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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-09-22 · Heft 38 (22.9.1911) · p. Seite 451

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 38 (22.9.1911)
Date
1911-09-22
Page
Seite 451 (sequence 7)
Language
German
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Verfasser nennt die Juden nicht, er? will vielmehr, daßdllen geholfen werde. ' In feinem „AiLfruf" andie Gleichgültigen der vorhandenen Religionen -empfiehlt er allen den 'Anschluß an die ),den Boden des "OffenbaWngsgläÜbensHöllrg liier-] lassenden Religion des fortschreitenden jeweilig MstenWiffM und. Gewissens, d. h. des Kogitantentüms, 'dessen Statut da^ ' Motto trägt: '? ' .' „Unser Wissen ist unser Gl and e, yi; Unsere Würde ist unsere Moral;. , Unser Kultus ist der des Geistes und des Herzens; . Müsere Religion ist der-InbegriffÄNseresMisserrs, ' uüserw Würde und unseres^Kaltris^ V Von der allgemeinen Annahme 'dieses Statuts hästgt die Erlösung und Befreiung der Menschheit' ab) /? . . " Was -ist aber der Inhalt, das Wesen des Koaitanteütüms?/' fragt der ungeduldige'Leser. '^'4^ ' - Der Verfasser gibt ihm darauf folgende Antwort: -Es - gibt drei Arten des Monismus. Zwei Arten desselben: der metaphysische und -der Häckelsche Monismus i taugen nicht. Brauchbar für alle MeNschen und Me /Zeiten ist nur der kogitantische. 'Unter diesem^ wird^-folgendes verstanden: „Der kogitantische Monismüs ^erblKt in Hem' absolut neutralen Weltäther die eine Und ewige Utsubstänz und in dem Selbstbewußtsein eine natürliche Eigenschaft der organischen Reflexgebilde bzw. Einzelwesen einesMorlnenorganismus. Die Entstehung eines Sonnenorganisrnus und seiner Reflexgebilde oder Einzelwesen ist 'aus'die Explosion/ eines Fixsternes, hervorgerufen durch den Ein tritt 'des selben in die Peripherie 'eines'kosmischenMbMöichKexjK uüd aus die damit verbundenen Atom-'Spaltün gen und AtomWereinrgüngen,'zurückzuführeir, wie imfolgenden 'Kapital näher'ausgeführt wird." . Ich glaube, der-Leser weiß jetzt genug, vielleicht mehr als genug über den Kogitantismüs, und er wird wir sicher Darrt wissen, wenn ich auf den Inhalt des solgenden'Mp'iMWchi.. ein gehe. - ' - Als zweite^ Gedankenprobe einesMonisten nenne ich einen Aufsatz: „Die Jüden und der Darwinismus", von Geo^ Erschienen in „Der Monismus", Zeitschrift für °emche Weltanschauung und Kulturpolitik (^Blätter des Monistenbundes"), VI. Jahrgang, Nr. 62. — 'Der Verfasser dieses Artikels spricht, wie es scheint, als Jude -zu Juden. Er will vorläufig ihnen allein Hilfe bringen. - AUf' vier ganzen Seiten gibt er das Hauptresultat der modernen 'Naturwissenschaft an, das natürlich in schreiendstem Gegensatz zur biblisch-jüdischen Gedankenwelt steht. Auf diestn vier SeWn sagt er überhaupt -alles, was er weiß und nicht weiß: 'Erzitiert Lümarck, Erasmus, Darwin, Kopernikus, ^Galilei,-Kepler, Goethes „Urthpus", BUffon, Linnä, Rübbi Jehüda Mnd -HiÜel und viele andere. 'iEr- Adeltünö'-koÄ, --er ist mild üridchartmännlich und weiblich, und das ist er aUf vier vollen Seitens bis -er schließlich zu folgendem Resultat tomrttt: ' >>Um zu schließensei 'zusammengefaßt: Wie Bibel War ' dem Jüden das Glück im Leid, -die Heimat in der -Ferne, sie war ihm stete Gegenwart und Zukunft. Dies wärmste. ' - Fortab über ' kann ste ihm nür noch VörgängenheikiM, die Dankbarkeit und Andacht erweckt. > -.^ Der Jude muß in einer,' das heißt in dsrireNrn jüdischen 'Kultu r s eine xteüe' geistige H eiwM früdeW^ ' 'Was aber häi Herr'Georg HW eigMtlich^gen-dre^ Bibel) -däß er, ' freilich mit wehmütigem -Herzen, sür alle Zeit ' von ihr Abschied nimmt? - Ich will dem Leser einen Einblick in düs reiche und weiche Gemüt des Herrn Hecht gewährest, vielleicht'' wM'' er dadurch /leichter den Gedanken und Gefühlen dieseS origmellen Denkers folgen können. y- Bon dem Bewußtsein iierfüllt, rnit einer neuen WahOeit Ä : seine Brüder -zu-beglücken, ist er 'innerlich erschüttert obder L chöhen'Aufgabe, die rihm gewotden. -Erweiß eszur Genüge, 1 daß neue Wahrheiten;auf Widerstand stoßen,.-daß sie den 4 Frieden stören und oft aufs stiesste verletzen rund verwundm. 4 -Dies alles weiß er, Meiner kann.nicht.anders, mrd ermUß ) reden,Eomme'was da wolle. - - Hier sein wütiges 'Bekenntnis : „Vorher noch ein Vekennt- 1 vis j — i um. von ' vornherein allen MuslegunDN^ die Spitze, izu dieten, gestehe ich, daß ich durchaus Darwichst dm. : (Ich -4 Witte den Leser die Ruhe zu behalten^) Kein Mensch kann aus . i ferner Haut Heraus, und . ich ..stecke nun (ychl ist einer f darwinistischen (hat. nichts mit' der. Affenhaut zu tun^ wie sich das. aus - folgendem ergibt-l; aber nichtsdestoweniger Muß es doch - möglich .sein, über Darwin zu^lehren,' ohne jemandes | religiöse Gesühle zu verletzen, was hier in bewußter 'Ahstcht . jedenfalls nicht geschehen soll." (Dand für diesen Zartsinn!) ' „Denn," sährtHerr Hecht mit scharfer Lögik begründmd fort^ ' 4 „wievsWmem nörmalen jüdischen Gehirn genügen.wird,vou E. v. Hartmann oder vyn Schopenhauer nur das zu Wißen, , daß sie sozusagen .„Antisemiten" waren, und .gleich Me seiner nur mit -dieser Kenntchs >weitdavon^enHrchift, dieÄedeutung ) jener Männer als Philosophen >zu. ahnen, geschweige denn zu ' begreifen .öder <gar zu erschöpfen^ .sa H. noch, gaxmchts von Darwins Hehre ierlaUnt,.wenn man in müßigen^Wtzrreien'^ gerade .nur.das erfahren hat, daß der Mensch vom^Asten.abstümMe, was " weder Darwin moch Haeckel W ^vehauytet " haben!!"- )So. Nun hat sich Herr Georg Hecht rinuerlichsgesaMmett, , uttd der: Leser ist HostenÜich reif und veMMdWrbWtes/tM' I neue Wahrheit zu hören. — -Sie lautet: . Die Darwinsche Lehreisagt, daß die Entwicklung alle Lebewesen AUs de^Erde in einen gewissen Zusammenhang, dringt,, der^Menn.MoN’j einmal vom Affen die -.Wede sein soll, den ihöchMehßA^ll!? Primaten.zu einem Stammvater des; Menschen tmacht. Miese Deszendenzlehre stützt sich nüf alle die Beweist, deren .sich .eine biolWißtze WissMschast . bedienen lkann; vyn ihr)^rine NMeisführung, mathematischer Art. .zu verlangen, 'ist Fusmn, (Famos!) ^Jm Gegensatz Mr Deszendenzlehre berichtet die . Genesis der Bibel, daß alle Tier- und Pflanzenärten unab-. hängig voneinander entstanden sind, üNn zuletzt' der Mensch als eine Art für sich neugeschaffen wurde." ^.1;Wie ist . dir zumute?, teurerj^disHW ^MiVrüHgendM H'üÜe.^.diH' in Sack und Asche',-und nimm Mauernd' nnd '. klagend' Abschied V von deiner Bibel.und.Mche, dir.eine neue. Mdische Heimat in einer neuen jüdischen Kultur!!! ' Ich möchte jetzt auch yon,.KerM.,7GeW'H.Wt^MMch'''' nehmtzn.'- Kann es aber nicht, weil ich nochvindiefes .Mort . vori ihrn arlführm - will) dE süner nmeN WMeit' dieHrvne^ äussttzt.^ ' 1 / , 'Nachdem Herr Hecht einige weise Worte üher den jüdische^ Monotheismus gesagt .hat, fährt er fort: „'Es 'mag" möglich' sein, die Lehren Kants mit intern.' sehr. gereinigten" - MöiiÄhMtnM, denWastdächiÄ^ dÄn geistigH^e^e^ Einklang zu dringen; ob nun dieses dMosoptzischeEMtiMnt^ " sich ^mit der Menen Naturphilosophie wiederholen'lstße, ist )fehr . die Frage.' 'Es inusi aber gesägt^^ werden, /daß'^ >8sts diDsr.' ', nichkMMMnisi,^^däß He^Hstd^uM nPÄv WMchastME 1 Mstrchm- 'ein ' Grund ' für ' die 'Entfernung und '<§nt° frerirdrmg' der jüdischen JntMgeyz vom).Judentum^ ist.' Hon! , diestM ^tandpüUkt aus gesehen, erscheint., die gegenwärtige .. Assrmilütiön nicht als ein Verrat, zümäliie der jüdischen Ettür

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