Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-07-28 · Heft 30 (28.7.1911) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 30 (28.7.1911)
Date
1911-07-28
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3228961-3228992--67660-3279889
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Kaufleute Zieg el,- Le Win, Wolfs,... Lewkowiz( und Katz gewählt. *** Breslan, 23. Juli. Die U n t'e r st ü tz u n g s k as s e' d e 8 V ereins israelitisch er Lehrer in Schlesien und-Posen steht jetzt, wie das hiesige „Jüdische Volksblatt" berichtet, vor einer Krise. Seit ihrer Begründung im Jahre 1879 hat' sie trotz ihrer beschränkten Mittel an nicht.mehr dienstfähige israelitische Lehrer oder Kultusbeamte Renten im Gesamtbeträge bis zu 8000 Mark - alljährlich . gezahlt und dadurch wesentlich dazu beigetragen, den Jugendhildyern unseres Glaubens die Zeit ihres Alters, ihrer Erwerbs- und. Dienstunsähigkeit erträglicher zu gestalten, als dies in Rücksicht-auf .ihre häufig nurallzu mäßige Dienstpension : — die Religio nslehrcrder kleinen Gemeinden entbehren leider auch einer solchen oft genug — ohne die Kaffenzüschüsse möglichj gewesen wäre^ - Dabei ist es ihr gelungen, noch einen Kapitalstock von mehr als 65 O0O Mark ivc sammeln, der mündelsicher angelegt ist. Diese Erfolge konnten naturgemäß nicht allein durch die Beiträge der. eigentlichen Kassenmitglieder, der durch die Kasse versicherten Lehrer, erreicht werden; vielmehr waren es die Ehrenmitglieder, die durch dauernde Beiträge, 'und die edlen Stifter^ die durch einmalige größere Zuwendungen ist Erkenntnis der segensreichen Zwecke der Kasse ihr in erster.Reihe die - Möglichkeit solcher Ergebnisse eröffneten. - Jetzt aber ist. die Unterstützungskasse an einen Wendepunkt in ihrer Entwicklung: gelangt, j der ihre Tätigkeit für die/ Folgezeit in "Frage stellt. Die Königlichen i Aufsichtsbehörden haben,' gestützt auf eine ihnen wurch die neue , Versicherungs-Gesetzgebung auferlegte Pflicht, in der an sich für; unsere Versicherten erhebenden Annahme, daß den Kassenmitgliedern j nicht eine Unterstützung gewährt werde, sondern ein wohlbegründeter - Rechtsanspruch gegen die Kasse zusteht, ein wersicherungstechnisches j Gutachten über die Leistungsfähigkeit.der Kasse eingefordert. Dieses '• Gutachten gelangt zu dem.Ergebnis', daß die Kasse unter Berück- . sichtigung ihrer bisherigen Einnahmen an Beiträgen und Zinsen nur dann auf die Dauer ihre bisherigen Renten ungekürzt zahlen . kann, wenn entweder die neu aufzuuehmenden rentenberechtigten Mitglieder das etwa Sechsfache des bisher erhobenen Jahresbeitrags zu zahlen sich verpflichten oder für jedes solches Mitglied ein ' Kapitalzuwächs von rund 1300 Mark gewährleistet wird. Es liegt auf der Hand, daß weder das eine noch das andere geleistet werden kann. Das Einkommen eines jüdischen Lehrers oder Kultüsbeamten - pflegt nicht so hoch ‘ zu sein , daß er neben seinen; sonstigen Bedürfnissen einen Beitrag von - jährlich etwa 80 Mark an diese Kasse ab führen könnte. Und woher soll jedesmal, wenn ein neues Mitglied mit dem Anrechtaus-Rentenbezüge ausgenommen wird, der verlangte Kapitalzuwachs gewonnen werden, dann bliebe nur eine entsprechende-Verkürzung der Renten» bezüge übrig, in deren Folge indessen die Zugehörigkeit zur Kasse als rentenberechtigtes Mitglied kaum mehr erstrebenswert sein würde. Damit wäre die Auflösung der Kasse nur noch eine Frage der Zeit. Wir bringen den Bestrebungen der Unterstützungskasie unsere vollsten Sympathien entgegen, denn wir erachten es-als im Interesse unserer Glaubensgemeinschaft gelegen, nach Kräften dazu beizutragen, den Berufseifer und die Berufssreudigkeit der Männer, denen die Heranbildung unserer Jugend, von der die Zukunst unserer Glaubensgemeinschaft abhängt, änvertraut ist, zu stärken und zu bewahren. Dies kann aber nicht besser geschehen, als wenn sie das Bewußtsein haben, daß sie im Falle ihrer Dienstunfähigkeit bzw. ihre Hinterbliebenen nach ihrem Ableben vor der drückendsten Not geschützt sind. Da die kleinsten Gemeinden, in denen die Mehrzahl der Lehrer fungiert, nicht in der Lage sind, nach dieser Richtung hin Vorsorge zu treffen, halten wir es für eine unabweisbare Pflicht der Großgemeinden, hier helfend einzügreifen. Auffallenderweise hat'es der Vorstand der Unterstützungskasse bisher unterlassen, von den Breslauer Gemeindebehörden einen regelmäßigen Jahresbeitrag zu erbitten, der ihr sicherlich ebenso zuteil geworden wäre , wie anderen fernerstehenden Vereinigungen.' Das bisher Versäumte kann aber von jetzt ab durch möglichst reiche Beihilfen wieder ausgeglichen werden. Der.Gemeindevorstand hat sich zunächst in .einer gemeinsamen Rücksprache mit dem Vorstand der Unterstützungskasse einen Einblick in die flnanziellen Verhältnisse der Kasse sowie Aufschluß über die Mittel nnd Wege zur Erreichung des von; der Kasse an» gestrebten. /Zieles verschafft/-' Hiernach glaubt der Kassenvorstand durch eine kräftige Hilfsaktion seitens der Gemeinden,' der Verbände nnd sonstigen Vereinigungen die Unterstützungskaffe lebensfähig erhalten zu könnest. - Zur Beteiligung / unserer Gemeinde ist von den Vertretern der 'Kaffe die Zeichnung ' eistes'Beitrages von bOll-Mark als wünschenswert bezeichnet worden. Der Vorstand hat-dWKEe-. trag keineswegs für. zu hoch gehalten und beschlossen, ihn zu bewilligen. /Wenn/er über ihn nicht hinausgegangen ist, (so liegt dies daran, daß der Kassenvorstand, selbst ihn in Erwartung weiterer Unterstützung seitens größerer Und' mittlerer Gemeinden und von den Verbänden zstnächst für angemessen und ausreichend - erachtet hat. Anderseits hat der- Vorstand' geglaubt, den Beitrag, zunächst Nur für ein Jahr bewilligen zu sollen, weil er es für angezeigt erachtet, die Entwicklüng'-'der Angelegenheit abzuwarten. Für die' Beratung des nächsten Häushaltplanes will er sich Vorbehalten, -in erneute Erwägung über - die Gewährung einer regelmäßigem;eventuell höheren Beihilfe einzutreten. - - 7. Dortmund, 21. Juli; Der soeben erschienene Jahresbericht des „Israelitischen Altersheims in Westfalen" Pro 1910/1911 läßt erkennen, daß dieses sozial-jüdische Institut auch im verflossenen Jahre in ruhiger Entwicklüng begriffen gewesen ist. IN der Leitung des Altersheims traten im-Laufe des Jahres einige AeNderUngen ein. In die Lücke, die der unerbittliche Tod durch-den Heimgang -des ' UM die Anstalt hochverdienten Herrn Sa lly Flörs heim gerissen; trat der zeitige Vorsitzende des Verbandes der Synagogengemeinden Westfalens- Herr Justizrat Dr. Frankenstein, an Stelle des Herrn Jac. Ostwald, der nach Schöneberg-Btzrlin verzog, trat Herr D. Bachmann-Warburg in den Vorstand. In Anerkennung seiner großen Verdienste um das Altersheim wurde Herr -Ostwald zum Ehrenmitglied ernannt, -so daß er auch nach seinem Wegzug nach Schöneberg noch in engster Fühlung mit dem Heime steht. In der Anzahl der Insassen des Altersheim ist eine nur ganz unwesentliche Aenderung eingetretem Im Vorjahr waren es 34 Personen, in dem letzten Jahre 33 (22 Frauen und N Männer), die im° Altersheim Aufnahme gefunden haben. Von diesen stammten sechs nicht aus dem Vereinsbezirk. Die Zahl der Verpflegungstage hat eine wesentliche Steigerung erfahren. In der Jahresabrechnung, die mit 34 729.73 Mark balanciert, bleiben die Ausgaben um 5610 Mark hinter den Einnahmen zurück. Der Vermögensstand des Altersheims, der einschließlich der Grundstücke und Gebäude am Schlüsse des Rechnungsjahres 205 215.91 Mark beträgt, hat gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung um 6975.39 Mark erfahren. Der einigermaßen-zufriedenstellende Abschluß ist aber nur dem Umstande zuzuschreiben, daß dem Heime ein Legat des verstorbenen Ehrenmitgliedes S. Löwen-. st ein - Rietberg in Höhe von 6000 Mark zufiel, anderenfalls wäre ein Defizit zu verzeichnen gewesen. Die Jahreszeitftiftungen, die jetzt insgesamt 27 500 Mark betragen, sind um rund 3500 Mark gegen das Vorjahr zurückgegangen. Es wird der wohlwollenden Förderung aller Freunde des Altersheims bedürfen, um die Jahresausgaben, die jetzt mit rund 30 000 Markzu veranschlagen sind, decken zu können. Hoffentlich wird es daran nicht fehlen. Düsseldorf- 21. Juli. Der Verein zur Förderung der Handwerker und'technischen Berufsarten unter den Juden hielt am 29. v. M. im Gemeindehaus die diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende; Herr Ä, Freundlich,' erstattete den Bericht über das Vereinsjahr 1910/11 und machte daran anknüpfend wichtige, für den Verein bedeutsame-Vorschläge zur Förderung namentlich der Lehrlingsausbildung. Nach einer lebhaften Besprechung erklärte sich die Versammlung mit den gemachten Darlegungen - einverstanden. Nachdem noch eine Reihe geschäftlicher Angelegenheiten erledigt war, machte der Vorsitzende die erfreuliche Mitteilung, es stehe in Aussicht, daß der -Verein demnächst ein eigenes -Heim für Lehrlinge und Gesellenerhalten werde. Das Ausschnßmitglied Herr B. Feilchenfeld 'überbrachte Grüße des Kölner Vereins und dankte zum Schluß für die segensreiche, gemeinnützige Wirksamkeit des Zentralvereins. J. F. Frankfurt a. M., 21. Just. Der Jsraelilifche Lehrerverei n im Großherzogtum Hes.sen.chielt^hier am letzten Sonntag seine Jahresversammlung ab. Wertheimer-Heldenbergen der Vorsitzende, erstattete den Jahresbericht, dem wir entnehmen» daß

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.