Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 36 (8.9.1911)
- Date
- 1911-09-08
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Geheimeü K ommerzte n r at Michaeb^er z, das Ehrenbüvgevrecht verliehen. Am 23. v. M. 12 Uhr mittags wurde dem Jubilar von dieser/ höchsten Ehrung, die eine Kommune verleihen kann, durch eine Deputation der städtischen.Körperschaften Kenntnis gegeben und-ihmder Ehrenbürgerbrief überreicht. Auch sonst wurden Herrn Geheim-" rät Herz die Mannigfachsten Ehrungen zuteil. Seit dem frühen/ Vormittag erschienen Abordnungen, welche Glückwünsche aussprächen und zahllose-herrliche-Blumenfpendett übermittelten, Unter anderen' erschienen- Deputationen der Handelskammer, des Vereins jünger Kaüfleuttz, der Repräsentäntenversämmlung Und des Vorstandes der' jüdischen Gemeinde, der. Amicitia-Loge, des Bürgervereins JerM Persönlich erschienen'Oberpräsident v. Waldow Nebst Frau Gemahlin, Landeshauptmann^ Dr. v. Dziembowski, Landrät v. Tilly und viele Freunde des Jubilars: Die Ostbauk für Handel und Gewerbe veranstaltete im- Anschluß än ihre Aufsichtsratssitzung, der auchder Präsident der Königlichen Seehandlung beiwohntezü Ehren des Geheimrats Herz ein Frühstück; sie stiftete ferner aus dem -gleichen Anlaß ein Oelgemäldedes Gefeierten, das im neuen Sitzungssaal der Ostbank seinen Platz finden soll. Auf einen an Arbeit und Erfolgen reichen Lebensweg konnte der Jubilar an diesem Ehrentag zurückblicken. Geheimrat M. Herz ist am 23/ August 1841 in Posen geboren. 1867 trat er in die Firma Säniuel Herz, Eisen-' Handlung, ein und hat erst als Mitinhaber, später als alleiniger Besitzer mit unermüdlichem Eifer das übernommene alte Geschäft weiter nach aufwärts geführt. 1884 wurde er in. die.Handelskammer gewählt/ deren Vorsitzender er seit 1894 ist. Auch im Ehrendienst der Kommune hat er sich mit Fleiß betätigt, und es war gewiß ein verdientes Zeichen königlicher Anerkennung,'als ihm. bei seinem Ausscheiden aus der städtischen Verwaltung, der er 30 Jahre lang als Stadtverordneter und dann als Städtrat angehört hat, der Rote Adlerorden vierter Klasse verliehen wurde. Zu den Ehrend ämtern/die er heute noch versieht, gehört das Schätzmeisterämt des. Vaterländischen Frauenvereins, der Vorsitz der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde und das Amt eines ÄüsfWtz- ' Mitgliedes des deutschen H an dMtages. Geheimrät Herz ist, ferner, erster Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ostbank, Vorsitzender oer? Aktiengesellschaft Zuckerfabrik Kujawien in Ämsee . und der Hermann Löhnert-Aktiengesellschaft m Bromberg, Mitglied' des Anfsichtsräts der Posener Straßenbahn und der Darmstädter Bank. Bei heyhervorragenden Eigenschaften, und der maßgebenden Position,' die Geheimrät Herz einnimmt, durste es schließlich nicht wundernehmen, daß ihn der Vorstand der Ostdeutschen Ausstellung zu seinem stellverireteuden-Vorsitzenden wählte. / .. -. e. Rogafen> 30. August.' Zu einem selten schönen Festtag, ge-, staltetesich der -90. Gebürtstag der Frau Verla gsbuchhänbler/ Henriette Alexander geb. Kurtzig, Hierselbst, ' am Donnerstag den 24. August.- Von nah und fern hatten' sich zahlreiche Gratulanten persönlich eingestellt, viele gratuliertest auf schriftlichem und telegraphischem Wege. -Zu den ersten Gratulanten gehörte das Geschäfts- und' Dvuckereipersonäl der Firma JonaS Alexanders Wwe., welches unter Ueberreichung Prächtiger Blumen ihre Glückwünsche überbrachte. Vormittags erschienen die Vorstandsdamen des israelitischen Frästen-^ Vereins,-Frau M. Zerenze, Frau Bertha Wachs und Frau D. Gerson sowie'der Schriftführer Herr Ratmann Jastrow. Dem Vorstand gehört auch Frau Alexander seit'der im Jahre 1856 erfolgten Gründung/ ununterbrochen bis auf den heutigen Tag als Rendantin an. Die Vorsitzende hielt eine ruhrende Ansprachean die Jubilarin und er» innerte an die Verdienste, welche sich Frau Alexander um den Verein erworben hat. Da ihr die Ehrenmitgliedschaft schonaus Anlaß ihrer 50jährigen-Tätigkeit im Vorstand verliehen wordenist und;,damit das Andenken an die Mitbegründerin und vieljährige Kassenführerin des israelitischem Frauenvereins^ erhaltenbleibe, hat der Verein zu ihrem : 90. Geburtstage eine- Henriette -Alexander^Strftung in' Höhe ' von 300 Mark errichtet. Die Zinsendieser Stiftung werdest fortan alljährlich am Geburtstage der Frau Alexander, dem ersten Neumondstage wes Ellul, an hiesige jüdische verschämtehilfsbedürftige Frauen zur Verteilung gelangen." Frau Zerenze überreichte sodann die Stistungsurkünde. in kostbarer Lederuiappe unter herzlichen Glückwünschen. Bon/dem »PosenerProvinzial-Buchhändkerverband" war - ein in herzlichen Worten gehaltenes Glückwunschschreiben eingegängen, und der^Gesellige-Verein der Rogasene'r zu Berlin^ hatte auf telegraphischem. Wege seine HluckwünschMÜbermittelt. — Frau Alexander war an ihrem' 90. Ge büristage von ihren' Angehörigen und Verwandten umgaben Und danktenrm-'GMesfrische'/jedem einzelnen der. sehr zahlreichen Gratulanten herzlich. A k'. Schwerfenz bei Posen, 2. 'September/- Am gestrigen Tage beging der' Lehrer der hiesigen jüdischen Schule, Herr Broh, die Feier seines 25jährigen Amtsjuhiläums - unter lebhafter Anteilnahme der hiesigen Gemeinde nicht nur, sondern auch der Behörden, der Schulen anderer Konfessionen und weiter Kreise der Bürgerschaft. In einem sehr warm gehaltenen. Schreiben sprach der Kreisschulinspektor, dem Jubilar, die' vollste. Anerkennung, seiner Wirksamkeit aus, indem 'er mit Recht hervorhob, daß derselbe es allezeit verständen habe, seinem ' Leben und Wirken einen idealen, Wertgehalt zü Hebern Mt' gleich hoher Anerkennung sprachen sich. die in der Wohnung des Jubilars zur Beglückwünschung erschieuenen- Herren, insbesondere der Bürgermeister, der Vertreter der. Synagogen« gemeinde, Rabbiner Dr. Le W irt aus Wreschen und die Vertreter der, beiden christlichen Schulen aus. Die ganze Feier legte. Zeugnis, davon ab, in wie hohem Maße Herr Broh es verstanden hat, sich die'Achtung, und Liebe der hiesigen Gemeinde nicht nur, sondern, auch weiterer Kreise zü erwerben. Wir können uns dem ihm von dem Vorgesetzten Schulrat ausgesprochenen Wunsche nur.anschließen, daß sich an ihm die herrliHe^ Verheißung, 'erfüllen, möge, die Gottbei Daniel'den Lehrern'gegeben hat. ' ‘ . Elberfeld, 1. September. Ein hier in Stellung befindlicher jüdischer junger Mantt verspürte' Lust, sein Fortkommen durch die, Taufe zu fördern und wandte sich deshalb an einen hiesigen Geist, lichen. Von diesem erfuhr er folgende gebührende Abfertigung: »Geehrter Herr! Das Evangelium von Jesus Christus ist keine Versorgungsanstalt für Leute, die um des Fortkommens willen Christen werden wollen, sondern es ist'eine'Rettung.für solche, die' durch Christus erlöst sein wollen,/demnach, erledigt sich Ihre Anfrage von selbst. Ergebenst Pastor Löhr." — Der Standpunkt des Herrn Pastors ist nur korrekt..uttd zu wünschen, daß ihn alle seine Amts--^. brüder und JüdenMissionare teilten. Das'. ist leider nicht immer der Fall. . : 'V-' . .' . / J. 8. Nordhausen, 1^ September. Die hiesige Jacob-Plaut- Loge hatte während der großen Ferien eine höchst anerkennenswerte Einrichtung für die Kinder der hiesigen.Gemeinde aüs.allen. Schichten getroffen, welche 'von uns Müttern den' herzlichsten Dank verdient hat. Unsere' Kleinen Machten täglich' pör- und nachmittags unter Leitung und Aufsicht einer Lehrerin und 'junger Mädchen kleine Ausflüge und Spaziergänge in die '. nähere Umgebung unserer schönen Heimat, wobei ihnen Milch, Obst Und andere Erfrischungen; verabreicht wurden Und reizende Spiele.unsereLieblinge erfreuten. Solche leicht ei n zurichten den örtlichen' Ferienkolonien verdienen dre größie Nachähmüng befonbers für kleinere Gemein den. Wenn bedürftige Minder zur Erholung weggeschickt, werden, so kommt'es unter großen Eeldopfern nur wenigen, zugute, während unsere Kolonie vier Wochen läng täglich'18 bis 24 Kinder unterverhältnismäßig geringen "Kosten erfrischt und, erfreut hat. Und welche Erholung tfftb ' ruhige Ferien für uns Mütter, 'da. wir unsere Kinder unter solch guter Aufsicht' wußten Und täglich die Freude .'genossen, die Kinder abends entzückt und /begeistert zu empfangen. Wir sind - für diese segensreicheEinrichtung unendlich dankbar/ ebenso -der- Lehrerin und den jungen 'Mädchen aus all Kreisen der Gemeinde, die sich mit größer Hingabe Und unendlicher Geduld unseren'Kleinen widmeten^ und gebenderHoffnung"Ausdruck--, daß dieser erstmalige Versuch, der sich, sö glänzend bewährt hat,, zu ' einer dauernden Institution werden Ülöge!' " L. Seesen am Harz, 3. September. In der hiesigen Jacobson-/ Schule fand unter Vorsitz des Geheimen Hosrats Prof. Dc. Fri 'che.-. die Schlußprüfung statt. Sämtliche sechsSchüler'der obersten Klaffe - der Realschule, .welche sich zur Prüfung-- meldeten,'haben' biefe bj;» | standen und erhielten die- Reife für' die^Obersekünda einer Oberreal-.; schule / und . somit die Berechtigung z'um'/.',eiuKrig,7.freiwilligen/. Militärdienst. - ' / /. ' ' " / / / . .. //'. Stpatzbürg Elfätz, 1. September. ' Die JsraelitisEe.' Gewerbeschule zu Straßburg i. Elsaß wird in der Zeit vom