Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 35 (1.9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Anschaffung von 36 Werken vergrößert. Auf dem letzten außerordentlichen Genieindetag^ war der Verbanddurchdrei Mitgliedervertreten'. Von allgemeinem Interesse ist' schließlich noch die- Mitteilung, daß sich der Verbandsausschußerst kürzlich' in einer Sitzung mit der Stellungnahme zu -dem bekanntem Antrag Friedmann betreffend' die Organisätivnsfrage beschäftigt' hat. Man beschloß, durch RüMag'r.ö'ei'd'Mbeteiligten Gemeinden zunächst Vas Material zu beschaffen/ um sich auf'Grund desselben-darüber schlüssig zu machen, ob und in welchem-Umfange der Antrag/ die kleineren' Gemeinden zum Anschluß an' benachbarte- Großgemeinden' oder zum Zusammen»' schluß miteinander zwecks ihrer' Versorgung mit- Kantor-, Schächter- und Lehrersunktionen zu veranlassen, zur Ausführung gebracht werden kann. — Mainz, 24. August: Zn feierlicher Weise wurden hier die Grundsteinlegung der neuenShnagoge vorgenommen. Stadtverordneter' Kommerzienrat Bernhr Mutzer begrüßte" die'Erschienenen: Rabbiner Dr. Salselb gab sodann einen geschichtlichen Ueberblick über die Mainzer Synagogen^ Wir erfuhren u. a. darausdas; die erste urkundliche Erwähnung einer Synagoge im Mainz aus dem Jahre 1093 stammt, und daß die jetzige Synagoge 1844 erbaut wurde. Nach der Rede Dr. Salselds wurde in den Grundstein eine Kapsel mit Werken über die Geschichte der Gemeinde, mit Abbildungen der Synagoge und mit einer von Rabbiner Dr. Sa lfel d verfaßten'hebräischen und deutschen Urkunde eingefügt. — Straßvirrg E., 25. August. Dieser Tage ist-die Wahlordnung für die Abgeordnetem der Ersten Kammer erschienen. Bezüglich der Wahlordnung für die israelitischen Konsistorien heißt es' darin folgendermaßen: Statt des Rektors leitet' hierbeider Präsident des Konsistoriums in' Straßburg die Wahl: Er'setzt'den' Wühltermin nach Einvernehmen mit den Präsidenten der Konsistorien Metz und Kolmar fest: die' auch als Beisitzer bei der Wahlhandlung Mitwirken. Die Einberufung zur Wahl muß mindestens'eine Woche, die zur zweiten Wahlversammlung zehn Tage vor der Wahl erfolgen. Gejterretch-Angarn. L. Wien- 24. August. Anläßlich des 81. Geburtstages des Kaisers wurde in sämtlichen Synagogen' und Bethäusern Wiens in herkömmlicher Weise ein feierlicher Gottesdienst veranstaltet. Im Tempel in der- Seitenstetten gaffe fanden sich sämtlichein Wien weilenden Mitglieder des Kultusvorstandes mit dem- Präsidenten Dr. Alfred Stern, Vizepräsidenten Tr: Gustav: Kohn ein. Die Beamtenschaft war durch den ersten Sekretär kaiserlichen Rat Dr. L i e b e n vertreten. Das Kaisergebet verrichtete Oberrabbiner Dr. Gü d emanm, die Kailerpsälmen sang.Oberkantor Don- Fuchs mit Chor. Eine halbe Stünde: später, fand der. Festgottesdienst im Leopoldstädter Tempel statt, dem gleichfalls das Präsidium dev Kultusgemeinde, die Bethausvorsteher und ein zahlreiches .Publikum beiwohnten. Hier sprach Dr. Kamin ka das Kaisergebet, während die Kaiserpsalmen vom Oberkantor Morgenstern mit dem Tempelchor gesungen wurden: In gleicher Weise wurde des Kaisers Geburtstag, wie die eingelaufenen zahlreichen Berichte melden, auch in den Synagogen sämtlicher Provinzgemeinden begangen/ — Aufsehen erregt hier die brutale' Behandlung eines österreichischen Glaubensgenossen in Rußland/ die von der' Tagespresse sehr viel besprochen und aufs schärfste' verurteilt wird. Die „Neue Freie- Presse" bringt in Nr. 16875 folgende Zuschrift des- Herrn Viktor Pick aus Wien; die säst, unglaublich klingt: „Am 27. Februar wurde ich in derrussischen Grenzstation Sosnowice ohne, jeden Grund, und trotzdem meine Papiere vollkommen in Ordnung waren, von den Gendarmerieoffizieren Iwanow und Glasow verhaftet und vier Wochen lang in. einer schmutzigen Kerkerzelle ohne Wasch- und Schlafgelegenheit festgehalten.-. Die. Legitimation meiner Person durch den russischen Staatsrat Dittel und vieler Sosnowicer Bürger nutzte mir. ebensowenig als das Eintreffen meiner Papiere acht-Tage nach meiner Verhaftung; weil die beiden Gendarmerieoffiziere erklärten, sie. hielten mich nur deshalb gefangenweil: in. Oesterreich russische Offiziere'. in- Haft genommen: wurden: Dem-, energischen Einschreiten, unserer, diplomatischen Vertreterin. Rußland hatteich end-. lich meine Entlassung aus dem Gefängnisse, in dem eine Anzahl armer österreichischer > Staatsbürger. (Juden)? inhaftiertsind-> zu danken. Der russische Vertreter unserer Firma: — Herr Pick ist nämlich Vertreter der. Josefs thaler Gummi- und> Asbestfübrik —- ist' mit niir verhaftet) -nach sechs:Tagen aberentlässen worden. AM 19. Juli habe rch vonmnserem Generalkonsulat in Warschau die Verständigung erhaltenpaß mir seitens des G'eneralgouverneurs das- Reisen und Verweilen in Rußland verboten wurde."- Diese bemerkenswerte' Angelegenheit, sobemerkt die „N. Fr: Pr.", wirdauch im' Abgeördnetenhause zur Sprachegebrachtwerden: Herr Pick hat sich an das österreichische Ministerium des Innern mit dem Ersuchen gewandt, seine Entschädigungsansprüche für die unschuldig erfolgte Verhaftung, die unwürdige Behandlung' ich Gefängnisse' sowie für die Ausweisungs- Verfügung energisch zu vertreten. Es wäre zu wünschen, daß die österreichische Regierung endlich ihre'Staatsbürger vor der russischen Willkür schützeauch wenn" es sich um jüdische Staatsbürger handelt- 8. Bukovar, 24. .August- Unser schönes; mit Palmen, Blattpflanzen und Blumen herrlich geschmücktes) festlich beleuchtetes Gotteshaus war am 15. d. M. der Schauplatz einer erhebenden Feier. Um 11 Uhr vormittags veranstaltete der hiesige-israelitische Frauenverein anläßlich der heutigen 50:'Wende seines Bestehens einen solennen Dankgottesdienst. Es erschienen die Spitzen der gemeinsamen und autonomen Behörden und Aemter, Schulen sowie aller in unserer Komitatsstadt bestehenden Vereine: und Korporationen. Die Ausschüsse der drei andersgläubigen Frauenvereine waren vollzählig vertreten. — Den gesanglichen Teil der Feier besorgten Oberkantor' Adolf Schwarz unter Mitwirkung eines-Orchesters und eines verstärkten Chors; an welchem viele Damen und Herren ihre stimmliche Begabung der Feier zur Verfügung stellten. — Oberrabbiner Dr. Julius Diamant hielt eine eindrucksvolle Festrede. Derselbe verewigte auch den' heutigen Tag durch die Veröffentlichung einer gediegenen Festschrift: Nach dem Gottesdienst, welcher auf die zahlreichen Teilnehmer mächtigen Eindruck'- übte, empfing die Vereinspräsidentin Frau' Dr. Moritz Stern zahlreiche-Deputationen, die dem Verein ihre Glückwünsche' darbrachten: — Dev Ausschuß des jubilierenden'Vereins überbrachte seiner Präsidentin eine'prachtvolle Adresse. Auch aus " der Ferne erhielt der Verein' zahlreiche Gratulationen. . ...... SUMM. : : L..A. T.. Petersburg, 24. August. Infolge einer Verfügung des Departementsder geistlichen Angelegenheiten verlangte -der Milnaer Gouverneur genaue Mitteilungen über die Zahl der Talmub- Torahs-. der Chedarim und Jeschiwahs sowie über die Zahl der .Lehrer und Schüler in diesen Lehranstalten. Aus den von der Polizei eingeholten Mitteilungen ist ersichtlich, daß im Wilnaer Gou° .hernement sich' folgende Anstalten befinden:. 28 Talmud-Torahs, .349 ..Chedarim und 7 Jeschiwahs. Es sind da 121 Lehrer und 6931 Schüler. — Die Odeffaer kaufmännische Uprawa (Amt), pflegte stets, ohne jede Hindernisse, terminlose Pässe den jüdischen Kaufleuten zuverabfolgen. Nachdem-dieselbe eine Reihe von- Anzeigen aus anderen Städten erhielt, daß diese Pässe den Inhabern abgenommen werden, da es verboten sei. den Juden solche zu geben, wandte sich die Uprawa an den Odeffaer Stadthauptmann um eine-entsprechende Erläuterung. Derselbe teilte nun der Uprawa mit; daß im Jahre 1909 das Ministerium des Innern sich verne inend darüber ausgesprochen habe, da das Recht der Juden, solche Pässe zu erhalten, im dirigierenden Senat durchgesehen werde,, aber eine- Entscheidung darüber bis jetzt noch-nicht erfolgt seü Infolgedessenverweigerr die Uprawa jetzt die Verabfolgung"terminloser Pässe an jüdische Kaufleute. — Auf der Odeffaer Ausstellung konzertiert gegenwärtig der z eh nj ähr ige Violinvirtuose J.M Cheifez,-dessen Spiel durch Leichtigkeit und Reinheit in Erstaunen: setzt'. Den kleine Violinist offenbart eine vorzügliche Technik. Dev junge- Virtuose spielte Mendelssohns Violinkonzert. . welches vom zahlreichen Publiküm sehrwarm-ausgenommen wurde. — Äuss Kischj'newgingennach- Petersburg? zwei Ritterdes - Georgenorätens-—Teilnehmer des russisch-japanischen Krieges —, Froim TstcherkäsundMäak;T-schevtHow-,.alEebollmächtigte der Kischinewev jiMschen Gemeinde unb der verabschiedeten Reservesöldaten der'Städte Odessa-und^Klschinew-. um-vom-7 Kriegsminister'und demMinister des Innern die. Erlaubnis zu erwirken,. inOdessaund Kischinew aus den Kinbdvn.der-iÜLischem-Soldatönmrilitärische Könipagnien formieren: zu dürfen: Einervteser BLvVllnEtrWn^Froim/Tscherkas, wurde seinerzeit