Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 50 (15.12.1911)
- Date
- 1911-12-15
- Page
- Seite 600 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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600 worden' sind,""eher als Mitglieder anderer Völkei?zünekNNHerkenyü.n^ Heines neigen. - Das Urteil über Heine lautet solgeüderlnaßen: l.A «Aber ich glaube zuweilen, daß die Deutschen selbst die in ihrer Sprache liegende Fähigkeit nicht schätzen,-zu allen Zwecken bewundernd lvert zu werden,. tyenn ein großer, Meister des Stiles sie. handhabt^ Ich meine damit nicht die Lyrik, denn wir wissen ja alle, daß hinsichtlich der lyrischen Dichtung Deutschland kaum eine Rivalin hat? Ich wähle wieder Heine als Beispiel. Stets, wenn ich nach Düsseldorf komme, bedaure ich es. kein Anzeichen dafür zu finden, daß die Stadt stolz aus ihre Verbindung mit seinem Namen ist: Gewiß, er krittelte oft, er lachte über seine Landsleute; aber er verspottete auch uns' Engländer und am meisten vielleicht die Franzosen. Er kannte und liebte Deutschland wahrhaft, und doch kann man kaum sagen, daß. Deutschland ihn schätzt, obzwar er doch.eine deutsche Prosa schrieb/ wie vielleicht kein anderer. Wir sind gewohnt, den jungen Goethe u bewundern, der schon vor seinem 26. Jahre viele seiner bedeutendsten ' Werke geschrieben hat, den Urfaust. Götz, Weither sowie einige feinet: besten Lieder. Von Heine aber hören wir in Deutschland wenig!' Ich halte es für ein Zeichen mangelnder Einsicht, daß in Deutschland der Wert dieser einzig dastehenden Persönlichkeit nicht voll gewürdigt wird, eines Mannes, der so viel wußte und sein Wissen in glänzenden^ Worten und in solcher Klarheit zum Ausdruck brachte. Än Heine' findet St. Boeuve seinen Rivalen in bezug auf Feinheit des Urteils) und die Sprache Renans ist nicht graziöser und präziser, und doch^ besitzt, so viel ich weiß, Deutschland kein bedeutenderes Denkmal Heines, nicht einmal Düsseldorf, sein Geburtsort." L. 0. ■ Lüchereinlsuf. .J., Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurückfendung der Bücher findet in keinem Falle statt. - Das Kind. Roman von Martin Beradt. S. Fischer, Verlag Berlin, 1911. Publications ok tbe, American ^e^visb Llistorieal Society. Number 20. , Published by the Society, 1911. .;; Israelitisches Zentral-Waisen°^-und Mädchenheim zu Bäd Ems. Vierzehnter Jahresbericht für die Zeit vom 1..' April 1910 bis' 31. März 1911. - Schlesien. Illustrierte Zeitschrift für die Pflege heimatlicher ' Kultur. Zeitschrift des Kunstgewerbevereins für Breslau und die- Provinz Schlesien. Phönix-Verlag Fritz L Karl Liwinna, Breslau , und Kattowitz. Heft 1, 5. Jahrgang. Die blaue Laterne. 1. Jahrgang. Berlin, 10. August 1911. r Nr. 11. Verlag Die blaue Laterne. Berlin SW. 68, Friedrichstr. 214. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. 7. Jahrg. Juli— August 1911. Heft Nr. 7/8. - Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das . gesamte; Judentum. Heft 8/9. 1911. -11. Jahrgang- Verlag Ost und West" Leo -Winz. Berlin-Charlottenburg. Knesebeckstr. 32. . . Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Nr. 8 und 9. 1. Jahrgang. Des Königs Erziehung. Eine halb spaßhafte. Geschichte von- Wilhelm Hegeler., : Mit Zeichnungen von Arpad Schmidhammeru Holbein. Verlag. Stuttgart. - , , Karl Stauffers Lebensgang. Eine Chronik. der Leidenschaft von c Wilhelm Schäfer. 1912. München und Leipzig bei Georg Müller.'! Johannes Höffner: Gideon, der Arzt. Roman. Berlin, F.Fon-, - tane.& Co. . -Grundriß der Gesamtwissenschaft des Judentums., Neueste: Geschichte des jüdischen Volkes von Prof. Dr. Martin Philippson.;: Band, 3. Leipzig, Buchhandlung Gustav Fock G. m. b. H., 1911: . -- Der Kulturspiegel. Monatsschrift von Georg Muschner,: Herausgeber. München-Leipzig. 1. Jahrgang. Heft 1. Oktober 1911. . ' / Die- Stellung des Aristoteles bei -den Juden des Mittelalters. /: Ein Vortrag von Dr. S. Horovitz, Dozent am jüdisch-theologischen Seminar zu. Breslau. Leipzig, -Buchhandlung -Gustav' Fock,' G. m. b. H., 1911.; : : .v . < Liederdes Ghetto: Jih fing Var ihr. Preis 1 Mark. Verlag? von Loüis Lamm, Berlin 6.- 2: Lieder des Ghetto: Golns Marsch. Preis 1 Mark. Verlag von Louis-Lanim, Berlin C. 2. , .... ..KaM Briefe. Ausgewählt und heraus gegeben von F. Ohmann 1911. Erschienen im Insel-Verlag. Leipzig. Patriotische Festreden anläßlich des 60. Regier ungs-Jnbiläu ms und des 81. Geburtstages Sr. Majestät-des Kaisers Franz Joseph I. Gehalten von Dr. M. Lewin, Rabbiner in Nikolsburg. Wien 1911 Druck und Verlag von M. Waizner L Sohn, Wien IX. Sxrechsaal. Z ur Abwehr! 9n Nr. 48 des „Israelit" ist unter der Ueberschrift „Verbotene Gottesdienste in Bayern" ein Artikel enthalten, der in tendenziöser Darstellung mit inneren Angelegenheiten der Knltusgemeinde Bamberg sich beschäftigt und auf Grund von unwahren Behauptungenverleumderische Angriffe gegen meine Amtsführung richtet, die mich zu einer scharfen Zurückweisung vor dem Forum der Oeffentlichkeit nötigen. Da die Einzelheiten lokaler Vorgänge für die Leser dieser Zeitung kein besonderes Interesse haben, so begnüge ich mich zum Verständnis des nachfolgenden vorauszuschicken, daß hier gelegentlich der letztvergangenen heiligen Feiertage von einigen Leuten, die an unserem schon seit vielen Jahren von einem gemischten Chor begleiteten Gemeindegottesdienste nicht teilnehmen mochten, in einem Wirtschaftslokale ohne vorgängige Rücksprache mit dem zuständigen Rabbinate oder der Kultusverwaltung ein Winkelgottesdienst abgehalten wurde, den die städtische Polizei im Einklang mit den in Bayern geltenden Gesetzen und Verordnungen beanstandete. Nun behauptet dreist und gottesfürchtig ein Artikelschreiber im „Israelit": „wie . bestimmt verlautet, waren die polizeilichen Re- , cherchen (betreffend Separatgottesdienst) vom Rabbinat veranlaßt worden". Diese Behauptung muß ich als Erfin dung brandmarken. Weder das Rabbinat noch die Verwaltung haben diese Recherchen veranlaßt, sondern diese sind, wie der hiesige Magistrat zu bezeugen - bereit ist, durch eine von mir unbekannter Seite an die Polizei ge? - langte Beschwerde veranlaßt worden. Und wenn der Artikelschreiber - dann weiter seinen Lesern erzählt, ein Schüler habe wegen Teilnahme an verbotenen Gottesdiensten aus meine Veranlassung eine Rektorats» strafe erhalten, so ist auch das eine ungeheure Unwahrheit. Was will denn eigentlich der Artikelschreiber, der sich zum un-; berufenen Retter der angeblich von uns verfolgten Märtyrer ihrer . orthodoxen Ueberzeugung aufwirst? Wie jedermann in Bayern weiß, will derselbe nichts anderes als die von ihm propagierten Bestrebungen zur Herbeiführung einer Revision der bayerischen Juden? . ' gesehe durch Lärm und Geschrei über Vergewaltigung und Kneblung der Gewissen aus dem Schlafe wieder wecken. Der Kampf für. die Revision ist sein gutes Recht. Aber mit anständigen Waffen muß dieser Kampf geführt werden. Kennt der Artikelschreiber nicht den Satz: mid’vvar scheker tirchok? Oder soll der Zweck die/ Mittel heiligen?- Ich will zu seinen Gunsten annehmen, daß er das Opfer einer falschen Information geworden ist. Bamberg, den 7. Dezember 1911. Rabbiner Dr. A. Eckstein. Sruckkrhlerdrri chtrgung. In der vorigen Nummer ist' auf Seite 2 (Gemeindebote) Spalte rechts, Zeile 30 von obern in dem Spruch des Professor Dr. Th. Landsberg bei Vollziehung der. Hammerschläge der Fasanenstraße-Synagoge ein sinnentstellender Satzfehler. Es soll heißen: Stürmen trotze, Enkeln künde der Ahnen Tun. Es ist gedruckt: Engeln künde. .. . * M