Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 44 (3.11.1911)
- Date
- 1911-11-03
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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WWWMMWWWWWWWWZWWWM —- f> '-rrr . 2ä- Ä LLL FplMkfuttt M.» 27^ Woher./ Mf Wunsch .zahlreicher Mitzgli eder hätte perVorstand des-§3ereins zur Abwehr des AntisLmrtrs muL seine:: diesjährige - Generalversammlung nach Frankfurt a^M, am-Sonntagchen22. L)ktvder einberufen. Im 'Mittelpunkt der? Verhandlung:- standenzwei Referate des,^Abgeordneten,Georg Ho theinc und des UbgeorbnetenK arlFunck über .Offenen und verstechten Autiseuntisrnus"? und ,-Das Judentum im Kultur- und Wirtschaftsleben ^Deutschlands^- -Am. Vorstandstisch hatten unter anderew-Platz-^genommey^ Herry. Lasaulx, der die Verhandlungen auch zeitweilig leitete,' -der. frühere - Reichs tags a bgeordnete Geheimrat Benoit,L Karlsruhe, Pfarrer B atztenberg, Frankfurt a. M, Rechtsanwalt ,Dr. Ed. Bae^rwald, -Frankfurt a. M, der hessische Landtagsabgeordnete-Justizrat Reh/Alsfeld, und Justizrat Gallus, Darmstadt.: Machdern-^der: erste . Vorsitzende, . Herr Abgeordneter Go'th ein, die äußerordentlich. zahlreich besuchte Versammlung mit einer Begrüßungsansprache eröffnet hatte, ging er des näheren auf fein Thenia> über?offenen:und'perstechten Antisemitismus ein. Er er« innerte nach einem historischen Mickplick auf die konfessionellen Abschließungstendenzen im Mittelalter -daran, daß das Wort Rudolf v. Gneists von der - Umkehrung der Verfassung durch die Verwaltung heute/in-.-allen Zweigen des. öffentlichen Lebens, und insbesondere der staatlichen Verwaltung in? hie Wirklichkeit umgesetzt sei. Daher seien auch -nicht ,^die -spezifisch Mntisemitischen Parteien, die ja nur ein kleines-Häuflein-- inden Parlamenten darstellten. die hauptsächlichsten und . gefährlichsten Gegner - einer freien kulturellen und politischen Entwicklung --^-^die . Bedeutungdes -. Antisemitismus liege inder Unterstützung/ die er von den rechtsstehenden Parteien erhalte. . Das Gros der: Verwaltungsbeamtenerblicke in den befähigten und intelligenten-Juden eine unwillkommene Konkurrenz. Noch immer walte! ja die Tendenz vor,, die einflußreichsten Stellen in der staatlichen Verwaltung, die Offiziersstellen: in der Armee, gewissen schon durch ihre Herkunft privilegierten Schichten der Bevölkerung zu reservieren. Man wolle die Zahl der Konkurrenten um diese Stellen nicht noch durch die jüdischen Bewerber erhöhen, zumal, die Intelligenz dieser jüdischen Bewerber oft geeignet sei, diese Konkurrenz zu einer sehr unliebsamen zu machen. Diese Konkurrenzangst. beherrsche alle Zweige des staatlichen Organismus. Im übrigen seien die Hauptträger des Antisemitismus ein rückständiges Mittelständlertum, das neidisch auf die größere Wohlhabenheit der Juden sehe, und ferner die Unbildung und der Aberglauben in den Massen, in denen die Volksschule infolge der Feindschaft der reaktionären Parteien gegen eine umfassende Aufklärung der Massen bisher noch nicht in dem Maße habe wirken können, wie es wünschenswert wäre. Auf die parlamentarischen Verhandlungen näher eingehend, erinnerte der Vortragende daran, daß seit 1880 kein Jude mehr in Preußen Reserveoffizier geworden sei. — Eine Verwirklichung der verfassungsmäßigen Rechte . auch der. jüdischen Staatsbürger, die jetzt nur auf dem Papiere stünden, seien nur von einer allgemeinen liberalen Aera zu erwarten. Wem es ernst damit sei, daß die Gerechtigkeit und die Sittlichkeit die Grundlage aller Staaten bilden, wer den Wunsch habe, daß der Deutsche in diesen Fragen auch vor allen anderen Völkern stolz sein Haupt, erhebe, und wer mit daran arbeiten wolle, daß diese schmachvolle Bewegung aus dem öffentlichen Leben verschwinde und die Verfassung nicht ein Stück Papier bleibe, der möge die Konsequenzen ziehen und dem Verein als Mitkämpfer seine Unterstützung leihen. Das zweite Referat erstattete. Herr Landtagsabgeordneter Carl Funck, Frankfurt a. M. über „Das Judentum im Kultur- und Wirtschaftsleben Deutschlands". Der Aufschwung unseres Vater- Landes in wirtschaftlicher Beziehung sei zum guten Teil dem fördernden und belebenden Einflüsse der Juden auf den Handel und die Industrie, wie ihn auch Sombart in seinem bekannten Werke, Sßni zfo" /itmKtm ^tU4ti4v /ivUtvmi’ 4W fyonrjovH** ypounCftforiZ 3*¥'A Millionen Stüde ■T M.Kappus’sche Konkurrenz-., f Seife mit der Wage, Preis 25 Pf., f - sind seit deren Bestehen in “ Deutschland vei braucht word. * Äi der Tat ein schlagender Be- , j Weis für die Güte und die Be-; lidötheit dieser Toiletteseife. , M. Kappus Offenbach a. M. , Toiietteseilen- und * Parfüme rie- Fi i brik. Gegründet Kunst - Stickerei - Anstalt I Spez. Synag.-Paramente | . - - ■ rons - ,. „ i. künstl. u. sol. Ausl, v. einf. b. z. feinst. Genre. Cteachw. Blelohrodejf Berlin W. I Pariser Strasse Nr. 14 I * it.WI.J387. 9 Salzbriiniier ITn mm U /% . der rttmungs- und verdauungs« IiatfUil/v organe, Gallensteine, Nieren» lind Blasenleiden, Emphysem, Hstbnia sowie Folgen der Influenza. Umand:8ustat> Stricboil, Bad Saizbrunnl. Zedier. Selbst-Vergiftung ist die naturnotwendkge Folge einer mangelhaften Ausscheidung verbrauchter Stoffe aus dem Körper. Dem Uebelstand abzuhelfen, ist. leicht durch die genußfertigen Dr. Iralnvr's t-Ludlvtten, welche sich vorzüglich bewähren zur Regelung der Darmtätigkeit und Ausscheidung von Krankheitsstoffen. Vorrätig i. d. Apotheken und Drogerien. Preis 1,75. ßWf Man achte auf den Namen. Dr. Trainer;. Laboratorium (Qr Therapie G.m.b.H. Dresden,