der von der ersten Stunde seiner Wirksamkeit bis -zu seinem Scheiden aus dem Amt stets derselbe geblieben sei, voll des reinsten Idealismus und voll des Glaubens an die Mensch» heit und den Sieg des Guten. Herrn Dr. Wilde folgte Herr Dr. Wiesenthal, der im Namen des Vorstandes und der Repräsentanten der Magdeburger Gemeinde die Begründung einer Ludwig- Philippson - Gedächtnis- Stiftung bekanntgab, zu der die Gemeinde selbst dreitausend Mark beigesteuert habe. Der genaue Betrag des Stiftungskapitals lasse sich noch nicht genau angeben, da noch eine Reihe größerer Gemeinden mit ihren Beschlüssen im Rückstände seien. Als Deputation der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, für derenZweck die Stiftung bestimmt ist, nahmen die Herren Prof. Dr. Bloch-Posen und Dr. Nathan-Berlin die Stiftung in Empfang; in seinen- Dankesworten hob Herr Prof. Dr., Bloch hervor, wie gerade die Begründung dieser Stiftung eine Ehrung Ludwig Philippsons bedeute, der ja dnrch die Begründung des Instituts für jüdische Literatur ähnliche Ziele verfolgt habe, wie die es seien, die der neuen Stiftung gesetzt würden, und rühmte sodann den Philippsonschen Idealismus, die Philippsonsche Energie und den Philippsonschen Geist, der in feinen Kindern und besonders in seinem um die deutsche Judenheit hochverdienten Sohne Prof. Dr. Martin Philippson fortlebe. Dieser dankte sodann im Namen seiner Familie der Gemeinde Magdeburg und ihren Vertretern für die erhebende und würdevolle Art. in der sie das Andenken ihres großen Toten ehre, und gedachte dann der Eindrücke, die er und seine Geschwister von ihrem Vater empfangen hätten, der ihnen die Liebe für das Judentum und die Treue zu ihm eingepflanzt und sie für die Arbeit für unsere Glaubensgemeinschaft begeistert habe. Von den weiteren Ansprachen heben wir sodann noch hervor die des Herrn Rabbiner Dr. Walter- Dessau, der die Grüße der Vatergemeinde Philippsons, und des Herrn Justizrat Ch oyke, der die Grüße des Verbandes der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland überbrachte. An dem Festakt schloß sich ein Festmahl an, das die Gäste und die Mitglieder der Gemeinde Magdeburg noch lange in trauter Feier vereinte. Noch manches treffliche Wort wurde gesprochen; es würde DEUTSCHE BANK Behren-Strasse 9—13 BERLIN Wv Behren-Strasse 9—13 Aktienkapital . . . . . . . 200 000 000 Mark Reserven . . . 107 781000 Mark Im letzten Jahrzehnt (1901-1910) verteilte Dividenden: 11, 11, 11, 12, 12, 12, 12, 12, 12 V2, 12 V2 0/o. FILIALEN: BREMEN: Deutsche Bank Filiale Bremen, Domshof 22—25, BRÜSSEL: Deutsche Bank Succursale de Bruxelles, rue d’Ärenberg 7 u. 9, DRESDEN: Deutsche Bank Filiale Dresden, Ringstrasse 10 (Johannesring), : mit Depositenkasse in Meissen, - FRANKFURT a. M.: Deutsche Bank Filiale Frankfurt, Kaiserstrasse 16, HAMBURG: Deutsche Bank Filiale Hamburg, Adolphsplatz 8, KONSTANTINOPEL: Deutsche Bank Filiale Konstantinopel, Galata, Rue Voivqda 25^-27, LEIPZIG : Deutsche Bank Filiale Leipzig, Rathausring. 2, , LONDON: Deutsche Bank (Berlin) London Agency, 4 George Yard, Lombard Street E. 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