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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-08-04 · Heft 31 (4.8.1911) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 31 (4.8.1911)
Date
1911-08-04
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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h' des Verblichenen, dessen hingebungsvolle" Treue und Mneigennützig» feit ihm ein dauerndes^ ehrendes Aßdenkett sichern. Mit Trostworten an die Witwe und Kinder schloß dje ergreifende Rede. Herr Albert^ G olds chmidt sprach ein herzliches Dankeswort im Namens des Vor- ' standes des Vereins zur Förderung der Handwerke unter den Juden. Zum Schluß widmete noch Prediger Dr. RLeger dem langjährigen Freunde tief empfundene Worte des Abschieds. Die Beisetzung fand auf dem Ohlsdorfer Friedhöfe statt. Nach einer kurzen ^rauerseier in der Friedhofskapelle und nach einem Segenswort des Geistlichen wurden die irdischen Ueberreste dem Schoße der Erde übergeben. . z. Steele, 26. Juli. Eine recht große Zahl von Lehrern, Lehrerinnen und Lehrerfrauen aus dem rheinisch-westfälischen Jndustriebezirk hatte sich am Sonntag den 16. Juli in Essen versammelt, um eine „Gesellige Vereinigung der jüdischen Lehrer und Lehrerinnen des rheinisch-westfälischen Industriebezirks" ins Leben zu rufen. Sie waren einer Einladung gefolgt, die von den Kollegen Abraham-Essen, Katzenstein- Steele und Ostermann-Bochum ausgegangen war.' Die kurzen räumlichen Entfernungen, welche die jüdischen Lehrer dieses Bezirks voneinander trennen, hatten auf der Kölner Tagung bereits den Gedanken reifen lassen, zur Pflege eines kollegialen Zusammenschlusses sowie zu gemeinsamer Aussprache über aktuelle Fragen auf dem Gebiet des Schul- und Lehrerlebens sich in öfteren Zusammenkünften näherzutreten. ' Im Verlauf der Verhandlungen, die zur Gründung der Vereinigung führten, wurden Zweck und Ziel der künftigen Tagungen besprochen. Wie schon der Name sägt, soll hauptsächlich der gesellige Verkehr zwischen den Kollegen durch die Versammlungen gefördert werden.' Die Befürchtung eines Kollegen, daß die schon bestehenden Bezirkskonferenzen geschädigt werden könnten, wurde einstimmig dahin widerlegt, daß nicht daran gedacht sei, die Kreise der Bezirkskonferenzen zu stören; vielmehr wird von der Vereinigung erwartet, daß sie zur Stärkung des Vereinslebens beitragen wird. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist ja eine regere Vereinsarbeit' sehr erwünscht. Für die Leitung der neuey Vereinigung wurde ein Ausschuß gewählt mit Kollegen Abraham- Essen als Obmann, Kätzenstein-Steele als Schriftführer und Ostermann- Bochum als Beisitzer. An die erste Tagung schloß sich ein gemeinsamer Spaziergang durch die Kruppsche Kolonie Altenhof und ein gemütliches Beisammensein' im Bahnhofshotel Hartmann. Der fröhlich-gesellige Tön in der Versammlung war ein gutes Vorzeichen für die Zukunft. Die nächste Tagung soll im Oktober in Steele stattfinden anläßlich des goldenen Jubiläums; das die dortige jüdische Volksschule als öffentliche Schule am 16. Oktober feiern wird. ----- Hannover, 30. Juli. Das von der Zion-Loge XV Nr. 360?u Hannover auf Norderney ins Leben gerufene Kindererholungsheim wurde' am Sonntag, den 9. d. M in feierlicher Weise eingeweiht. Viele Brüder der Zion-Loge unter Führung ihres Präsidenten, ebenso viele Mitglieder anderer Logen waren erschienen. Die Großloge des U. O. B. B. hatte einen Vertreter in der Person des Landtagsabgeordneten Tr. Cohn-Dessau entsandt. In dem Speisesaal der Anstalt, welcher für diesen Zweck besonders geschmückt worden war,, hatten sich ca. 200 Personen eingefunden, um an der Feier teil- Lünehmen. Nach der Uebergaberede des hauleitenden 'Architekten, , Banrat Mackensen-Hannover, begrüßte der Präsident Dr. Heinrich Strauß-Hannover' die Anwesenden und dankte zunächst Herrn Mackensen für die großen Dienste, die er'der Loge bei Ausführung des Baues in selbstloser'Weise unter Verzicht auf jede materielle , Vergütung geleistet hatte. Ein besonders herzlicher Dank.wurde den Brüdern des Komitees für kur- und pflegebedürftige Kinder zuteil, die in elfjähriger rastloser Tätigkeit das Werk zu dieser Vollendung ... geführt haben. Neben der jährlich nach Salzhemmendorf zu entsendenden Ferienkolonie von 80 Kindern' hat das Komiteees ver- .; standen, nur aus den Kreisen der Loge'die großen Mittel; welche ' zur Errichtung des Kindererholungsheinis auf Norderney erforderlich waren, zu beschaffen; aber, so führte dev Präsident aus.' der'Grundgedanke, den jüdischen Kindern, die zum Tieilunter ungünstigsten Verhältnissen in der Großstadt' aufwachsen und dort Keime zur Krankheit' oder frühem Siechtum in sich' aüsnehMen," eine Erholüngsstätte zu schaffen, sei-doch aus der großen Ordensidee heraus'geboren. .Mit. dem Wunsche, daß das Heim seinen Insassen, der Zion-Loge und dem ganzen Orden zum Heile und zum Segen gereichen möge, schloß der Redner, welchem Rabbiner Dr. Freund, da Landrabbiner Dr. Gronemann wegen dienstlicher Geschäfte verhindert war, mit einer tief empfundenen religiösen Weiherede folgte. Als erster der Gratulanten' sprach nunmehr namensder Regierung der. Königliche Badekömmissar Graf von Oeynhausen, der unter Uebermittlüng freundlicher Glückwünsche das-stete.Wohlwollen aller Behörden zusicherte. Für die Gemeinde Norderney gratulierte Bürgermeister Dr. Uhde, der das Unternehmen in der Reihe ähnlicher, .und gleichwertiger Anstalten des Bades auf das herzlichste begrüßte. Nunmehr kam der Vertreter der hochwürdigen Größloge zu Worte, dem sich noch fünf Redner anderer Logen und Logenverbände anschlossen. Nach einem Schlußwort des Herrn Dr. Catzenstein- Hannover schloß die Feier mit dem von einem Teile der Kinder vorgetragenen Choral „Lobet den Herren" um 1^4 Uhr. Ein Teil der' Gäste unterzog nunmehr das Heim einer eingehenden Besichtigung und.war außerordentlich erfreut über die Einrichtung desselben, die den strengsten modernen hygienischen Anforderungen .entspricht. Die geräumigen Schlafsäle, in welchen für jeden Insassen in die Wand ein Schrank eingelassen ist, die außerordentlich praktischen Waschvorrichtungen, der große Spielplatz mit den Liegestühlen sowie , die vorzüglich angelegten Küchenräume zeigten den Besuchern, daß für die Kinder in jeder Beziehung bestens gesorgt ist. Die Leitung des Hauses liegt in den Händen mehrerer junger Damen, die Töchter bzw. Angehörige von Mitgliedern der Zion-Loge sind. Die Damen haben, sich zu ihrer schweren Aufgabe durch einen Kursus im Fröbel- Pestalozzi-Hause bestens vorbereitet, und haben es augenscheinlich verstanden, sich bei größter. Energie doch die herzlichste Zuneigung aller - Kinder zu gewinnen. . Das Haus bietet Platz für die gleichzeitige Ausnahme, von 86 Kindern.. Ter-Betrieb ..ist., zunächst .für die vier Monate vom Mai bis September vorgesehen.' Sollten genügend Anmeldungen für eine Winterkur vorliegen, so könnte. , auch diese eingerichtet werden; die nötigen Heizungsanlagen sind vorhanden. Allen Eltern, denen es die Zeit nicht erlaubt, mit ihren Kindern gleichzeitigen der See sein zu dürfen, kann das Heim nur .angelegentlichst empfohlen werden. Cie können dem Kinder-Erholungsheim der Zion- Loge ihre Lieblinge in dem Bewußtsein anvertrauen, daß für dieselben dort mit größter Sorgfalt gesorgt wird, und haben außerdem die Gewißheit, ihre Kinder in einem streng rituell geleiteten Hause untergebracht zu wissen. Wie uns die Loge milteilt, ist eS nach'den Erfahrungen dieser Saison dringend erforderlich, die Anmeldungen schon in den Frühjahrs-Monaten vorzunehmen. Alle Zuschriften sind bis auf weiteres an die Adresse des vorgenannten Präsidenten der Löge, Dr. med. Heinrich Strauß, Hannover, Alte Cellerheerstraße42 zu richten. Eines besonderen Hinweises bedarf der Vorzug, den dieses Heim dadurch hat, daß es auf einer Insel gelegen ist. Nach Ansicht der führenden Persönlichkeiten auf dem Gebiete der Kinderpflege' ist das ein wesentlicher Vorteil gegenüber'denjenigen Anstalten, welche sich an den Küsten befinden. Schweiz. — Basel, 28. Juli. Auf dem vom 9. bis 15. August in Basel stattfindenden X. Zionistenkongreß wird Herr Dr. Max N'ordau in-gewohnter Weise einen Bericht über die Gesamtlage der zion istischen Bewegung erstatten. Auch dieser Kongreß wird sich in erster Linie mit inneren Angelegenheiten der-Organisatiön und mit dem weiteren Ausbau der praktischen Tätigkeit in Palästina befassen. Dem Kongreß' wird ein äußerst sorgfältig vorgearbeitetes Projekt eines! neuen Organisationsstatuts vorliegen, wodurch die zionistische Organisation auf eine gariz neue gründlich durchdachte Grundlage gestellt werden wird. Zuden Fragen, womit sich der Kongreß außerdem - befassen wird, gehört in erster Reihe die Emigratiottsfrage, worüber Herr Dr. & K a tz en elfo h n -Libaü, ein hervorragender Kenner -der - russischen Emigrationsverhältniffe, und Schriftsteller Leo M otzkin- Berlin, der gleichfalls' zu den besten Kennern der jüdischen Verhältnisse in 'Rußland gehört; referieren werden- Des weiteren werden auf"dem Kongreß/ laut Beschluß des Aktionskomiteesauch' kulturelle Fragen beyäridelt werden; so wird7 Überdie Entwicklüng dev hebräischen

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