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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-08-25 · Heft 34 (25.8.1911) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 34 (25.8.1911)
Date
1911-08-25
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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die Anstalt im Lause der Jahre in streng systematischer Arbeit zu einem Erziehungsinstitut ersten. Ranges geworden ist. so. ist. der Name des Dr. Levy mit dieser aufsteigendpn Entwicklung aufs engste verknüpft. Mas er an dieser Stätte der Menschenliebe geleistet,: das wissen am besten ihre ehemaligen Schüler zu. schätzen, die, im Laufe der. Jahre zu erfahrenen Männern herangereift, den hohen moralischen .Wert des Handwerks für den Menschen im. allgemeinen, und das Judentum im besonderen an sich selbst erprobt haben. ' Gleich nach -dem Tode des hochgeschätzten. Präsidenten hat sich . denn, auch aus ihrer Mitte ein Komitee gebildet, das, wenn auch zerstreut in den verschiedensten. Ländern, im Gedanken einig war, das Andenken an Herrn Dr. Levh durch ein sichtbares Zeichen der Dankbarkeit auch äußerlich zu ehren. Eine geeignetere Stätte und ein würdigerer Ort als die Anstalt selbst konnte nicht gefunden werden. Ein Aufruf ging hinaus an alle ehemaligen Zöglinge; überall fand er .eine offene Hand. Wer es vermochte, wollte durch seinen Beitrag den .Gefühlen herzinnigster Dankbarkeit Ausdruck verleihen. Der kunstgeübte Meißel des berühmten Bildhauers Emanucl Hannaux in Paris, des Schöpfers des französischen Kriegerdenkmals von Noisseville bei Metz, tnard berufen, die bekannten lieben Züge des großen Verstorbenen in Lebensgröße in Gestalt einesMedaitlons in Marmor im Bilde sestzuhalten und der Nachwelt, zu übermitteln. Herr Hannaux ist'selbst ein ehemaliger Schüler der israelitischen Gewerbeschule, und zwar einer ihrer hervorragendsten. Die wundervolle Ausführung der Arbeit beweist, daß hier nicht nur das Auge, sondern vor allem auch das Herz die Hand, des Meisters geführt hat. Die Plakette wurde in eine "Wand des Speisesaals, welcher bereits mit der Büste des Gründers, Ratisbonne, geschmückt ist, eingesenkt und trägt, die Inschrift: 'Sanitätsrat Dr. Gustav Levy, * Mitglied des Verwaltungsrates von 1339. bis 1871, Präsident von 1871 bis 1908. Dieses äußere.Zeichen der Dankbarkeit ehrt vor allem den. edlen Priester am Altar der P enschenliebe. dem es gewidmet ist; es ehrt die ehemaligen Schüler der Anstalt, welche durch die 'Stiftung bekundet haben, daß sie zu schätzen wissen, was'sie dem verdienstvollen Präsidenten und ihr selbst verdanken; cs ehrt in gleichem Maße die .Gewerbeschule,, die es versteht, ihren ^Zöglingen nicht nur das-nötige Missen und Können .upd die Gewöhnung zu schaffensfreudiger Tätigkeit ins Lebestmitzugeben, sondern ihnen auch die schöne Tugend der Erkenntlichkeit ins'.Herz zu pflanzen." V Gesterreich-Llngarn. X Wien, 18. August. Der heutige Tag bildete gewifferlnaßen das Präludium zu den hohen Herdstfeiertagen in sämtlichen. Kültusgemeinden der österreichisch-ungarischen Monarchie. Dieser Tag bedeutet auch den offiziellen Schluß derSommerserion und der Urlaube der österreichischen Rabbiner. Zu „Kaisers. Geburtstag" rücken sie alle wieder in' ihre 'Gemeinden ein, um an diesem' Tage zu predigen und für das Mo.hl mnseres. greisen und weisen Landesvaters zum König aller Könige inbrünstige Gebete zu verrichten. Es dürfte kaum eine Gemeinde geben, "ist der aus Anlaß des Gebuxtstages Sr. Majestät kein.feierlicher Gottesdienst veranstaltet und keine Festpredigt. äbgehalten wird. Jede israelitische Kultusgemeinde setzt ihren Stolz daran, den Geburtstag unseres erhabenen Monarchen so feierlich als möglich zu begehen, und jeder Rabbiner suchten diesem "Tage sein Bestes zu bieten. Es ist aber auch .ein sehr'dankbares Thema, das Leben'und Wirken unseres Kaisers zu schildern, da jeder Redner im voraus überzeugt sein kann,' ein dankbares Publikum zu finden, das seinen. Worten' mit Andacht lauscht. "So wurde auch, in diesem Jahre "der Geburtstag unseres geliebten .Herrschers in allen Gemeinden gefeiert, und so Höffen wir, diesen Tag noch viele, viele Jahre zu feiern. Und der Allgütige möge in seiner Gnqde die Geßete erhören, die in allen jüdischen Gotteshäusern an diesem Tage verrichtet wurden für das' Leben..und hie? Gesundheit .unseres gnadenreichen Kaisers und Königs Franz Josef I. —/'.Vor einigen Tagen wurde, gegen den Vizebürgermeister von .Drohobhcz, : Jakob Feuerstein, .dem von zionistischer Seite die Schuld an den letzten" blutigen "Ereignissen zügeschrieben wurde, ein Revolverattentat - versucht. Als Feuerstein abends das Kaffeehaus verließ, um sich nach : Hause zu begeben, schlich sich ihm ein junger Mann noch Und erhob plötzlich ein Revolver gegen Feuerstein.. Schon wollte der Attentäter r .losdrücken, - alß ein Wiener Reisender dem Angreifer .mit -.-einem wuchtigen Stoß die Waffe aus der Hand - schlug." Der . Attentäter wurde zwar sofort umringt, konnte - jedoch im; der herrschenden Verwirkung" entkommen. Die - Wohnung -Feuersteins wurde: nachts .polizeilich scharf bewacht. Der Attentäter ist nicht ermittelt worden. Der gewesene.Reichsratsabgeordnete Dr. Ätahler hielt bis -1907 -an der Prager deutschen Universität, an derer die Dozentur erworben batte, Vorlesungen über Archäologie, und Kunstgeschichte. - Nach seiner Wahl zum Abgeordneten im Mai 1907 veranstaltete die deutschnationale Studentenschaft Demonstrationen gegen Dr. Mahler, .-mit dem Hinweise darauf, das; ein Zionist nicht Lehrer, an einer, deutschen Universität sein könne. Seit dieser Zeit hatte Dozent Dr. Mahler in Prag keine Vorlesungen mehrgehalten, sondernan der. Universität Czernowitz über Kunstgeschichte gelesen. . Bei-den letzten.-Wahlen ist Dr. Mahler in seinem Wahlbezirk unterlegen, und nunmehr hat-er . für das nächste Wintersemester-wieder ein ständiges Kolleg an. der -deutschen Universität in Prag angemeldet. Zum Unterschied von anderen Vorlesungen ist nicht angegeben,-in welchem Hörsaal das Kolleg stattfinden soll. Vor vier Jahren hatte der Professor der Archäologie, Dr. Klein, dcm Dozenten Mahler das archäologische Institut nicht zur Verfügung gestellt, und. man nimmt an, daß Prozessor Dr. Klein auch gegenwärtig'aus seinem Standpunkt beharrt. Aus diesem Grunde werden zu Beginn des Wintersemesters unangenehme Konflikte an der Prager deutschen Universitätbefürchtet. — Der Präsident der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, Dr. -Alfred »Stern, feiert am 29. d. M. seinen 80.- Geburtstag. Dr. Stern weilt gegenwärtig in Baden bei Wien, woselbst er seinen Geburtstag zu -feiern gedenkt.. Dem Jubilar sind zahlreiche Ehrungen -nicht bloß seitens des Vorstandes der Wiener Gemeinde, sondern.auch von vielen anderen -Korporationen zu.gedacht, die Deputationen nach Baden entsenden werden. - » - Luszkand. - ' .L. A. T. Petersburg, 17. August. ' Die Schikanen der Behörden gegen die Indens, hören nicht aus! Aus dem Flecken - Mandry (Marinpoler Kreis) sind acht jüdische Familien ausgewiesen worden. — Das erste Kiewer Gymnasium veranstaltete anläßlich her Jahrhunderlfeier einen solennen Aktus. Alle ehemaligen Zöglinge, mit Ausnahme der Juden,., sind, dazu emgeladen 'Worden. Den jüdischen Medai.llisten, die dieses Jahr das Gymnasium beendigten, werden die Medaillen erst nach -der Feier gegeben. — In diesen! akademischen Jahr können in der Petersburger Universität bloß 67.Juden ansgenommen werden. Den Vorzug.erhalten jene jungen Leute, die die Mittellehranstalten der Petersburger und Wilnaer Lehrbezirke beendigten. —. Im klinischen Hebämnien-gynäkologischen Institut in Petersburg können im laufenden Jahr bloß 260 bis 270 Hörerinnen ausgenommen werden. Bon Personen jüdischen ' Glaubens werden bloß drei Prozent zugelassen. — Dem Warschauer Erzbischof Nikolai überreichten die Juden der Stadt Prasnysch (Plo'zker 'Gouvernement) eine Bibel mit folgender Adresse: „Die ' Prasnhscher jüdische Gemeinde,'in der Person ihrer Vertreter, bittet Eure höhe EmirKnz ganz ergebenst, von ihr als Zeichen der . n liauslöschbaren Erinnerung d iese heilige Bibel anzunehmen. Möge dieses, dem Aeußeren nach zwar, bescheidene, dem Inhalt, nach aber wertvolle heilige Buch, das das alte'Jsrael der Welt schenkte, wenigstens als' der teilweise Ausdrück jener tiefen Erkenntlichkeit dienen, die die sämtliche hiesige jüdische Bevölkerung für Eure hohe Eminenz hegt.. Der Allerhöchste, dessen Segen die in dieser Bibel geschilderten heiligen' .Männer immer b egleitete/möge Eure hohe Eminenz auf allen Euren Wegen zu Eurem Wohl und zum Nutzen des Vaterlandes nicht verlassen." In seinem an den dortigen Rabbiner Lewkowitsch gerichteten Schreiben dankte herzlich der Erz. bischof Nikolai ihm und der Gemeinde sür ihre finnige Aufmerksamkeit.— AM Minsk berichtet man: Das Pogromflngblättchen „Die jüdischen Bestialitäten" wird in der Stadt und Umgebung weit verbreitet. Exemplare dieses Blättchens sind per Post den Rabbinern und den lokalen Gemeindevertretern zugeschickt worden. — Im „Rjetsch" .klagt eine gewisse Frau Olga Kalatichew darüber, daß während des Tedeums m der Ka sauer Kathedrale ur^Petersburg mit .24-, Juli sie sich durch -Verteilung einer./P,ostkarte mit.dem.Titel „Der Andrang der

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