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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-12-15 · Heft 50 (15.12.1911) · p. Seite 592

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 50 (15.12.1911)
Date
1911-12-15
Page
Seite 592 (sequence 4)
Language
German
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„ ühjftoufenö Meften-weitivon hier ani den Juden begangen' werden, und fie bedeutet den Beginn einer neuen- Epoche - -der Humanität in .. diesem Lande. Die Geistlichen find dazu berufen, das Gewissen des Volkes zu erwecken und gegen eine Tyrannei anzükämpfen, die..sonst kein. Ende nehmen würde. j Wenn Rußland amerikanischen Bürgern daS Recht. auf Leben, Freiheit und Eigentum bestreitet, dann ist es. nicht unsere Sache, ' nach ihrem Glauben zu fragen. Das Siegel Nördamerikas ist nicht das Siegel einer Sekte. Etwas Schändlicheres als die Jnterpretatioü des Vertrages vom Jahre 1832 durch 'Rußland ist in der Geschichte des internationalen-Rechtes kaum zu finden." ' ■* 1| Daran anknüpfend schilderte Strauß den Kämpf, den er mit der Pforte im Interesse der amerikanischen Missionen zu führen hatte und den er schließlich sogar ohne die Unterstützung des englischen Botschafters ausgefochten hat, wie ' wohl auch die englischen Missionen bedroht. waren. . Rach dieser Rede spielte sich eine ' unvergeßliche Szene ab. Der. Präsident der Versammlung. Reverend Sträng, schritt auf Strauß zu. legte ' die Hand auf dessen Schulter und sprach feierlich: „Kein amerikanischer Gesandter hat zum Schutze unserer christlichen Missionen in der Türkei jemals so viel geleistet, wie Oskar Strauß — der Jude." Und Reverend Dr. Ralson fügte unter unbeschreiblichem Jubel hinzu: „Einen .solchen Botschafter wie Mr. Strauß benötigen ' wir in Rußland!" Die Versammlung hat zwei Resolutionen angenommen und beschlössen, dieselben sowohl dem. Prä- , sidenten Taft wie auch dem griechisch- .orthodoxen Erzbischof in. New' Jork zwecks Absendung, cm den Zaren bzw. an die „Heilige Synode" zu überreichen. Dieses Meeting bildet, wie die „Neue Nationalzeitung" in .. Wien, der wir diesen Bericht ent- ... nehmen, bemerkt, den Anfang einer großartigen Agitation,, welche von dem., unter...dem Präsidium des gewesenen Berliner Botschafters, *, Andrew White, stehenden National- . komitee zur Beseitigung des Han- ,delsvertragesmit.Rußland..-em.geleitet wurde. Es ist nicht ohne, Pikant erie, daß gerade vor sechs.Jahren, auf den. Tag, und zwar ebenfalls arn Montag, .. den.30. Oktober (1905);, der bekannte. Ükas des Zaren mit.so viel Hoffnungen pon^ Rußland;, und der zivilisierten Mett.be^ .grüßt wMde.. Heute nachsechs Jahren haben die geistliches Führer Nordamerikas vor aller Welt die russische Barbarei gekennzeichnet. . ,; . . .. . Ssmukl Lohn. (Aus der „lewisb Bnoyelopedis".) " Ungarischer Rabbiner und. Schriftsteller-, geboren.in Bajaj Ungarn,., am 21. .September 1841. - Er ist. derHnkel . des..dortigen. Rabbiners.-Götz Schwerin Kohn, wurde imGhm-- ncisium seiner Vaterstadt, unterrichtet und kanr dann auf das jüdische Seminar für Theologie und an die Universität Preslau. 186ß wurde er als.Rabbiner nach..Budapest berufenwo er der erste war, der Predigten in^üngarischer .Sprache -hielt-- Er ist 'einer der Gründer und war lange Zeit Präsident der ungarischen 'Gesellschaft -für-Literatur. Seit 1898 liest Kohn Homiletik an der Rabbinerschule in Budapest. Kohn ist ein sehr fruchtbarer Schriftsteller. Er veröffentlichte Werke wie: „Der Prophet Elijah in der Legende", Breslau 1863; „ve Pentateucho. Samaritano eiusque cum versionibus antiquis nexu", Leipzig 1865; „Samaritanische Studien"; „Beiträge zur Samaritanischen Pentateuch-Ueberfetzüng und Lexikographie", Breslau. 1868; „Wie haben' wir unsere Emanzipation aufzufassen?", Pest 1868; ,-Zsinagogäi Szonoklatok", eine Sammlung von ungarischen Predigten, Budapest 1875; „Zur Sprache, Literatur, Dogmatik der Samaritaner", Leipzig 1875; „Die hebräischen Handschriften des ungarischen Nationäl-Museums zu Budapest" (ungarisch und deutsch), Budapest 1877; Mordechai ben Hillel, Sein Leben und seine Schriften nebstj sechs bisher unedierten hebräischen Beilagen (wiedergedruckt von der „Monatsschrift"), Breslau 1878; „Heber Kütforräsok es Adatok Magyarorszäg Törtenelmehez“, nach hebräischen Quellen und Daten der ungarischen Geschichte, Budapest 1881; „A Zsidök Törtenele Magyarorszdgön“’, Erster Teil einer Geschichte der Juden in Ungarn, 1884; „A Szombatosok, Törtenetük, Dogmatikajak es Jrodalmuk“, über die Geschichte, Lehre und Literatur' der Sabbatarianer in Ungarn, 1889, in Deutschland- Leipzig 1894; Kohn, Schwerin Götz, Bajai es Bäcsmegyei Förabbi Elete es Korrajz“, lieber das Leben; und Wirken von Götz Schwerin Kohn, Budapest 1899. Kohn' gab zusammen mit M. Kayserling „Die Ungarisch- Jüdische Wochenschrift" 1871 heraus, er schrieb auch die Artikel über die Juden, ihre Geschichte und Literatur in der ungarischen Enzyklopädie „Pallas". Er sandte häufige, Beiträge .an die führenden hebräischen, deutschen und ungarischen periodischen Zeitschriften und hat auch verschiedene Reden, die bei Gelegenheiten gehalten wurden,' veröffentlicht, so z. B. „Gedächtnisrede auf Dr. W. A. Meisel", 1868; „Rede bei Enthüllung des Meiset-Denkmals", 1868; „Was haben die jüngsten Vorgänge innerhalb der ungarischen Judenheit zu bedeuten?", 1870; „Die beiden Gotteswege, Gedächtnisrede auf Dr. Z. Frankel", 1875;. Grabrede (in ungarischer Sprache) auf Franz. Deäk, 1876. und Cremieüx 1880. . lBrißf aus London.! ■ .. Von Dr. C h o tz n e r. | er Gegenstand, der augenblicklich die Aufmerksamkeit der gesamten englischen Judenheit vorzugsweise auf sich zieht, ist. die hier bevorstehende Wahl eines Nachfolgers des seligen Chief Rabbi Dr. Herrman. Adler. .. Diese wird natürlicherweise keine leichte und schnell entscheidende sein.

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