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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-12-15 · Heft 50 (15.12.1911) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 50 (15.12.1911)
Date
1911-12-15
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 . : Bevölkerung in Palästina zu schaffen. Da man in Palästina eine arabische Spitze vorfand, die allgemein als sehr schön bezeichnet wurde, so versuchte man zuerst in Jaffas ein, Atelier für Spitzenklöppelei einzurichten, um dann in den anderen Städten Palästinas durch Einführung der Heimarbeit für Spitzen das Kulturniveau ^er weiblichen Bevölkerung zu heben. Nach anfänglichen Mißerfolgen, gelang es dem Verband, unterstützt von anderen Institutionen, das Atelier in Jaffa zu hoher Blüte zu bringen. Das Atelier wird von mehr denn 40 Mädchen besucht, die mit Lust und Liebe bei der Arbeit sind; die Zöglinge erhalten hier auch Unterricht in -Her hebräischen Sprache, im Turnen und in der Naturkunde. Die weiteren Erfolge der Spitzenklöppelei in Palästina können alssehr bedeutend bezeichnet werden, denn selbst hochstehende Persönlichkeiten, 1 wie die Großherzogin von Baden, haben die Spitzen für ihr Museum angekauft, und der Frauenklub in Berlin hat in einer von ihm veranstalteten Ausstellung von Frauenarbeiten in Palästina eine reichhaltige Kollektion der Spitzen weitesten Kreisen zugeführt. Ermutigt durch diese Erfolge hat der Verband noch weitere Ateliers in Jerusalem, Liberias und Ekrön errichtet. DaS Atelier-in Jerusalem, das unter Leitung einer geborenen Hamburgerin, Frau Meher-Lübke, steht, ist von einer reichen aus Moskau stammenden Dame mit bedeutenden Mitteln ausgestattet worden. Auch hem Sanitätswesen hat der Verband seine Tätigkeit zugewandt. Mt Hilfe von in Europa ausgebildeten Krankenschwestern .ist es ihm .gelungen, in Jaffa das dort bestehende jüdische Hospital bedeuteiitzizu verbessern. Auch in Haifa wurde ein neues Hospital gegründet. Weiter will der Verband der Waisenpflege in Palästina seine Aufmerksamkeit zuwenden. Der Verband plant weiter die Errichtung einer Haushaltungsschule, verbunden mit einer Landwirtschaftsschule. Eine Landwirtschaftsschule ist bereits am Tiberiassee ins Leben.gerufen worden, und wenn der Versuch gelingt, soll das jüdische Waisenhaus von Jerusalem nach Rehoboth verlegt werden, wogegen die Haushaltungsschule für Jaffa geplant ist. Zur Durchführung aller dieser im Interesse der zu verbreitenden Kultur in Palästina notwendigen Pläne bedarf es aber weiterer Mittel, und deshalb ersuchte die Rednerin am Schluffe ihres sehr beifällig aufgenommenen Vortrags, den Verband durch Zuwendung größerer Mittel in seinen Bestrebungen zu unterstützen. nur eigenes Fabrikat, als Mäntel, Jacketts, Stolas, Muffen nsw., iii allen Pelzarten, vom einfachsten bis elegantesten Genre zu * soliden Preisen. , flug. Strangfeld, Berlin W., Potsdamer Str. 106, II. yffim . 'J. A. 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Für Synagogengemeinden ist-die Entscheidung wichtig, bie der hiesige Bezirksausschuß wegen Heranziehung zu den- Kultusausgaben in der Klage des Kaufmanns Simon in Berlin gegen die Shnagogengemeinde Osnabrück fällte. - Der Kläger war mit 96 Mark zu den Kültusabgaben herangezogen worden, und. zwar für seinen Grundbesitz, den er noch in Osnabrück hat. Er selbst ist nach Berlin gezogen und gehört der dortigen israelitischen Gemeinde an. Die Synagogengemeinde hatte seinerzeit bei dem Magistrat den Antrag gestellt, zuzulassen, daß Israeliten-die anderwärts wohnen und einer anderen auswärtigenj'Kültusgemeinde angehören, doch von ihrem innerhalb der hiesigen Synagogengemeinde belegenen Grundbesitz zu den Kultusbeiträgen herangezogen würden. Der - Magistrat hat die Heranziehung für rechtlich nicht angängig gehalten. Der von der Antragstellerin im Beschwerdewege angerufene Regierungspräsident dagegen hielt die Heranziehung für zulässig. Auf seine Veranlassung hat dann die Gemeinde den Beschluß gefaßt, daß die Auswärtigen von ihrem hiesigen Grundbesitz mit 40 Prozent der Grund- und Gebäudesteuer herangezogen werden sollen. Durch diesen Beschluß wurden neun Personen betroffen. Der Vertreter der beklagten Gemeinde betonte, daß gerade auf Veranlassung jener Personen die Synagoge erbaut und dadurch der Gemeinde eine schwere Last aufgebürdet sei. Jetzt seien sie von hier sortgezogen. und die Gemeinde sei mit ihrer Last sitzengeblieben. Die Mitglieder der Shnagogengemeinde zahlen über 200 Prozent der Einkommensteuer als Kultusabgabe. Der Bezirksausschuß stellte sich auf die Seite der Gemeinde und wies den Kläger ab. Er werde in Berlin zu den Kultusabgaben herangezogen, nur sein hiesiger Besitz bleibe davon frei. Daher erscheine es angemessen, ihn mit dem Grundbesitz, der innerhalb der beklagten Gemeinde liege, zu deren Kultuslasten heranzuziehen. Die alten hannoverschen Gesetze, besonders das von 1842, ständen dem nicht entgegen. Oesterreich-Ungarn. K. Wien, 10. Dezember. Aus Budapest kommt die erschütternde Nachricht von dem Ableben des Herrn Hofrates Dr. Philipp Weinmann, des langjährigen und verdienstvollen Präsidenten der dortigen israelitischen Kultusgemeinde. Hosrat Weinmann, der ein Bie Herftellung von "Y\Z7!D Palmin (Pflanzenfett) und Pahnona (Pflanzen*Butter*Margarine) gefcbiebt unter ftändiger Rabbinatsaufficbt. Beide Produkte find ganz* @licb frei von tierifcben Fetten, können daher gemäß Zitteft für Milcb= und Fleifcbfpeifen ver» wendet werden. \ £ Htleinige Produzenten: : H.Schlinck & Cie. A.-G., Hamburg-Mannheim. General-Vertrieb für den Poftbezirk; Berlin: Hd. Goldfcbmidt, Berlin C. 2,*Neüe Frfedricbftr. Nr. 45. 0031010002003201

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