Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 51 (22.12.1911)
- Date
- 1911-12-22
- Page
- Seite 605 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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605 ./>■ 'Die Liste der Unterzeichner weist die NamenvönGorki, Kord» lenko, Kowalewsky, Arfenjetv und anderen führenden' Persönlichkeiten des geistigen Lebens in Rußland-aus. ' - ' > - -? . ' - ES wäre dringend zu wünschen/ daß dieser starke Protest auf die öffentliche Meinung einen Heilsarnen Einflußübte. - - / " Nicht Mnver erfrMich ist Mchsttzhende Nöttz des-,-BerkiM Tageblatts" vom 14. Dezember über die Art/ wie die gesetzgebende amerikanische Versammlung sich / der amerikanischest Juden annimmt und ihre Ungerechte Behandlung ist RstUand zu beantworten sucht: /,?. Das Repräsentantenhaus hat gestern mit 300 gegen eine Stimme den Antrag Sulzer angenommender die sofortige Kündigung des amerikanisch-rus fischen' Handelsvertrages fordert, 'weil-Rußland -dU in Amerika naturalisierten russischen Juden trotz ■ ordnungsgemäßer Pässe nicht einlaßt. Das auswärtige Komitee des Senats nahm hie Angelegenheit sofort auf., Die Annahme des Antrages im Senat, ist gleichfalls gesichert, jedoch wird der Beschluß des Senats perzögert, bis der Präsident Gelegenheit hat, über die schwebenden Verhandlungen mit Rußland zu berichten. Dadurch ist die Kündigung des Vertrags vor Jahresschluß wahrscheinlich unmöglich, und hier», durch wird die Fortdauer des Vertrags um weitere zwei Jahre herbeigesührt. Es wäre außerordentlich wünschenswert, ist aber leider nicht zu erhoffen, daß europäische Staaten, die ja noch viel mehr als Amerika durch diese alles Völkerrecht verhöhnende Behandlung der Juden gekränkt 7 werden, -diesem Beispiele folgten.; . ■ .. Höchst unerfreulich ist das, was in Rußland selbst geschieht, Da stehe zunächst eine Petersburger Korrespondenz der N. I. K, die so lautet: : Die Reichs dum a trat am 6. Dezember in die Beratung der Vorlage, betreffend die städtische Selbstverwaltung im Polen, ein. Der Entwurf, der unter der aktiven und passiven Mitwirkung der fortschrittlichen polnischen Parteien zustande gekommen ist,, sicht bekanntlich eine weitgehende Entrechtung der jüdischen Bevölkerung vor. In der Dumaverhandlung protestierten nun die Abgeordneten Maslenikyw (Progresfist) und Schtschepkin (Kadett) gegen die Beschränkung der Rechte der Juden. Die Frage ries Erklärungen jüdischer und polnischer Abgeordneter hervor.. Abgeordneter Jaronski (Pole) erklärte offenherzig, der Polenklub halte gegenwärtig die Er-.: Weiterung der Rechte der Juden in den polnischen Städten sür .unmöglich, da sie bei Aufrechterhaltungder, Beschränkung der Rechte? der Juden im übrigen Reiche zu einer Ueherschwemmuug der? polnischen Städte durch Juden führen würde,. . Die Judenfrage spitze. , sich jetzt auch, in Pol?n zu.' . .. . Abgeordneter. Friedmann (Jude) wies darauf -hin, die. Polen die -stets Liber Unterdrückung klagten, hätten iy ^keiner der drei Reichshumen Juden aus dem Weichselgebiet zu gelassen,: und -sie^ würden, auch jetzt - den Ruhm des polnischen/Bolkes durch/Hie^Zu^ stimmung zur Rechtsberaubung der -jüdischen Bevölkerung. uicht -er-, höhen. . .... . - - : - , DieDuma, beschloß, die Debatte über-die Vorlage aufMotttag?! zu vertagen. « j , In einer nnderewBeratung -derReichsdumM handelt es sich um das WehrpflichtHefetz/'meisten Westunnlüngen^ desselben haben für rrnfere Leser -kein Nur ein Vorschlag der Kommission ist bemerkenswert, riämlrch ' der, die im Gesetze borgesehdne Geldstrafe/ fW FumMen von Juden, die die Wehrpflicht umgehen,.abzuschaffen. Düs klingt .ja rechts günstig, aber M . diesen Rosen Dornen verborgen find. Es hat-fast den An-, schein, als wenn etwa hier der Anfang gemacht würde, die Juden von ihrer Pflicht und zugleich von einem ihrer i höchsten Rechte, - dem der allgemeinen. Wehrpflicht, zu befreien. ' Es wurden in Preußen allerdings vor . 70 Jahren derartige Versuche gleichfalls erlebt, und es gehört zu den großen Ver» - ÄenW-HWApsöN, sich gegen diese angeblichen Beglückungs- / onsüche/ gewNjzt und damit eine der größten Gefahren von > den Juden enlfärnt zu' haben. Wir wollen hoffen, daß auch / m Äußland, fvenn' pirklich/dört oine ähnliche Gefahr droht, ' sich Männer -finden, die..besonnen -und tatkräftig genug sind,: um ^ein solches Mebel-- von? unseren Glaubensgenossen abzuwenden, i; _ ... 5..-; Zum Kchluß geben wir einer Notiz der HMschen/Zeitung" Raum, hie einem Artikel ^Krankhafte. Empfindlichkeit" entnommen. i ist. , Es wird. darin gezeigt, > daß „die... ungünstigen Berichte der europäischen Presse einerseits über die Niederlagen der Italiener im tripolitanischen Kriege, anderseits über die von den Italienern verübten Grausamkeiten eine höchst ^traurige - und--in/itzren'/Folgen geradezu unübersehbare Gereiztheit vielerKreise hervorgerufenhäben. Dann heißt es : Mit neper /Kraft flammte, der italienische Zorn gegen die euro-. päische Prßsse.aüs, als/ diese festsiellte, daß die . Italiener am 23. und 26, Oktober vor dem ungestümen Angriff der türkisch » arabischen Truppen hatten zurückweichen müssen, als grausige Nachrichten über.^ die blutige Unterdrückung per arabischen Revolte in/allen Zeitungen Europas veröffentlicht/, wurden.' Daß einzelne dieser Berichte direkt aus italienischen BlättÄn,wie aus dem Mailänder „Secölo" und der TurjNer „Stampa", entnommen waren,, wurde von der . italienischen //Presse / entweder nicht bemexkt. oder absichtlich ver- / schwiegen. So wurden. Me. diese Mitteilungen als „lügenhafte Ver» leumdungen* bezeichnet, die Fo.y/.der/EMit türkischem Geld gekuüften Judenpreffe^ in die West gesetzt wurden, um/ die tapfere italienische/ ArMe und die/Gesittung Italiens in den Äugen der Külturmensch-. he^Herabznsetzen /und' bas siegreiD/Vordringen .dex,Hatienischen' Streitkräfte zu verkleinern. . Ganz .merkwürdig war es, daß in Italien, das sich bisher bainit götzrüsiet hatte, jene rückständige Bewegung, die//nördlich der Alpen ÄntisemstiSmüs/genannt wird, ab»; solüt nicht zu kennen, mit einem Schläge eine förmliche antisemitische Hetze entstand, die sich mit einem stattlichen Lexikon/von Schimpf- Worten gegen. die „Corrotta Stämpa Ebraica/', gegen// die „Usurai : Giudaici^ wendete. . Gleichzeitig, wurden Deutschland und/ Oesterreich?. . Ungarn der: Treulosigkeit gegenüber dem Dreihund beschuldigt, als würde dieser eine Klausel enthalten, die es der deutschen pnd .österreichischen Pxeffe zu< Pflicht://macht,/ italienischen Patriotismus /oder / / . richtiger^NÄion.astsyiuß' M fühlen'/ und.sich in ihren Äerichten vvn solchen Rücksichten/ beeinflussen zu lassen. .... r Wir.ckommen auf.^solche .höchst beklagenswerte Aus-, . schreitüngen des - Nationaltsmus//gelegentlich zurück. Aus dem 25. und 50. Ishrgsns der Wgemklnen Leitung des Judentums. isi die/HedeuLung ' Vf*M^Uig-K^jppsMsj/ Wr-Mo MeschiKebsss--deutschen.? Judentums gewürdiAt und auch Mine- WtigkM ^für v die ' AllgemeiiMZeituNg rdes ' Judentums gestEt. - Diese / jedoch-^ ' die' voMihnr insMbett gerufen, ivill/nichtnur durch Men ' Fesiartikel, durch däs Bild des- Verstorbenen sowie durch den nachfolgenden Artikel Friedmanns und andere das Andenken an ihren Begründer, feiern, der'mehr als 50 Jahre dieses Blatt,geleitet und es trotz aller Nachahmungen an die erste Mnd Po rnehmste ÄMe gerückt hat. %; Vielmehr sollen/zwei seiner Beiträge,/ der eine ein Leit» J artikel aus Nr. 52 des 25. Jahrgangs (24. Dezember 1861) i