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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-08-18 · Heft 33 (18.8.1911) · p. Seite 391

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 33 (18.8.1911)
Date
1911-08-18
Page
Seite 391 (sequence 7)
Language
German
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Dr. Margulies beantragt/ daß die Orgamfationskommission die Prüfung des neuen Organifationsstatuts noch heute-vornehmen möge. Trie.sch bedauert ebenfalls die Einschränkung der Kritik. Dr. Reich, betont mit Genugtuung, daß die galizischen Zionisten sowohl in formalen Angelegenheiten der. Organisation als auch in den prinzipiellen Anschauungen über unsere Bewegung einig sind. In. seiner Kritik über die Leitung hebt er besonders hervor, daß man durch praktische Arbeit in Palästina das Mißtrauen der maßgebenden türkischen Kreise am besten zerstreuen könne. Er wünschtdaß dieser Kongreß ein. Friedenskongreß sein möge, der die Einheit der. Organisation wieder Herstellen soll. In begeisterten ergreifenden Worten spricht Dr. Reich über die Opfer der Wahlen in Drohobhcz. Die Versammlung erhebt sich zum Zeichen der Ehrung der Toten. Dr. Bodenheimer teilt mit, der Nationalfonds habe Vorsorge getroffen, daß der gestrige Lichtbildervortrag über Palästina und die Bilder allen Nationalfonds-Kommissaren und Vereinsvorsitzenden zur Verfügung gestellt werden. Ferner teilt er mit, daß Herr Kahane 35000 Mark für jüdische Ansiedlungszwecke in Palästina gespendet hat. Dr. Bodenheimer teilt auch mit, daß die zionistische Ortsgruppe der Stadt Basel die Delegierten, Journalisten und Gäste für heute abend zu einem Gartenfest einladet. Dr. Strauß (Bradford) spricht seine Freude über^ den. reichhaltigen Bericht des Aktions-Komitees aus. Er hält es für notwendig, daß die zionistische Organisation eine offizielle Erklärung abgibt, daß der Zionismus keinen Staat in Palästina gründen will, sondern die Ansiedlung der Juden als ottomanische Bürger erstrebt. Rabbinersohn (Kiew) unterbreitet dem Kongreß mehrere Vorschläge: 1. Mittel für die National-Bibliothek in Jerusalem bereit zu stellen, 2. der Jüdischen Kolonialbank oder dem Nationalfonds möge eine gewisse Summe zwecks Ankauf eines Dampfers für Personen- und Warentransport in regelmäßiger Route Jaffa—Alexandrien, Konstantinopel— Odessa und zeitweise nach Triest zur Verfügung gestellt werden. Ferner empfiehlt er den Bau eines Sanatoriums am Tiberiasee, über dessen Heilquellen sich Professor Baginsky (Berlin) begeistert ausgesprochen habe. Lastar (Toronto) macht eine Reihe.von Vorschlägen für die praktische Arbeit in Palästina. Dr.. S. Werner wendet sich gegen die Ausführungen des Herrn Böhm. Die Leitung habe nie die Vertiefung des Zionismus verhindert, sie sei für die Vernachlässigung der Kulturarbeit nicht verantwortlich; diese müsse von jede,,, einzelnen Ziottisten geleistet werden, ohne daß er zuerst auf die Initiative der Leitung wartet. Kaplanskh verlangt informative Aufklärung in bezug, auf den Zionismus nicht nur für die türkische, sondern auch für die arabische Oeffetttlichkeit. Er fordert auch mehr Rücksichtnahme auf die jüdischen Arbeiterorganisationen in Palästina. Auf Antrag von. Gold re ich wird 'beschlossen, vier Eeneralredner mit 15 Minuten. Redezeit zu bestimmen. Schluß der Vormittagssitzung um 123/4- Uhr. Nachmittagssitzung, Donnerstag, 10. August 4, Ahr. Vorsitzender Dr. Bodenheimer.* Dr. I. Thon (Jaffa) verteidigt das Palästina-Ressort gegen die erhobenen Angriffe. Man habe mit den Arbeiterorganisationen verhandelt, das Palästina-Amt sei bereit den jüdischen Arbeitern eine möglichst, weite Selbstverwaltung zu gewähren, die aber nicht in-eine Anarchie ansartcn dürfe.. Ferner nimmt er die Oelbaumspende gegen die verschiedenen Vorwürfe in Schutz und bespricht die.Arbeiten der kiüästine Land Developement Company wie auch der anderen zionistischen Unternehmungen in Palästina. Dr. Pasmanit fragt, ob der an den Kongreß gerichtete Brief des Herrn Kann dem großen Aktionskomitee vor der Veröffentlichung Vorgelegen hat. b'r verlangt, daß die Leitung auf allen Gebieten der zionistischen Arbeit die Initiative ergreife und betont die Notwendigkeit der Vertiefung des zionistischen Gedankens. Auch müsse man dem jüdischen Proletariats mehr-Aufmerksamkeit schenken. Der politische Zionismus sei die Schaffung von--Volksmitteln .für Volksbefreiung. Pros. Tr. Marburg erwidert aus die seitens der poalezionistischen Gruppe gegen das Palästina-Amt vorgebrachten Beschwerden und wendet sich gegen die Ankl. gen, die Herr Kann in seinem an den Kongreß gerichteten Schreiben gegen manche Unternehmungen des Palästina-Ressorts erhebt. Er verteidige. den Bezalel, die. Oelbaumspende, die Jmmobiliengesellschaft und teilt mit, daß vor einigen Tagen ein Bericht seitens des Palästina-Amts einge' gangen sei, der, insbesondere was die Oelbaumspende anbctrifft, mehr als erwartet befriedigend sei. Prof. Marburg führt unter anderem aus, daß es jetzt nottue, vornehmlich für die kulturellen Institute des Zionismus zu sorgen und gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß es nicht lange dauern könne, bis die große Oeffentlichkeit von der zionistischen Arbeit mit Hochachtung sprechen würde. Präsident Wolffsohn, stürmisch begrüßt, nimmt das Wort zur Erwiderung auf die am Berichte des Aktionskomitees geübte Kritik. Es sei vor allem unrichtig, daß die in Palästina geleistete praktische Arbeit der Leitung abgetrotzt wurde. Man habe gesagt, man müsse den Mut haben, auch schlechte Arbeit in Palästina zu machen. Dagegen erkläre er, man müsse viellnehr Mut haben, die Arbeiten, die sich als schlecht erweisen, einzustellen. Lieber wenig und gut, als viel und schlecht. Präsident Wolffsohn wendet sich auch dagegen, daß manche zionistischen Landesorganisationen es für möglich halten, sich mit der Landespolitik abzugeben; sie müssen in erster Linie für die zionistischen Ideen arbeiten und nicht ihre Kräfte zersplittern. Auch sei zu beachten, daß die Landespolitik in den verschiedenen Ländern verschieden sei, und so könne es Vorkommen, daß Zionisten gegeneinander kämpfen. Wenn im Namen der palästinensischen Arbeit hier verlangt wird, daß man mehr darauf hinarbeiten soll, mit.arabischen Kreisen sich zu verständigen, so sollten in erster Linie .die Arbeiter für die Verständigung sorgen. Es wurde Herrn Kann daraus ein Vorwurf gemacht, daß er Kritik an einem Mitglied des engeren Aktionskomitees geübt hat. Da müsse er bemerken, daß er den Standpunkt des Herrn Kann teilt, und meint ebenfalls, daß es besser wäre; Prof. Marburg nicht mit kaufmännischer Arbeit zu belasten. Indem er die Leistungen des Herrn Kann, insbesondere seine fleißige langjährige Mitarbeit an den Finanzinstituten der Bewegung hervorhebt, richtet er an den Kongreß die Bitte, mit der neuen Leitung milder zu verfahren als mit der alten. (Stürmischer, minutenlang anhaltender Beifall.) Samuel Daiches (London), beantragt die Erteilung des Vertrauens Wortes, Herr Dr. Osias Thon stellt folgenden Antrag: „Der Kongreß spricht dem engeren Aktionskomitee für seine vierjährige fruchtbare und erfolgreiche Arbeit sein Vertrauen und Dank aus, dankt aber insbesondere Herrn Präsident Wolffsohn. daß er das große Erbe Herzls nicht nur erhalten, sondern gemehrt habe." Der Antrag wird unter stürmischem Beifall und nicht endeuwollendem Jubel angenommen. Präsident Wolffsohn spricht dem Kongresse seinen Dank, für diese Kundgebung aus und gibt in seinem Namen und im Namen des Herrn Kann die Versicherung, daß sie, obgleich sie von der Leitung zurücktreten, auch weiter für die zionistische Sache, arbeiten werden. Schluß der Sitzung um 7 Uhr. . (Schluß folgt.) Sir Mophrtrn in der jüdischm Volkslchulr. Von Seminardirigent Dr. M. Spanier-Münster i. W. III. ringen wir nur zusammen, was sich zum Bilde formt, und beachten wir, daß nicht das Rhetorische, sondern das Persönliche den kindlichen Sinn so fesselt, daß die Propheten zum bleibenden Gewinn, zum Erlebnis für unsere Kinder werden. Unterstützt und gefördert mag die Phantasietätigkeit unserer Schüler werden durch gute bildliche Darstellungen- Aber wir verschmähen Bilder, in denen die Propheten nach dem ornamentalen Modestil gewissermaßen dekorativ in Schwarzweiß verwandt werden, oder Bilder, in denen irgendein interessanter polnisch-jüdischer Typ für einen Propheten gelten soll, . und selbstverständlich die allzu absichtlichen, eil- und handfertigen Offenbarungen geschästseifriger Lehrmittelarbeiter. Es müssen Bilder sein — wie etwa der Jeremia

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