Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 46 (17.11.1911)
- Date
- 1911-11-17
- Page
- Seite 550 (sequence 10)
- Language
- German
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'10/ 9,' 1:7,' 12; 18,' 34; 42, 2 (Vom Hirschen, der nach dem Quell sehnend lechzt),-49, 7; 68, 31; 78. Allbekannt ist das i schöne Gleichnis von dem Vogel, der sein Heim findet; selbst die Schwalbe hat ihr Nest. .. 84, 7; -114,. 4; 140, 4 usw. In den Pr overbi en ist der bekannteste Spruch von der Ameise (6, 5-^8) -Kap. 30, wo -von der Klugheit kleiner Tiere die Rede ist (V. 17, 19, 24—28), vom Mute des Löwen > (V. 29) und anderes. - Im Buche Hiob sind besonders zu bemerken die Stellen: 6, 5; 8, 4; 20, 16; 39,15 und 27. Anerkennung dem Schäferhunde zollt Hiob 30/1. - Nicht zu verwundern ist, wenn das H oheli ed ' in Wald und Flur seine Gleichnisse sucht, so: 2/ 9; 4/1. 2. 5; 5, 10—11; 6,6; 7,4; 8/14. Die Klagelieder vergleichen auch das vernichtete Israel mit bedrängten Tieren '(1,6; 3, 52) und den' grausen Feind mit dem Räuber im Hinterhalt (3, 10). — Auch der Prediger erwähnt äußer der oben angeführten Stelle: 3, 19—22 in 9, 12 das Tier. '/;; /;’/./ I. ' ' . " formen des Tierschutzes. „Kenne wohl die Natur deiner Herde, hege Sorgfalt für deine Tiere! Denn nicht ewig ist der Schatz, selbst die Königsmacht dauert nicht für und für. Doch verschwindet auch das Gras, erscheint gar bald das sprossende Grün und du kannst die Berghalden mähen. Lämmer geben dir die Kleidung, deiner Felder Preis sind Böcke; es genügt für dich als Nahrung der Ziegen Milch, ist Lebensunterhalt für deine Familie und deine Mägde." (Proverbium 27,23—27.) Der Tierschutz im Judentum war von solch außerordentlichem Einflüsse auf die gesellschaftliche Stellung seiner Bekenner, daß er Mitschuld trägt an der Isolierung und Drangsalierung der Juden selbst in sonst freien und liberalen Staaten, wie z. B. im Kanton Zürich. ' Der Tierschutz? höre ich fragen. Das ist doch kein ausschließlich jüdischer Begriff, sondern seit' undenklichen Zeiten bei den verschiedensten Völkern verbreitet, wie aus zahlreichen Quellenschriften, neuerdings aus Westermarcks Ursprung und Entwicklung der Moralbegriffe, entnehmen. HammurrLbis Gesetzesparagraphen 224 und 225 sprechen schon um 2250 v. Ehr. von Tierärzten. Und dennoch spreche ich von dem schädlichen Einflüsse des Tierschutzes im Judentum, und zwar von jenem Komplexe von Gesetzen, welche die Schonung der Gefühle der Tiere betreffen, wie z. B. einige Formen im Schächtritual. I. Schu tz u n d S ch o n ung b es l eben den Ti e re s. Es bedarf durchaus keines übrigen Beweises, daß die Hirten und Bauern ihr Vieh pflegen und hegen. Es ist jene Szene so lieblich und anmutig, als Abrahams Vertrauter, Weser, der Rebekka begegnet, um einen Schluck Wasser bittet und darauf die Antwort'erhält: „Auch für deine Kamele will ich schöpfen, bis: sie ihren Durst gelöscht haben . . ." und als er sich erkundigt hatte,-ob in /ihrem Vaterhause genügend Raum für ihn wäre, er die Antwort erhielt: „Sowohl Stroh als Futter ist vollauf genug Und auch genügend Raum zum Uebernächten" (Genesis 211, 19 und 25). Doch finden wir auch Schriftstellen im Pentateuch, welche selbst das Wild dem Mitleid empfehlen: „Was der Brachboden hervorbringt,-das diene euch zur Speise. . .' es diene deinem Vieh und auch dem Wildbestande eures Landes zur Nahrung!" (Leviticns 25, 6-7-7) oder: „Was vom Ertrage des Brachjahres die Armen übrig lassen, das verzehre das.Wild des Feldes" (Exodus 23, 11). > Doch die 'Fütterung der Tiere allein genügt nicht, das Last- und Reittier muß auch rasten: Wenn nun auch Exod. 20,10 in die Sabbatruhe das Tier bloß' mit hineinzieht, erklärt Exod. 23, 12 die Säbbatrühe für notwendig. ,^damit ausruhe dein Ochs und dein Esel", das erstere der Typusdes' Lasttieres, das letztere der Typus der Reit- und Saumtieren Ebenso lautete im Dekaloge.des Deuteronomiums (5, .14)/ Außer des Ruhetages muß auch an Arbeitstagen' dafür gesorgt werden, daß die Tiere nicht überangestrengt werden. Ein Beispiel dafür gibt der Patriarch Jakob> als ihn sein Bruder Esau ausfordert, mit ihm zu halten: „Mein Herr wird wohl wissen, daß die Kinder noch zart sind. Unter dem Kleinvieh und den Rindern sind viele trächtig; wollte man'die auch einen Tag nur (übermäßig) äntreiben, so ginge die ganze Herde zugrunde" (Genesis 33, 13). / Ermüdet. unterwegs das Tier/ so schlage man es nicht (Numeri 22, 32). , Doch alle diese Maßregeln gebietet der gesunde Egoismus; nicht so ists aber, wenn Deut. 22, .4 vorschreibt, daß man dem auf dem Wege ermüdet zusammenbrechenden Tiere aushelfe. '' - '' - ' ' lFortsetzung folgt.) liLecfSi» Stirn Lämpchen. Roman von Peter UjvLri. Berechtigte Uebersetzung von Rosa Trencssni. XI.I. /Ms war ein wunderschöner Brief mitgewundenen Satz- ^^^schnörkeln,. daß Herr Flesch, als er denselben bei Eschkeles vorlas, bis zu Tränen gerührt wurde. „Ich glaube/das ist ein gebildeter Brief", sprach er bescheiden' und harrte in Ergebung der Anerkennung, welche/sich jetzt unbedingt in überströmender Weise äußern, müsse. / . Der Brief gefiel im ganzen sowohl als auch in seinen Einzelheiten. Besonders der Passus, worin er den an Esterchen gesandten Gruß auf folgende Art erwiderte: „Was aber Fräulein Esterchen betrifft, so will , ich, mein sehr geehrter Freund, hochgeschätzter Herr Liweitzer, hierüber nicht philosophieren, um so weniger, als,- gleichwie die Lotosblume ihre Wurzeln in der Tiefe des , Sees, verbergend, nur ihre Blätter dem staunenden Betrachten der in Bewunderung erstarrten Augen überläßt und, gleichwie ' die Wolken ihren eigenen Busen mit Blitzen durchzucken, /. ähnlich jenem als Naturphänomen anerkannten Phönix, , der sein sturmgekröntes Haupt in der öden Wüste verbirgt, ebenso verbirgt auch - obengenanntes Fräulein die weißen Blätter ihrer Seele im wogenden Schoß der Zeiten, unberufenen Augen keinen Einblick in ihre Seele gestattend, die, wie die Aeolsharfe die wilden Orgien des verheimlichten Glücks, jenes Echo mit zauberhaftem Email vergoldet, welchem sie bebend, die tosenden Lawinen ihrer aus dem Herzen strömenden, süßen Geheimnisse zuflüstert. Sie, mein sehr geehrter Freund, hochgeschätzter Herr Liweitzer, wissen sehr gut, daß es - Gefühle gibt, welche den Sturm übertönen und. ihren Arm protestierend emporstrecken, wenn/ ungebührliche Hände - rauh nach den Schätzen graben, dem Bergmann gleich, der tollkühn-in die Tiefe/ steigt. Demzufolge fühle, ich mich der freundschaftlichen Pflicht enthoben, daß ich Ihnensehr geehrter Freund, hochgeschätzter Herr Liweitzer, über Fräulein Esterchens Lawinen