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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-12-01 · Heft 48 (1.12.1911) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 48 (1.12.1911)
Date
1911-12-01
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 dürste auch der Friedhof haben, dessen ältester bisher gefundener Grabstein die Jahreszahl 1077 trägt. An der östlichen Mauer steht ein Grabstein, der dem Andenken der im ersten Kreuzzug der Wut des Volkes an der Spitze der Gemeinde zum Opfer gefallenen zwölf Vorsteher gewidmet ist. Dicht beim Eingang links vom Wege fallen zwei Grabsteine in die Augen, deren Oberkante eine Menge kleiner vom Boden aufgeräffter Kiesel trägt; es sind die des berühmtesten Gesetzeskundigen seiner Zeit/ des Rabbi Meir von Rothenburg, der in der Gefangenschaft des Kaisers Rudolf zu Ensisheim starb, und demjenigen, der seine' Asche gegen hohes Lösegeld befreite und in Worms bestattete, eines Frankfurter Juden, Süßkind Wimpfen. Gar manche Größe im Geistesleben des Judentums hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden. Gesterretch-Dngarn. K. Wien, 26. November. Zum zweitenmal innerhalb eines Jahres hat die Wiener Kultusgemeinde einen schmerzlichen Verlust zu beklagen. Kaum hat sich das Grab über Oberkantor B. Gutmann geschlossen, da wurde schon ein neues Grab gegraben für die sterblichen Ueberreste des Ob.erkantors Josef Singer, des verdienstvollen Nachfolgers des unvergeßlichen Gesangskünstlers S. Sulzer. Wenige Wochen nach seinem 70. Geburtstag, der seinen vielen Freunden und Verehrern den Anlaß zu Ovationen und herzlichen Sympathiekundgebungen bot, ist Oberkantor Kaiserlicher Rat Josef Singer am per- . flossenen Freitag in einem hiesigen Sanatorium gestorben. Dreißig Jahre lang hat Josef Singer als Oberkantor der Wiener Stadtsynagoge gewirkt. Seiner angegriffenen Gesundheit wegen schied Singer freiwillig aus seinem Amt. Noch war ihm die Feier der Vollendung des 70. Lebensjahres im Ruhestände vergönnt, dann , mußte er eine Heilanstalt aussuchen. Singer, der aus Ungarn stammte, absolvierte in seiner Jugend die Lehrerpräparandie in Tyrnau und besuchte später das Konservatorium in Prag, worauf er nach Wien kam, um auch das hiesige Konservatorium zu frequentieren. Singer stellte sein musikalisches Können in den Dienst des Tempelgesangs. Er wirkte zunächst als Kantor in Beuthen in Schlesien und kam später als Oberkantor nach Nürnberg. Auf Empfehlung von Hanslick, dem Musikreferenten der „Neuen Freien Presse" und Gold-, mark wurde Singer 1881 unter dem Präsidium des Dr. Ignatz Kuranda nach Wien als Nachfolger Sulzers berufen. Er war Begründer und Präsident des Oesterreichisch-ungarischen Kantorenvereins und unterrichtete viele Jahre unentgeltlich im Israelitischen Blindeninstitut. An seiner Bahre trauern seine einzige Tochter, die Gattin des bekannten Komponisten Oskar Straus, sowie drei Söhne, von denen einerKantor in Kattowitz ist. An dem heute stattgefundenen Leichenbegängnis dieses langjährigen Funktionärs der Kultusgemeinde nahm der Gesamtvorstand sowie sämtliche Kollegen und zahlreiche Freunde und Verehrer des Verblichenen teil. In den vielen Reden, die an seiner Bahre gehalten wurden, wurden die guten Charaktereigenschaften des Dahingeschiedenen betont, der es verstanden hat, die Sympathien aller Mitglieder der Kultusgemeinde zu gewinnen. Möge die Gemeinde bald einen würdigen^ Ersatz für den Verlust des Kaiserlichen Rats Josef Singer finden! Detektiv 8eil>old, Kgl. Kr.-Pol.- Wacht«». a.D., Berlin-Wilm., Hildegardstr. 27, Tel. Psbg. 9188. Zuverlässigste Erledig. ipd tos J. Herzberg, Gütersloh Fernsprecher 102 empfiehlt als Spezialität^ ff. grobgewiegte westfälische Kochwurst, vorzüglich auch zum Rohessen, ferner ff. Gänsewurft, ff. Zervelatwurst, ff. Leberwurst, ff. mitdgesalz. Rauchfleisch, ausgebratenes Fett, auch in 1 Pfund-Packung. Preisl. a. Wunsch. Wiederverk. Rabatt. Ia Frankf. Kochwurst (Spezialität) pro Pld. M. 0.90 Ia Zervelatwurst pro Pfd. M. 1.40 Ia 'Landwurst pro Pfd. M. 1.20 Garantiert haltbar.bei jeder Witterung. Versand upter Nachn. HI. 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