Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 44 (3.11.1911)
- Date
- 1911-11-03
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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piff Grabe Jaffss, das in der Ehrenreihe des Weißenseer Friedhofs liegt, widmeten verschiedene Abordnungen dem großen Forscher warmmpfundene Worte. Jaffö war nicht nur ein hervorragender Gelehrter, sondern er war auch ein überzeugungstreuer Jude und eine Persönlichkeit von ungewöhnlichem Reiz. Schon durch seine äußere Erscheinung bereitete der große, breitschultrige Mann mit dem klugen. Blick überall Behagen, .wo er erschien. Obwohl er schon seit Jahren keine eigentlich klinische Stelle mehr bekleidete, war der ehemalige Assistent Leydens ein vielbegehrter Arzt, einer der gesuchtesten Konsiliarien, des Ostens. Trotz der wissenschaftlichen Höhe, auf der er stand, blieb er stets der gleich liebenswürdige, humorvolle und hilfsbereite Mensch, und als erlangst schon an die höchsten Honorare gewohnt war, lieh er seine Hilfe noch dem gering Bemittelten. £££ Liegnitz, 30. Oktober. Am 24. d. M. feierte der Vorsitzende des hiesigen Synagogenvorstandes Herr Ludwig Danziger sein 25 jähriges Vorstandsjubiläum. Der Jubilar war an diesem Tage der Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Der Gemeindevorstand, das Repräsentantenkolleginm, die hiesigen Wohltätigkeitsvereine und die Silesia-Loge U. O. B. B. hatten Deputationen und Ehrengaben gesandt. Namens der Gemeindebeamten hielt Herr Rabbiner Dr. Peritz eine tiefempfundene Ansprache. Auch vom Zentralverein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, dessen hiesige Ortsgruppe Herr Danziger leitet, vom Jüdischen Jugendbund, den Filialgemeinden Haynau und Jauer gingen Glückwünsche ein. Auch zahlreiche sonstige Gratulationen legten Zeugnis von der Wertschätzung ab, der sich der verdiente Jubilar in den weitesten Kreisen erfreut. J. Strelitz (Mecklenburg), 29. Oktober. Am 24. d M. starb in Neustrelitz der Großherzogliche Ober- und Landesrabbiner Dr. Jakob Hamburger im Alter von 87 Jahren. Mit ihm ist wohl der älteste deutsche Rabbiner dahingegangen. Geboren im Jahre 1824 in Oberschlesien besuchte er unter den größten Ent- ' behrungen berühmte Talmudschulcn in Böhmen und Ungarn. Mit 16 Jahren erhielt er das Rabbinatsdiplom von berühmten Rabbinern, unter denen sich auch Rappoport befand. Nachdem er in Breslau promoviert hatte, erhielt er die Stellung' als Rabbiner in einer kleinen Gemeinde Posens. 1859 wurde er nach Strelitz berufen und wirkte hier 52 Jahre hindurch mit dem größten Segen. Bei Juden wie Christen war er in gleicher Weise geachtet und geehrt. Von seinen zahlreichen Veröffentlichungen ist seine „Realenzyklopädie für Bibel und Talmud" die bekannteste. Die Beerdigung fand am 29. Oktober von der Synagoge zu Alt-Strelitz aus statt. Nachdem Herr Kantor Wehrend die Liturgie vorgetragen hatte, bestieg der Landesrabbiner von Mecklenburg-Schwerin, Herr Dr. Silberstein die Kanzel und zeichnete in trefflichen Worten die Verdienste seines verstorbenen Kollegen. Im Namen der Familie sprach darauf Herr Räbbinatskandidat Dr. Levin (Berlin). Unter zahlreichem Gefolge setzte sich der Trauerzug zum Friedhof in Bewegung, wo unter Gebet und Segen die Beisetzung stattfand. 22 Speyer, 29. Oktober. Auch in diesem Jahre ist der Bezirksrabbiner Dr. Landsberg aus Kaiserslautern als Mitglied der Prüfungskommission für die israelitischen Lehrer von der Königl. Regierung ernannt worden. Zu diesem Zwecke war von demselben als schriftliche Prüfungsaufgabe folgendes Thema zur Behandlung gegeben worden: „Wie ist im Anschluß an die biblische Königsgeschichte der Aufenthalt der Juden im babylonischen Exile methodisch zu behandeln und auf welche literarischen Produkte aus jener Zeit ist auch vom Inhalte und ihrer Form noch besonders hinzuweisen?" Die mündliche Prüfung fand vor einer ad hoc gewählten Kommission statt aus der systematischen Religionslehre, ans der Geschichte in hebräischer Grammatik. Auch die Methodik des Religionsunterrichts war in diesem Jahre Prüfungsgegenstand; die Reglung, der Prüfung und Vorbereitung für israelitische Religionslehrer, die nicht seminaristisch vorgebildet sind, fand bei dieser Gelegenheit eingehende Besprechung in anerkennenswerter Berücksichtigung seitens der Königlichen Regierung. GEGRÜNDET öS i@f»HZS'väer Kronprinz - Rudolf - in Marienbild. sigt durch dis Finna: fcDr. CARL SCHINDLER-BARN AY, BERLIN-WIEN^ t Schutz der r\as vorstehende Warenzeichen ist auf Grund des Gesetzes Warenbezeichnungen vom 12. Mai 1894, gemäss der Anmeldung vom 24. April 1908. für Firma Dr. Carl Schindler Barnay, Berlin, Weinstrasse20a, am 17. August 19C8 unter 109996 in die Zeichenrolle eingetragen. — Aktenzeichen Sch. 10 444 Klasse 2. — Geschäftsbetrieb, in welchem das Zeichen verwendet werden soll: Fabrik pharmazeutischer Präparate. Waien, für welche das Zeichen bestimmt ist: iP Marienbader Reduktionspillen. Kaiserliches Patentamt. (Stempel des Kaiserlichen Patentamtes.) e» (1 fObty II foscü II fosco 11 f.ö_SOj II (to^Cü II |l fOSCo fi=l I Ir'Säjy U&r t]!-lA y MK'- Erfrischendes alkoholfreies Cacao-Gelränk wird mir Milch u. Mineral wasser getrunken Ohne jede (bncurreni Überall erhältlich Alleinige Fabrikanten F.KORFFe^C? Amsterdam Berlin SW.gi PELZ WAR EN nur eigenes Fabrikat, als Hüntel, Jackett»', Stolas, Muffen usw, in allen Pelzarten, vom einfachsten bis elegantesten Genre zu soliden Preisen. Aug. Strangfeld, Berlin W., Potsdamer Sir. 106, II. Telephon VI, 7138. Gothaer LebensversicherungsbanK a. G. Versicherungsbestand am 1. Oktober 1911 . . 1078 Millioiven M-ark Bisher ausgezahlte Versicherungssummen . . . 600 Millionen Mark Bisher gewährte Dividenden . . . . ... . . 283 Millionen Mark Die stets hoben Uebersohüsse kommen unverkürzt den Versicherungsnehmern zugute, bisher wurde n ihnen 276 Millionen M: zurückgewährt . Sehr, günstige Versiehern.ngsbedingn.ngen. 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