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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-08-25 · Heft 34 (25.8.1911) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 34 (25.8.1911)
Date
1911-08-25
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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V.>r?': zirka 1500 Seelen, die unsere Gemeinde ^ähU/vbie^ÄUzcchb/der 5im/ Berichtsjahrs zur Gemeindesteuer veranlagten, in Chemnitz wohnhaften. Gemeindemitglieder 824' betrüg/ -Wie aus einer anderen(Siellä des.Berichts. hervorgeht, sind von diesen 824^Meuerpflichtigen aber nur 402, also noch nicht 50 % der Steuerzahler wahlberechtigt, «und von diesen 402 stimmberechtigten'Gemeindemitgliedern haben bei den im Dezember v'. 'I. stattgesundenen Neuwahlen nur zirka 16.% der Wahlberechtigten teilgenommen. Aus der Arbeit des Berichtsjahrs, 'die eine recht rege wau seien hier nur die auf " den Gebielen/der Schechita und der 'Wanderbettelei erwähnt. An den 'Schritten, die in dieser' Beziehung mit bestem Erfolg vom- Verband der israelitischen Religionsgenieinden im Königreich 'Sachsen unternonuncn wurden/ war unsere Gemeinde durch - den Vorstands Vorsitzenden Herrn L. Lädewig 'beteiligt. /Er gehörte auch-ncit Herrn Kon'nnerziönrat E1b-Dttsden,'W'grms'LeiPZig,"Äahbineu'Dp?WiMr- Dresden und Dr. Hirsch Hildesheimer seligen Älnhenkens zu der Deputation» die, wie man nünm ehr erfährt, am 18/März v.?Z. vorn Kultusminister Dr. Beck empfangen würde. Die Audienz führte'bekanntlich zur Aufhebung 'des Schächtverbots inSachsen, - Ueber die Synagoge in Chemnitz entnehmen wir dem Bericht, baß die 685 Plätze/die eine Miete-Einahme von 8643' Mark''erbrachten, 'dem Bedürfnis nicht' mehr voll genügen - und bereits für dieses Jahr erstmüls'die Einrichtung' von Filialgottesdiensten ins Äuge gefaßt ist. Die Religion sschüle, deren Lehrkörper durch die Wahl des Herrn Lehrer David Zuker' (früher' ist Cökmar, Posen) vermehrt wurde. :• wurde im letzten Jahre von 170 Kindern besucht.' Von allgemeinem Interesse ist ferner'die Mitteilung des Berichts) daß auf Veranlassung des Gemeindevorstandes der Herr Kültusrninister Ende April eine 'Verfügung erlassen hat, derzufolge fortan die sämtlichen über '14 Jahre alten israelitischen Schüler der hiesigen höheren Lehranstalten än 'einem von "der Gemeinde.einzurichtenden Religiönsunterricht teilzunehmen hüben- und daß' diese Einrichtung im nächsten Schuljahre 19l 1/1912 getroffen werden wird. Die durch die' Aufhebung des Schächtverbots erforderlichen Einrichtungen sind von der Gemeinde natürlich sofort getroffen worden. 1 Verständige Vorsorge bedeutet ferner che,/ Ankauf ' eines 5340 qm großen . Flurstückes für spätere Friedhöfszwecke. ' Das Gelände grenzt Ünüiittelbär an den Friedhof und wird einstweilen - gärtnerisch' verwertet. Der Gemeinde-Etat balanciert' mit 71 233.67 Mark, die Steuereingänge be' trügen 42 032,24 Mark bei einem Satze ' von ‘189/0 der Staats.^ einkommensteuer, der auch inr letzten Jahre, wie bisher eingehalten weiden konnte. Dem'recht instruktiven Jahresbericht der Geineindeverwaltüng sind auch diesmal kurze Jahresübersichten über die Hauptsächlichen Wöhltätigkeitsbereine, wie der Chebrah Kadischall. des israelitischen Frauenenvereius und des israelitischen' HilfsvereMs beigegeben. * D. J. 2 WÄrztzurg, 21. August: Einmal im Jahre erwacht für einige Wochen unter den hiesigen Juden allgemein das Bewußtsein, Mitglieder der hiesigen Kültusgemeinde zu sein. Das ist,' wenn die ' vorhandenen Shnagogenplätze verlost werden.' Für ' ungefähr 700 zahlende K.ultüsmitglieder stehen in der einzigen Synagoge etwa 140 Plätze zur Verfügung. Jedes Mitglied ist berechtigt, einen Platz für ' sich,.' zu' zeichnen. /Nach. Schluß der Zeichnung werden die Plätze nach einem althergebrachten Modus verlost, und die Gemeinde- Mitglieder, welche in der Synagoge keinen Platz finden das sind mehr als drei Viertel der Gemeinde — können sich nach einem/ anderweitigen Gottesdienst umschauen. Für' lioseti ba-ebana. und 5om Lixpür ist 4n dem sogenännten Schrattnersaül, einem Restäü- / rationslökül, ein sehr primitiver Gottesdienst eingerichtet, wo sich die von der Synagoge^Ausgeschlossenen Plätze Mieten können. Die katrtoralen Hilfskräfte 'stehen dort uvev' Nicht' auf 'der -Oünfchenswertän Höhe, eine Predigt findet überhaupt nicht statt, weil in diesem Lokal kein Rabbiner oder auch nur ein Rabbinatskandidat fungiert, so baß es viele' vorziehen, dem Gottesdienst ganz fern /z°ü .bleiben. Ein . weiteres Vetlokäl'ist in ''der''israelitischryHöhw'rbildu^ - die Plätze auch vermietet werden,' während in der kleinen, aber sehr hübschen Synagoge des israelitischen Krankenhauses ohne jedes Ettt- . gelt 20 männliche Personen Platz finden können. Es ist nur zu bedauern, daß in' diesem Lokal nicht auch für Frauenplatze gesorgt ist, damit die Psründnerinnen und leichteren Patientinnen sowohl als auch die -jüdischen Da inen/' die sich dienstlich hier aufhalten, ihrer religiösen Pflicht geuügey k^nisten. Mit geringen Kosten und wenig rSchwi'erigkeiien: könnte Abhilfe^'tzsschaffen, werden. So erhebt sich '.also-.in diesen.Mochen^al^ähMch^eVRuf.nach-rtzürerneuen .größeren Synagoge, Jbie für alle Mitglieder die nötigen Plätze bieten würde. ' Dieser. Ruf. ertönt/ natürlich' nur von/ssiteM^der. durch das.-Lös nicht Begünstigten und dauert ..fort bis zu dem Tag nach dem Dersöhnungssest. ..-• ... °l Köln, '18.- August. Auch der letzte Jahresbericht des „ Jsra e li tis che n Le hrlist/gsh e i ms " konstatiert wie mancher der früheren Jahre keine voll ‘ besriedigeuden Ergebnisse. Die Zahl der Zöglinge wie die Äufnähmegesuche an sich weisen im Vergleich zu früheren Jahren eine Abnahme auf. Die Gründe'für diese Erscheinung 'sieht - der Jahresbericht' im der stetigen Abwanderung der Juden voin Lände ' in die Stadt und in der 'Leichtigkeit, mit derauch schwach vorgebildete Küaben in kaüfmänuischeu Berufen bei relativ großer Entlohnung Lehrlingsstellen finden, während in Handwerk und' Technik die Aufnähmebebiugungeu durch verlängerte Lehrzeit und geringere oder ganz wegfällende Zuschüsse der Meister schwerer . werdest. Denrgegen'über bedauert der Bericht mit Recht, daß unsere Jugend auf dem gewaltigen Gebiet der industriellen, technischen .und kunstgewerblichen Entwicklung nicht auch in größerer-.oLM. tatkräftig nutarbeitet: Die Aussichten auf Erfolge irn Hästdwerk für tüchtige gesunde Knaben -könnest um so besser abgeschätzt werden, als sich hestte 'güt -übersehen läßt, welch großes 'Feld * lohnender Arbeit den handwerklichen Betrieben verbleibt, ohne daß zu befürchten ist, daß auch hier Maschine/Fabrik, Großbetrieb Alleinherrscherwerden. Das wird in dein Jahresbericht im einzelnen überzeugend dargetan. Durch die Errichtung von Ta g es fachschnlen infolge der neuen gesetzlichen Bestimmungen, die den Sonntag freimachten, konnten im Heim Zeichen- und Turnunterrlcht auf den Sonntag vormittag verlegt werden und die Nachmittage der Sonntage zu Exkursionen, Spielen oder geselligen Verattstältungen benutzt werden. Da der Anstalt noch vielfach ungeeignete' Elemente zügeführt werden, so wird in dem Jahresbericht wiederholt betont, daß die Anstalt nach ihrem Zweck, ihrer Einrichtung- und Methode keine Erziehungsanstalt für geistig öder moralisch' Defekte ist, für die Unterkunft gesucht wird. "Zur Aufnahme könnten nur Knaben gelangen, die ein genügendes - Maß körperlicher ■ und. geistiger Entwicklung aufweisen.-— In der 1 Borstandschast sind im 'Laufe des Jahres estrige Veränderstngen ein» getreten, An Stelle des verblichenen Herrn Hermann Jonas wurde Herr Josef Rosenwald neu gewählt und die Herren Rabbiner Dr. Caro, Paul Gottschälk, Hans Rollmann, Di-, meä. Haas, Jacob Strauß und die Damen Frau Anna Gottschalk und Frau Jda Herzbach kooptiert.. Tie Zahl der Zöglinge belief sich in 1910/11 auf 34; davon wären aus dem Regierungsbezirk Köln allein >18, aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf 4, Aachen und Trier je 2, aus Hessen-Nassau' und der Provinz Hannöver je P und aus Thüringen und Holland je 1. Am stärksten waren dem Berufe nach Schlösser und Maschinenbauer (7), dann Installateure (5)./ Polsterer und Dekorateure (4). Ein Zögling war Schülcr der Königlichen Maschinenbauschule, einer 'der- Königlichen Baugewerkfchule und einer Schüler der Meisterkurse. Die Lehrzeit beendeten sechs Zöglinge des Handwerks, die Zahl dem Gesellen, die im Heim Aufnahme gefunden hatten, betrug vier. Die Einnahmen im Rechnungsjahr beliefen'sich einschließlich des vorjährigen Kassen- ' bestandes auf 14 969.61 Mark. die.Ausgaben auf 12 643.14 Mark,' so daß am 1. April d. I. ein Kässenbestand von 2326.47 Mark verblieb/ — Straßdnrg i. G., 20. August. : Der in Gebweiler' er- ' scheinenden „Israelitischen Wochenschrift" 'wird von hier geschrieben.. „Drei Jahre sind verflossen, seitdem Herr Sanitätsrat Tr. Gustav Levh, Präsident des israelitischen/Konsistoriums des Unter-Elsaß und des Verwaltungsrates der israelitschen Gewerbeschule, seine Augen für immer geschlössen hat. Seist Name jedoch 'ist heute noch in aller Munde, denn; gar groß ist die Zahl derer, welchen er in einem halben Jahrhundert rastlosen Schaffens in uneigennützigster Weise''ratend und helfend beigestanden hat.. Die israelitische/Gewerbeschule war ihm besonders ans Herzgewachsen. Seli 18Z9'Mitglied des -Verwältungsrats, seit 1871 Präsident'-'derselben/ während '40 Jahren Anstaltsarzt, hat er ihr stets seine besten Kräfte gewidmet; und wenn

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