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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-12-29 · Heft 52 (29.12.1911) · p. Seite 622

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 52 (29.12.1911)
Date
1911-12-29
Page
Seite 622 (sequence 10)
Language
German
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Den Hauplvorzug, feiner Arbeit erblickt der Verfasser in der Auf» zeigung der Bedeutungsentwickl u n g der hrbräischen Wörter. E„Es soll also der innere — logisch-psychologische — Zusammen» hang zwischen den Bedeutungen der Wörter aufgestellt und dadurch, ein absoluter Fortschritt nicht bloß für die hebräisch-semitische Lexikographie, sondern für dieSemasiologie überhaupt angebahnt werden/ Auf diesem Gebiete hat König, sich bereits in früheren Arbeiten erfolgreich betätigt. Auch in diesem neuen Werke ist so mancher Bedeutungsübergang recht schön herausgearbeitet. Das ist sicherlich ein großes Verdienst dieses Wörterbuchs. Aber 'dieses logisch» psychologische Verfahren ist mitunter doch recht gefährlich. So bestechend manchmal der Uebergang einer Bedeutung eines Wortes in eine andere auf den ersten Blick auch erscheinen mag,- so muß cr doch verworfen werden, sobald man ihm die kritische Sonde der Sprachvergleichung anlegt. Dabei stellt es sich dann zuweilen heraus, daß ein Wort, das zwei verschiedene Bedeutungen hat, ein Homonym ist. Die beiden Bedeutungen haben nicht das mindeste miteinander zu tun, gehen vielmehr auf zwei verschiedene Wurzeln zurück, die in den verwandten Sprachen wirklich noch in verschiedener Gestalt vorliegen, während im Hebräischen nach bestimmten Sprachgesetzen die beiden auch hier ursprünglich verschiedenen Formen in eine einzige zusammengefallen sind. Dies an Beispielen anzuführen, würde an dieser Stelle zu weit führen. Die mannigfachen Vorzüge, die das neue Wörterbuch auszeichnen, werden ihm sicherlich, namentlich unter den praktischen Benutzern, viele Freunde erwerben. E. M. Lücherrinlsuk. " Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in ' keinem Falle statt. Von anderen und mir. Erinnerungen aller Art von Helene ' v. Räkowitza (Frau v. Schewitsch) Mit zwei Bildern in Lichtdruck. Berlin, Verlag von Gebr. Päetel 1909. ~ The Makers Öf Hebrew Books in Italy by David W. Amrain. Julius R. Greenstone, Philadelphia. .*• Konservativismus und Judenfrage von Dr. Adolf Gräbowsky in „Die Zeitschrift"^ Herausgeber Alfred Helms. 11. Jahrg. Heft 3. 19N. Mitteilungen des Israelitischen Landes-Lehrervereins in Böhmen. ' Zusammengestellt von Rabbiner Dr. Freund, Bodenbach. Verlag des Vereins.' 7. Jahrg. 11. Heft. Ost und West. XI. Jahrg. Heft 11. Organ der Alliance Israelite1' Universelle. Mitteilungen zur Jüdischen Volkskunde. Herausgegeben von Tr. M: Grunwald, Rabbiner derisraelitischen Kultusgemeinde in Wien. 14. Jahrg. 4. Heft. Der ganzen Reihe Heft 40. Diese Mitteilungen erscheinen zugleich als Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg. Wien 1911. Otto Franz Gensichen, Das Hohelied. Ein Schauspiel in vier Aufzügen. Voll & Pickardt, Verlagsbuchhandlung Berlin 1912. Der neue Jude von Georg Hecht. Gustav Engel Verlag, Leipzig 1911. Die schöne Seele. Bekenntnisse. Schriften und /Briefe der Susanne Katharina von Klettenberg, herausgegebenvon Heinrich/ Funck. Erschienen im Insel-Verlag, Leipzig. s‘. Arthur Schopenhauers Briefwechsel und ändere Dokumente, i Ausgewählt und herausgegeben von Max Brahn. 1911. Erschienen im > Insel-Verlag, Leipzig. Das Judentum von Dr. I. Weigl. Berlin 1911.: I. Guttentag Verlagsbuchhandlung G. m. b. H. . SxrechsaÄ. Sehr geehrte Redaktion! - : n den in Nr.45 und Nr.47 der „AllgemeinenZeitung des Judentums" erschienenenoffensichtlich von demselben Autor herrührenden " Berichten-über die Versammlung vom 6. d. M. i wegen der Aenderüng '* bet Statuten des. Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes ist mein- Name mehrmals genannt, was mich veranlaßt, einige darin, ent- ‘ haltene< Jrrtümer richtigKistellen und einige ' Ergänzungen hinzu-. zufügen.' 1. Es trifft nicht zu, daß .„sämtliche Herren, auch dieder streng'. - gesetzestreuen Richtung, sich für die Anträge des Ausschusses^ aüssprachen". Außer mir kam von gesetzestreuer Seite, nur. noch Herr: Dr. Cohn-Jchenhausen zum Worte, der sich warm für die mitgroßer Vehemenz von der Ausschußmajorität bekämpfte Beibehaltung des unbeschränkten passiven Wahlrechtsaussprach. ■ 2. Jener Versammlung vom 6. November ist nur ein sehr geringer Wert beizumessen, da sie -in durchaus nicht objektiver Weise einberufen war. Als ich den Saal betrat, wollte mir der Vorsitzende des Gemeindebundausschusses Herr Professor Philippson nicht Einlaß gewähren, indem er mir mit anerkennenswerter Offenheit mitteilte, er habe mich, da er in dieseVVersammlung nur" Freunde des Ausschusses zu sehen wünsche, nicht eingeladen, er wundere sich daher, mit welcher Berechtigung ich erschienen sei. Erst als ich ihm das Mandat des Ausschusses des Verbandes der Synagogengemeinden des Regierungsbezirks Posen, den zu vertreten ich die Ehre hatte, vorwies, wurde mir Einlaß gewährt. Ich habe es abgelehnt, in dieser Versammlung, der ich demnach jede Kompetenz absprechen mußte, auf die Statutenänderung einzugehen, sondern nur die Parteilichkeit ihrer Zusammensetzung hervorgehoben und darauf hingewiesen. daß auch die Zusammensetzung des Ausschusses des Gemeindebundes nicht im geringsten der Gerechtigkeit entspricht. 3/Die Einstimmigkeit der Annahme der vom Ausschüsse vorgeschlagenen Resolution will nichts besagen. Wenn man nur solche Herren eingeladen hat, von deren Zustimmung mau im voraus sicher überzeugt ist, ist es keine Kunst, einstimmige Annahme zu erlangen. Die wenigen — durch Irrtum des Bureaus oder, wie ich in besonderer Eigenschaft anwesend gewesenen dissentierenden Herren hatten die Versammlung schon längst vor der Abstimmung verlassen, da sie anderen, viel wichtigeren.'an demselben Tage in Berlin stattfindenden Sitzungen, insbesondere dem Alliancetage beiwohnen mußten. 4. Wenn der Herr Vorsitzende daraus, daß einige Mandate für - den letzten Gemeindetag von anderer Hand unterschrieben als ausgeschrieben waren, schließt, daß sie in blanco angestellt worden waren, - so wird sich dem wohl niemand anschließen können, da jedermann wohl weiß, daß es durchaus nicht üblich ist, daß die Gemeinde- . Vorsteher ihre gesamten schriftlichen Arbeiten mit eigener Hand erledigen. Ter Text jener Mandate ist daher jedenfalls von einem. , Gemeindeselretär geschrieben, während die Unterschrift selbstverständlich . vom Gemeindevorsteher selbst geleistet ist; daraus auf Blankomandate zu schließen, ist doch nicht gut angängig. In vorzüglicher Hochachtung Rawitsch. Georg Hermann Loewy, ■ ■ . Bankier. Nochmals: Herrn Rechtsanwalt Dr. Apfel. . m 13. Oktober habe ich an dieser Stelle einen Brief an .Herrn Rechtsanwalt Dr. Apfel veröffentlicht und gewisse über meine L Freunde und Meinen Austritt aus dem Jüdischen Jugendbund - Berlin gemachte Behauptungen richtiggestellt. Der Herr Adressat jenes Briefes tat das Klügste, was er tun konnte: er schwieg.. Statt seiner veröffentlicht aber der Jüdische Jugendbund Berlin eine Erklärung, die nichts ist als ein Spiel mit Worten und eine. Umgehung dessen, worauf.es ankommt. Für Unbeteiligte/ bemerke ich deshalb: - I. Die Behauptung, ich sei aus persönlichen Gründen aus dem Jüdischen Jugendbund geschieden, bleibt auch in ihrer Wieder- ' holung eine Unwahrheit. LSeweis: die gegen mich von zionistischen Herren imJüdischenJugendbund gerichteten Angriffe gelten nicht meiner Person, sondern meinem Parteistandpunkt. Meine beiden Angreifer (deren einer der Parteisekretär der zionistischen Vereinigungwar) - - ' waren mir bis dahin völlig unbekannt»,-ich hatte mit ihnen niemals vorher ein Wort gewechselt-, so daß jede Möglichkeit einer persönlichen - Differenz-von vornherein entfällt.- Als die Angriffe des einen Herrn ..

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