Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1911)
- Date
- 1911-10-27
- Page
- Seite 508 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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L0S Ehachambaschi an, an welchen Punkten der Provinz den Juden die Anlage der Militärstationen erwünscht sei. Der Chachambaschi hat diese Anfrage dringlich an die jüdischen Instanzen in Palästina weitergegeben und wird ihre Antwort ehestens an die Regierung Übermitteln. * Die Zustände in Rußland sind noch ungeklärt. Ob es unter Stolhpins Nachfolger noch schlimmer werden wird, oder ob sich die Lage unserer Glaubensgenossen einigermaßen gesetzlich gestalten wird, steht/dahin. Dokument mitzuunterschreiben. -'Purischkewitsch befindet sich überhaupt iy wütender Stimmung. Er ren^nt in seinem Zimmer herum Und ruft immer aus: „Ich werde, ihn zerdrücken, ich werde ihn verschlingen." Gemeint ist nämlich Kokowzow, der ihn nicht^empfangeu wollte. Nach dieser Absage, hatte ihm dann Purischkewitsch seine Visitenkarte mit der Aufschrift zugeschickt:. „Kokowzow ist nur ein Premier, Purischkervitsch aber ein Halbgott Rußlands." Wie schon oft, zweifelt man jetzt wiederum an der Zurechnungsfähigkeit von Purischkewitsch, wofür auch das neueste Stückchen, das er sich leistete, spricht. Weil der Fürst Mestscherskh seine Taktik bekämpft, rief ihn Purischkewitsch ans Telephon und erklärte ihm: „Ich 'spucke Ihnen for consuit.dion Mon;lat|,W,’dw>day,- fr '' n a.m IIA.M. ' AllvBottU^ must be returned;;jna Clean ComUlioiv 'f^i iornnlole P'.uih' fnis vyr-'.yi muss.cn c\erenuat r i ^vil’uckgciybcti mcPcn I Milchdepot für pasteurisierte Milch in Amerika. (Ausdem jcwish Reform Ädvocate, „Chicago.) Nach einer Darstellung scheint es, als wenn die entsetzlichsten Taten sich vorbereiten. Die „Russische Korrespondenz", die in viele deutsche Blätter übergegangen ist, verbreitet folgende ungeheuerliche Notiz: Seit dem Tode von Stolypin hascht Purischkewitsch nach neuen Heldentaten. Seine ganze Energie strengt er in erstM Reihe dazu an, die sogenannten monarchistischen Parteien zu gemeinsamen Kundgebungen für die nationalistische .Politik und gegen die Finnen, Juden.und Polen zu veranlassen. Unter seiner Aegide haben denn auch in diesen Tagen mehrere der reaktionärsten. Organisationen ein Machwerk ausgearbeitet, das. für die ungeheuerlichsten weiteren Entrechtungen der genannten Völkerschaften plädiert und damit einen - Druck auf Kokowzow ausüben soll. Anfänglich war eine spezielle Audienz beim Zaren geplant, aber später sahen die Purischkewitsch und Konsorten davon ab und /begnügten sich damit,, das Memo' randum an den Premier zu übersenden. Das darin zum Ausdruck gebrachte. Programm, insbesondere was . Judenunterdrückung anbetrifft, ist geradezu von menschensresserischer Natur, so daß selbst der genügend bekannte Allrussische Nationalistenverband sich weigerte, das öffentlich ins Gesicht." Und solche Pogromgeister sindin Rußland fast die einzigen, denen heutzutage die öffentliche Tätigkeit nicht verwehrt ist. / , * Von einer sehr merkwürdigen Neureglung des Wohnrechts der Juden in Sibirien weiß die N. I. K. folgendes zu berichten: Das Ministerium des Innern hat verfügt, daß die Frage des Wohnrechts der Juden in Sibirien von nun an in folgender Weise gehandhabt werden soll: Diejenigen Juden, die sich vor dem 9. Dezember 1909 in Sibirien niedergelassen haben, gelten in dieser Provinz als wohnberechtigt; alle anderen Juden sind, sofern sie nicht das Wohnrecht außerhalb des Ansiedlungsrayons genießen, aus dem sibirischen Gebiet auszuweisen. Ueber einen praktischen Fall verweigerter und schließlich doch genehmigter zeitweiliger Äusenthaltsberechtigung in Sibirien berichtet man aus Tomsk: Frl. Seligson wandte sich nach Absolvierung einer ausländischen -Universität an das Unterrichtsministerium mit der Bitte, sie zur I 1 l e fc S 9 i i n r z p 1 n d n f r n € b n a it s. u 8 n d n B u «3 C