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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-08-25 · Heft 34 (25.8.1911) · p. Seite 403

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 34 (25.8.1911)
Date
1911-08-25
Page
Seite 403 (sequence 7)
Language
German
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gottbegnadete Seher erständen, die Halewi, die? Gabirol, die Jbn-Esra l — weil der Genius der. hebräischen Sprache nicht gestorben ist. Die | Nestaurati on des jüdischen Volkes unter Esra und Nehemia begann fl mit der Wiederbelebung der hebräischen Sprache; die Rettungstat A R. Jochanan Leu Sakkais .für die Erhaltung des Volkstums nach « dem Verlust der politischen Selbständigkeit war bekanntlich die. > Gründung einer Schule für jüdisches Wissen. Und ist cs nun schicklich,! daß wir dieses unschätzbare und edelste Gut des jüdischen Volkes vernachlässigen? Hochverehrter'Kongreß!' Der Worte sind genug gewechselt worden; wir wollen Taten sehen. .. Referent stellt folgende Anträge. 1. Der X. Zionistenkongreß anerkennt die Notwendigkeit, einen hebräischen Schulverein zu gründen, der die Wiederbelebung der hebräischen Sprache als gemeinsame Nationalsprache des jüdischen Volkes bezweckt. 2. Dep. Kongreß möge die Initiative ergreifen zur Gründung eines allgemein hebräischen Sprachvereins und einer Sprachakademie. 3. Der Kongreß beschließe die Schaffung eines hebräischen Ressorts am Zentralbureau. Der. Vorschlag wird mit stürmischem, langanhaltendem Beifall ausgenommen. Dr. Nacht (hebräisch) betont die Notwendigkeit, neben der Förderung der hebräischen Sprache den historischen Inhalt des Judentums,- der vornehmlich in der jüdischen Neligon zu finden ist, nicht zu vernachlässigen. Er rügt-daher manche antireligiösen Ausfälle seitens einiger hebräischer Schriftsteller. Dr. Daiche s gibt der Freude darüber Ausdruck, daß man schließlich dazu gelangt ist, den Kongreß^im Zeichen der hebräischen? Sprache und Kultur abzuhalten, und hebt mit Genugtuung hervor, daß Sokolow die Bibel als das Fundament der hebräischen Kultur bezeichnet hat. Darauf werden vier Generalredner gewählt. Redakteur. Berlin spricht im Nanien * des Misrachi seine. Freude darüber aus, daß der Kongreß endlich die Bedeutung des Hebräischen anerkennt. Er teilt mit, daß es gelangen ist, das Grundkapital für die Tachkemonescliule in Jaffa auf 125000 Mark zu erhöhen. Er beantragt: Der Kongreß möge es allen Zionisten znr '.Pflicht:tnachen, für die hebräische Sprache und Literatur zu wirken. Shrkin hebt die Notwendigkeit hervor, im engeren Aktionskomitee ein Kulturressort zu bilden. Zlatopolskh spricht ebenfalls über die dringende Notwendigkeit, die hebräische Sprache und Kultur innerhalb der zionistischen Organisation mit allen zu Gebote stehenden und noch zu schaffenden Mitteln nach verschiedenen Richtungen hin 3u fördern. Chasano witsch spricht sich gegen die von Sokolow vorgeschlagenen Resolutionen aus, da dieselben nicht den Anschauungen \ aller Parteien der zionistischen Organisation entsprechen. Im Namen der Poale-Zionisten erklärt er, daß sie wohl die hebräische Sprache als die nationale Sprache der jüdischen Vergangenheit und Zukunst anerkennen und zu fördern bestrebt sind, messen jedoch der! jüdischen Umgangssprache (dem Jargon) die Bedeutung eines Volkstümlichen Bindemittels für die großen jüdischen Massen der Gegenwart bei. Daher könne nicht das Prinzip der Ausschließlichkeit des Hebräischen als der einzigen nationalen Sprache vom Kongreß ausgesprochen werden. Er beantragt, die Kulturarbeit soll als eine autonome Angelegenheit, der zionistischen Vereine anerkannt werden. y. Sitzung, Montag -en 14. August vormittags 10 Ahr. Vorsitzender Vizepräsident' Dr. Bodenheimer eröffnet -die Sitzung.? Frl. Prof. Schach hält ein Referat über „Frauenarbeit im Zionsmus.". Sie führt unter anderem, folgendes, aus: Die Frau hat immer eine große Rolle in der jüdischen Geschichte gespielt. Diese Rolle muß auch den zionistischen Frauen zugewiesen werden. Für die zionistische Frauensache braucht man kein Riesengeld/ sondern vielmehr Gemüt und Verständnis. Das Referat findet allgemeinen Beifall. Dr. Emil Margulies, Referent der Organisationskommission, erstattet einen Bericht über das neue Organisationsstatht, welches dem Kongreß vorlag. Das leitende Organ der Bewegung soll ein Kollegium von fünf odet sieben Mitgliedern, bilden,? deren Mehrzahl an demselben Orte wohnen soll. Dieses Organ soll einem Aktionskomitee von 25 Mitgliedern verantwortllich sein, diese Mitglieder sollen die Möglichkeit haben, ..öfters, zwecks Beratung zusammen, zu kommen, und ein Zentralkomitee aus Vertretern aller Landesorganisationey bestehend soll einmal im Jahre zusammentreten. Dr. Weizmann., stellvertretender Vorsitzender des Permanenzausschusses, macht einige Abänderungsvorschläge, , nämlicb, daß .das Aktionskomitee von 25 Mitgliedern bestehen, daß das große Aktionskomitee vom engeren Aktionskomitee einberufen werden soll, ferner, daß die Bestimmung, wonach der Vorsitzende des Aufsichtsrats der jüdischen Kolonialbank und der Vorsitzende, des -Aktionskomitees, im. Präsidium.-Sitz und Stimme haben, gestrichen werden ' soll.' Es entspann sich eine Geschüstsordnungsdebatte. in bezug auf -den Modus, wie 'über das Statut diskutiert und abgestimmt werden -soll. Im Namen der vereinigten Landsmannschaften verlangt Herr Dr. Marmorek, daß die. Bestimmungen bezüglich der Konstituierung des Permanenz ausschusses als zur Geschäftsordnung gehörend behandelt werden^ sollen. Dieser Vorschlag wird angenommen. Darauf nimmt',dev Kongreß das Organisationsstatut en btoe an,, mit den.... vpn Dr. Weizmann vorgeschlagenen Aenderungen. Schluß der Borrmltagssitzung l'/s Uhr. . t . " Dsienstag, -en 15. August. Vorsitzender Dr. Bodenheimer, dann Dr. Marmorek. >Es wird die Tebatle über die Geschäftsordnung festgesetzt, worauf mehrere Beschlüsse angenommen werden. Motzkin schlägt im Namen der Emigrationskommission vor, daß das Palästinaressortmit den Jnformatiousbnreaus zwecks Förderung und Reglung der Einwanderung nach Palästina in Verbindung treten soll. Antrag Motzkin wird angenommen. Es wird dann die Frage des Budgets für. das.. Inhr 1911/12 beraten. Nach einer längeren Debatte wird-das. Budget.-in Höhe von 170 0OO Mark angenommen. - / ' Ingenieur Shrkin unterbreitet dem Kongreß' im Namen der g Kulturkommission einige Resolutionen. diein erstepLinie deninnigen Zusammenhang der zionistischen Erziehungsarbeit mit der hebräischen j Sprache und Kultur besagen, und die zionistische Organisation peri pflichten, das jüdische Erziehungswerk im Orient und. Palästina nach Kräften zu fördern, wobei die Bestimmung getroffen werden,soll,.' in' den zionistischen Institutionen den Sabbat zu' respektieren.' Dje Misrachisten und Poale-Zionisten sprechen sich ,gegen diehiefolukonen aus und verlangen, daß die Kulturarbeit als autonome-Angelegenheit der zionistischen Vereine und Gruppenbestimmt werden möge. Dr. Tschlenow weist darauf-hin, daß ähnliche Rösolutibnen betreffs ' Kulturarbeit bereits vom II. Zionistenkongreß angenommen werden sind. Die Resolutionen der Kulturkommission we.rd.en-sämtlich^ mit einer erdrückenden Majorität angenommen. -; ' /;; Im Namen des Permanenzausschusses schlägt Prof..We?btzmann, die Wahl für l'.ongreßgericht, Ehrengericht und. Revision vor. -Die Vorschläge werden en btoe angenommen. Nach einer kleinen-..Pause schlagt Prof. Weitzmann im Namen -des Permanenzausschusses folgende.Liste für das große Aktionskomitee. vor:. D,a v.i d W o l,fssohn - (mit stürmischem,minutenlangem Beifall begrüßt), Dr. Bodenheimer. A. Böhm, Jean Fischer, Dr. griedem.aun/ B. Goldberg,. Dr. Hälperin, Dr.' Hausmann, A. Jdelsohn, Jakobns Kann, Keßler, Dr. Klee, Ingenieur Kremettetzky, Dr.-A. Mar- ' morek; Leo Motzkin, Naiditsch, Podlisckewsky, Rechtsanwalt Rosenbaum, Rossow, I. I. Simon, A. Stand,' Heinrich Schein- Dr. Tschlenow, Ingenieur Uisischkin, Prof. Weitzmann Für das engere Aktionskomitee schlägt? der Permaneffzausschuß vor: Pros. O. Marburg, Dr. I. I a.co b s ohn,/-.Rechtsanwalt Hantke, Nahum Sokolow, Th Eh. Lewin. Die-Vorschläge werden unter großem Beifall en bloe angenommen.; Der.Sitz..der Leitung.ist in Berlin.. , . . . - .. . .. Prof. Marburg/ Dr.? Tschlenow und -Ufsischkin (hebräisch), halten ergreifende Ansprachen, die mit Genugtuung auf die erzielte Ver-. söhnung und Einheit aller. Parteien Hinweisen und den X. Kongreß , als den Friedenskongreß bezeichnen, Herrn David Äolffsohn' den Dank für seine unermüdliche und fruchtbare Arbeit während seiner Präsidentenschafp zum Ausdruck bringen: Das ganze Haus erhebt sich und macht Herrn Wolffsohn große Ovationen: Dr. MarmoM übergibt den Vorsitz Herrn Dr. Bodenheimerder die Schlußrede hält, in welcher er der Regierung des Kantons Basel? für deren liebenswürdiges Schreiben? an den Kongreß,?? den Juden; Basels,, d,re den .-. Kongreß ■_ begrüßten,.. dem; Zionistenverein ,in Basel,. den

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