Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 35 (1.9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
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Verständnis primitiver R'eligiönsformen tfe&usf eSSerr EÄentttUiK Ses Denkens und Empfindens primitiver MruschE Der/Vbrtragende'' erörterte das Wesen pri-nutiver Erkenntnis und Natnrausfassung^ aus dem sich die Fülle der Erscheistüngery sis wir-uttt^r dem Nämen- „Magie/' znsanunenfasssn»r, ergi b t^ . Einzelne- Formen der: Magie" wurden eingehender erörtert. Der Vortragende erklärte.'das Wesen des Fetischismus des'Schamanentums und mystischer,Ekstasen und hob scharf den Unterschied zwischen den Aeußerungew der.Mystik auch in höheren Religionen und der echten Religiosität hervor.. Sodann; erörterte er die Formen, die aus dem. Gemeinschaftsleben der Naturvölker hervor gehen, die interessante Erscheinung der Knaben und Mäschenweihen und der dabei üblichen Riten, besonders, Böschneisungszeremonie in ihrer allgemeinen Verbreitung und ihrer religiösen Bedeutung — die Bedeutung, des Männerhauses und dessen Entwicklung nach, der religiösem und profanen. Seite — das Wesen'der Klubs' und Gehe'ünvü'nde. Nur kurz,streifte derVortragende die' Totenformen, die ihre Ausläufer in den Speisegesetzen der. verschiedenen Völker haben und die Labuformeu, die iw den kultischen. Reinheitsbestimmuugen nachwirken, und gab daun zum Schluß noch einen Ueberblick über Recht, Moral' und das Weltbild der Naturvölker., — Dir nächste Sitznng'findet am Sonnabend den 2. September 191 t abends' 8y2 Uhr, Rbsensträße 2, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Vvrtra'g des Lr. L.' A. Rosenthal': Moderne Jesus fragen.. 2. Mitteilungen über die Fortbildungskurse. 3. Einsetzung eines Hilfsausschusses: 4?. Geschäftliche Mitteilungen. 5. Gemütliches Beisammensein. Gäste' sind willkommen. — Berlin; 28/ August.' Die Beerdigung, des bei einem Autömobilünfäll in Frankreich verunglückten jungen Louis L oewe' erfolgte' gestern' mittag auf dem jüdischen Friedhof in. der Schönhauser Allee. Der Beisetzung ging in der Halle des Friedhofs eine stimmungsvolle Trauerfeier voraus. In überaus großer Zahl hatten sich 'mit der tiefgebeugten Mutter und den Geschwistern' des" Verblichenen die Verwandten und Freunde des Hauses eingefündeu: Unter' den letzteren bemerkte man Geheimrat'Dr. E.' Rathen au, Generalkonsul Landau, die Geheimen Kommerzienrate Helfft' und' Kopetzky., Geheimen' Justizrat Dr. Kempner; die'Generaldirektoren v. Gontärd und' Dr. Walds ch m i d t, Direktor O N v e n, Fabrikdirektor Dr. G r a d e n w itz u. a. Bei' Beginn der Trauerseiep' wurde' der mit Rosengewind'en bedeckte Sarg hereingetragen' und vor' dein' schwärzverhüllten Rednerpult aufgestellt: Rabbiner' Tr. Weiße' hielt' eine ergreifende Gedächtnisrede in der er des im vergangenemIahre berstorbenen Vaters Geheimrat" Dr. Isidor'Loelwe gedachte' unsden so früh Verblichenen als einen' jungen' Mann' schilderte, der' mit beharrlichem' Willen, andauerndem Fleiß und sittlichem' Ernst dem ruhmreichen Vorb'ilde seines Vaters^ und unvergeßlichen Oheims Ludwig Loewe nachgeeifert habe-: Unter den Klängen des wehmutsvollen Liedes „Ueber den' Sternen wohttd Gottes Friede" trug man die irdische Hülle auf das Totenfeld, wo die Bestattung in einer der väterlichen nahegelegenew Grnstt erfolgte. L<D- Berlin-Krirsenau; 29. August.' Zum erstenmal wird in diesem I'ahrtz' iw FriedtzrraN' air den' hohen Festtagen feierlicher Gottesdienst' Mtsindern Zirka' 200 jüdische' Familien waren seither gezwungen, die' Bellokale' der jüdischen' Gemeinde in Berlin aafzu suchen: Das war' ihnen/ infolge' der großen Entfernungen, nur unter Benutzung der Bühnen möglich: Es ist daher in vielfacher Hinsichtzu begrüßen,' daß' es dem' Komitee-Vorsitzenden, Herrn Sim on GVttschAM gelungen ist, in' zentraler Lage; für' alle' zu Fuß erreichbar, ein'.geeignetes würdiges B'etlokäv zu' stnden: die Aulw de8» Gymnasiums zu: Friedenau. Das Kuratorium' der höheren Schulen za Friedenau) an dessen Spitze Herr Bürgermeister Walgeo/ hat^ denjüdischenMitbürgernr diesen' herrlichen RaurNzur^Verfüguntz' gestellt... EinrBo-Äbmmnis; das: alltzenkein bekannt' unN^gewürdigt zu werden: verdiente Seitens': derBewohnerr der Gegend^ Mriferplatz unb' Kaiserallee: iw Witwers dvrs: dürfte: der: Gottesdienst in' der Auld des iw unmittelbarer- Nähe' gelegenen: Gymnasiums freudig" begrüßt werden.' Karten.sind: bei,Herrn Oscar- Wolfs, Rhetnssraße'52/ zu habem- Fernsprecher: Amd Psalzburg 2241. L. Hvhensnlz», 25^.August. Airs AÄläß des 60jährigen Ehe^' jubiläums desi Mb'viO Dvbrzchnski-schen Etzeväärrs wardn arn s Ms: MugusÜr vormiiläM iW dessen Wohnung der Vorstand der - Synagogengemeinde Und der Repräsentantenvorsteher, ferner eine große Zahl Gratulanten aus der- -Bürgerschaft erschienen, um dem ehMürdig'e'n^Jubelpaar: ihre Glückwünsche persönlich darzubringen : Herr: StädtWd^bastorm-NNsahN, sev'ersksVorsttzenbe' de^'Synchgdg'M"- gemeinde, und Herr Stadtrat Max Latta (Repräsentantenvorsteher); überrekchtbN als'Vertreter der" Körperschaften der jüdischen Gemeinde unter herzlichen Ansprachen einen prachtvollen Blumenkorb mit entsprechender Widmungsinschrift als Angebinde.. - Herr Gemeinde- : rabbiner Dr.. Kohn übermittelte, persönlich dem< Jubelpaar seine -Glückwünsche. Fernergedachte Herr Rabbiner- Dr. Hal-persohn am Sonnabend nachmittag gelegentlich seiner Antrittspredigt in der hiesigen Kstbamiäraseb-Synagoge dieses seltenen Ehejubiläums in 'erhebenden Worten Herr Oberbürgermeister Treinies gratulierte in einem warmen Glückwunschschreiben im Aufträge des . Magistrats und der Stadtgemeinde Hohensalza. Von nah und fern - liefen-zahlreiche Telegramme, Briefe und Glückwünsche ein. Diese i allgemeine. Teilnahme bekundet zur Genüge, in welch hohem-Ansehen; das verehrte Jubelpaar steht, und welch ungeteilter Liebe es sich hier wie außerhalb erfreut. Besonders hervorzuheben ist die überaus i große Wohltätigkeit und die nimmer versagende Hilfsbereitschaft * gegen ihre Mitmenschen, durch welche sich der edle Jubilar wie die : biedere Jubilarin auszeichnen. Möge esihnen pergönnt sein, sich noch vieler'glücklicher Lebensjahre miteinander zu erfreuen. IV. Posen, 25. August. Unsere Synagogengemeinde hat durch den Tod ein bewährtes Mitglied verloren: Herr Kaufmann Mori tz Sch erk, 85 Jahre alt, ist nach langem Kranksein verschieden. Der- Verstorbene war langjähriges Mitglied des Vorstandes der alten-Beti> schule und der Krankenverpflegungs- und Beerdigungsgesellschaft. Er hat stets mit Treue und unverdrossener Hingebung im Dienste des Wohltuns für Arme und Kranke liebevoll gesorgt. — Die israelitische-Krankenverpflegungs- und Be^rdigungsgesellschaft Hierselbst hatte im verflossenen Berichtsjahre folgende. Einnähmen: An Bestand aus dem Vorjahr 3968.34 Mark,. Beiträge dep: Gesellschaftsmitglieder 5146 Mark, .aus Sammelbüchsen.l 728.91 Mark/ Spenden 2647.50 Mark: und aus anderen Titeln 66310.78 Mark-, im ganzen 79801.53 Mark'' Dieser Einnahme, steht eine Ausgabevon 78 391.87 Markentgegen) mithin verblieb ein Bestand von 1406.66° Mark: Der Verein-' zählt über 700 Mitglieder. y. Breslau, 25. August. Der Verbandsausschuß des B ezirks-' G em ein d ev er b a n d es Breslau-.L i e gn i tzversendet . soeben - den Verwaltüngsbericht für das 14. Geschäftsjahr: (1910/1911). Mit Worten wehmütiger-Erinnerung, gedenkt der Bericht zunächst des im: abgelaufenen Jahreerfolgten Heimganges des - verdienten'Mitbegründers des Verbandes, des Herrn Heinrich-Cohn-Liegnitz, Und gibt dann ein sehr-eingehendes» Bild der großen unü segensreiches Arbeit, die im Interesse der bem Verband angeschlossenen Gemeinden und ' im Interesse der jüdischen Gesamtheitgeleistet worden-ist: Im all-- gemeinen war die Tätigkeit des Verbandes weniger: auf: die Er-^ Weiterung, des Umfangs, als auf den inneren Ausbam und die Kräftigung der bestehenden, bewährten-Institutionen' gerichtet. Mein früheren Jahren war-das Hauptaugenmerk wieder aus die Er-'- teilung des Religionsunterrichts und dessen- Inspektion" gerichtet; 21 Schulen, in denen 203 Kinder unterrichtetwurdensind inspiziert/ worden, mit der Gemeinde Glatz hat sich. der Verband wegen Err teilung von Religionsunterricht in den umliegenden- Ortschaften Reinerz, Neurode, Habelschwerdt und anderen in Verbindung gesetzt uns der Gemeinde Löwenb'erg aus dem sogenannten Resolutionsfonds dev RegHerung eine Beihilfe für den Religionsunterricht in Höhe von zunächst 40Ü Mark'erwirkt. Der Witwenuns Waisenkasse, der Rabbiner Deutschlands und dem Komiteezur Abhaltung von Ferienkursen hat' sbr Verband' 'Zuwendungen gemacht- undin den inspizierten Schulen Prämienbücher verteilen lassen. Ansehnliche Beihilfen wurden' vom' Verbanse an" 18 Gemeinden geleistet,- insgesamt 1850 Mark, und/ebenso wurden auch im letzten Jahre' wieder Beihilfen zu den Lebensversicherüngsprä'mien an Beamte der Verbandsgemeinden' bewilligt' Zur Ermöglichung., von Gottesdienstenmit- Predigt an den hohen Feiertagen verhalf der Verband acht/ Gemeinden, uns sie Wanderbibliothek/die sich , regsten Interesses in den Gemeinden erfreut, denen sie zugänglich gemacht wird, wurde durch