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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-09-08 · Heft 36 (8.9.1911) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 36 (8.9.1911)
Date
1911-09-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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75. Jahrgang Nr. 36 Berlin, 8. September 1911 Beilage zur „Allgemeinen Leitung drß Judentums. korrrlponürnrett und Hschrtchtm. Deutschland. 7« Berlins 5. September. In den Räumen des . Peutsch- Jsraelitischen Gemeindebundes hat. am letzten Sonntag, eine Sitzung der Kommission stattgefunden, welcher die Beratung -des Privatbearnten-Versicherungsg.esetzes und dessen. Einflüße auf die jüdischen Gemeinden vom letzten Gemeindetag übertragen worden ist. Es wurde eine Reihe von Vorschlägen, wie mir erfahren, insbesondere von Herrn Waiseühausdirektor Peritz- Königsberg gemacht, die. wohl demnächst den Ausschuß des Gemeindebundes beschästigen werden. — In der Zentralisierung der jüdischen Wanderarmenfürsorge ist ein weiterer Fortschritt zu verzeichnen. Wie wir erfahren, hat . am letzten Sonntag in Metz eine Versammlung zum Zwecke der' Begründung einer Provinzlalkasse stattgefunden, an der auch Vertreter aus Luxemburg teilnahmen. Nach einem eingehenden Referat des Herrn ChaiM-Köln von' der Provinzialkasse Köln wurde die Begründung eines Zentralverbandes Lothringen-Luxemburg einmütig beschlossen, der sich der deutschen Zentralstelle der jüdischen Wanderarmenfürsorge anschließen wjrh. — Auch in München soll dieser Tage eine Versammlung stattfindech von der man hofft, daß sie zu dem Resultat führen wird,' daß-auch München sich der deutschen Zentralstelle angliedern wird. — Berlin, 5. September. Der Deutsch-Israelitische Gem e i n d e b u n d erhielt die Allerhöchste Landesherrliche Genehmigung zur Annahme der von Herrn Sie^ried Brünn in Berlin beim Deutsch- Israelitischen Gemeindebund neu begründeten Stiftungen. Die erste ist mit einem Betrage von vorläufig 15000 Mark ' dotiert, dessen. Zinsen als Stipendien' an jüdische Religionslehrer .gewährt werden sollen, die sich zum Zwecke der Fortbildung an Ferienkursen beteiligen, ohne über genügende Mittel zur Bestreitung der Reise- und Äufenthaltskosten zu verfügen. Die zweite ist vorläufig mit 5000 Mark ausgestattet; die Zinsen sollen an Rabbiner und Lehrer in kleinen Gemeinden verteilt werden, die sich um die Erhchltims^des Judentums dadurch verdient machen, daß sie jüdische junge Leute beiderlei Geschlechts von. Zeit zü Zeit im Sinne de^, Anregungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands über das Judentum Und seine Aufgaben unterweisem *** Berlin, 5. September. Der Verband der Vereine für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland versendet soeben eine Ergänzungs-Rednerliste für 1911/12, die eine Anzahl neuer Namen Mit mehr als 100 Themen über die verschiedensten Zweige der jüdischen Wissenschaft aufweist. Die Rednerliste ist wie - bisher auch den Logen, Jugendvereinen usw. zugänglich und kann vom Sekretariat des Verbandes. (Berliu-Pankow, Florastr. 58) gratis bezogen werden. Infolge einer Anregung auf dem letzten Verbandstäge veranstaltet der Bezirksverband Westpreußen einen Vortragszyklus über die „Geschichte der preußischen Juden", Es werden folgende vier Themen behandelt: Rabbiner Dr. Weyl-Könitz: „Die Juden unter den Hohenzollern bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts^. Rabbiner Dr. Kaelter^ Danzig: „Die Juden Preußens .im 18. Jahrhundert". Rabbiner Dr. Vogelstein-Königsberg: ^Die Emanzipation der preußischen Juden". Rabbiner Dr. Salomon-Lauenburgr ,>Die preußischen Juden seit der Emanzipation." Die Herren haben sich bereit erklärt, die Vorträge im Zyklus oder einzeln auch anderwärts zu halten.'Gefällige Anfragen sind an Rabbiner Dr. Kaelter»Danzig zu richten. . 22 Berlin. 5. September, Von der Jugendschristen'. Kommission der Großloge für Deutschland VIII U. O. B. B... erhalten wir nachstehende; Mitteilung: Düs dr itte Pr eis?- ausschreihen der Jugendschriftenkommifsion der Großloge für - Deutschland. VIII U. O. B. B. ist nun erledigt. Gewünscht-wurde: eine Erzählung öder Novelle, die jüdisches Leben oder jüdische Gestalten derart schildern, daß die jüdische Sittenlehre für Juden und Christen anschaulich hervortritt, ohne daß die Tendenz aufdringlich sich bemerkbar macht. Neun Arbeiten sind eingelaufen. Die Prüfung derselben lag in den Händen der Herren: Rabbiner Dr. Galliner- Charlottenburg, Verlagsbuchhändler Ätar cus- Breslau, .Reallehrer E.- Gut, Dr. I. Heinemann -Frankfurt a. M. und Hauptlehrer Theodor Rothschild-Eßlingen. Das'-Preisrichterkollegium war zu seinem Bedauern nicht in der Lage, auch nur einer der Arbeiten einen Preis züzuerkennen; einigen derselben sind gewisse Vorzüge nicht abzusprechen; sie können wohl als gute? Ghetto-Erzählungen gelten, entsprechen jedoch nicht den Forderungen, einer' Jugendschrift. Die Herren Verfasser, denen jedenfalls hier für ihre Bemühungen bestens gedankt sein soll, werden ersucht, ihre genaue Adresse anzugeben, damit wir ihnen die Arbeiten zurückschicken können. Auch den Preisrichtern sei hiermit bester Dank gesagt. P B. Berlin, 5. September. Zu den Künstlern jüdischen Glaubens, die sich bereits in der jüngeren Künstlergeneration einen so großen Namen gemacht haben, daß sie zu den größten Hoffnungen berechtigen, gehört auch der erst 26jährige Berliner Maler Erich Wolfsfeld.. Er hat letztens vom Kaiser die kleine goldene. Medaille für seine meisterhafte Graphik erhalten. Wolfsfeld entstammt einer in den einfachsten Verhältnissen lebenden, von Krojanke nach Berlin verzogenen jüdischen Familie. Er hat die Holzmannsche Elementarschule besucht und hatte auf der Kunstschule bereits solche Erfolge, daß ihm . das Künstler-Einjährige gewährt wurde. Vor zwei Jahren wurde der junge Künstler durch den Rom-Meis ausgezeichnet, der es ihm ermöglichte, in Italien künstlerischen Studien zu leben, Unter seinen Öelgemälden findet sich auch „Schiwö-Sitzen in einem jüdischen Trauerhaüs". .: H. Berlin, 4. September. Am letzten Sonntag veranstaltete der Hü bi s che Dis kuti er-Clüb" .(Gruppe des „Jüdischen Jugendbünbes" zu Berlin) anläßlich seines erstens Stiftungsfestes eine Motorbootfahrt nach RaüchfangswerderiM..der zirka 100 Personen teilnahmen. Bei günstigem Weiter, das den ganzen Tag anhielt, führ man am frühen Morgen') aß..und., rLelangte.'-gegen 11 Uhr am Bestimmungsort an, wo man nach einÄkkurzen Waldspaziergayg Mittagsrast hielt. Dann fanden Wettspiele, Preiskegeln und eine Tombola statt. Sodann erfreute man sich einige Stunden am Tanz, und lachte herzlichst über die Vorträge eines schnell arrangierten Kabaretts. Bei der Abfahrt von Rauchfangswerder, die erst gegen 10 Uhr abends erfolgte, fand das Abbrennen eines großen Feuerwerks statt. In später Nachtstunde kam man wieder an der Michaelbrücke an und ging frohgemut auseinander, nachdem man einen langen Tag in Gottes freier Natur, in einem landschastlich reizend gelegenen Fleckchen der Mark verbracht hatte. --- Berlin, 5. September. Als ein erfreuliches Ereignis erscheint es unS, daß die evangelischen, katholischen und jüdischen Bahnhofsmissionen jetzt ihre Schutzadressen zum Dienst an die reisende weibliche ..Jugend auf einem gemeinsamen Aushang in den Eisenbahnwagen aller deutscher Bundesstaaten mitteilen. Unter dem Titel „Bahnhofsmission in Deutschland", sehen wir das rosa Malteserkreuz der Evangelischen deutschen Bahnhofsmission-und den gelben Balken des Katholischen Mädchenschutzverbandes, beide überdruckt mit Schutzadreffen, wo allerorten' Fremden oder Unerfahrenen Schutz und Rat gegen Ausbeutung, Verführung oder andere Schwierigkeiten geboten wird. Unten am Plakat reihen sich die Adressen! des jüdischen Frauenbundes um dessen Doppelstern. Damit Ausländerinnen die ihnen bekannten Abzeichen wiederfinden, stehen rechts i und-links in den oberen Ecken der siebettzackige Stern des Freundinnenj Vereins und das internationale Abzeichen des Katholischen Mädchen» jMützVerbandes. Zur Verwirklichung dieser einheitlichen Kundgebung lHr .diefe^wichtige Wohlfahrtsbestrebung sind die Eisenbahnbehörden! in^freünNLchsterMeise entgegengekommen, I Posen, 3. September. Aus Anlaß seines.70, Geburtstages hat die Stadt Posen dem Präsidenten. der Handelskammer,

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