Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 30 (28.7.1911)
- Date
- 1911-07-28
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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75. Jahrgang Nr. 30 / Berlin, 28. Juli1911 Veils ge zur „Allgemeinen Leitung bejS Judentums". korrelpondrn?en und Mackrichtm. Deutschland. 2L Berlin, 25. Juli. Das Kuxatorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums sendet uns das Programm der Vorlesungen für das Wintersemester 1911/12* Herr Dr. Baneth wird lesen: 1. Talmud b:\bli Ketubot, V, 4 Stunden, Montag und Donnerstag. 10—12 Uhr. 2. Talmud babli Rullin, III, 4 Stunden» Montag und Donnerstag 8—10 Uhr. 3. Llieebne Tora, Buch 10 (Fortsetzung), 2 Stunden, Sonntag 10—12 Uhr. 4. lore de'a, Blieb, ülllrvvaot, 2 Stunden, Mittwoch 8—10 Uhr. 5. Eben ha ‘ezer, Hilch. Ketubot, 1 Stunde, Donnerstag -12—1 Uhr. 6. Talmud jeruschalmi Pesahim, V und VI, 2 Stunden, Montag 12—1, Uhr. Herr Dr. Elbogen wird lesen: 1. Hagiographeu mt alten Kommentaren, I Stynde, Mittwoch 12—1 Uhr. 2»? Talmud babli Mo'ed Katan? (Fortsetzung), 4 Stunden, Dienstag und Freitag 8—10 Uhr. 3. Neuere Geschichte der Juden (seit 1750), 2 Stunden, Dienstag und Freitag 10— 11 Uhr. 4. Geschichte des jüdischen Gottesdienstes und der shnagogalen Literatur, 2 Stunden, Sonntag 8—10 Uhr. 5. Historische Uebungen, 2 Stunden, Mittwoch 10—12 Uhr. Herr Dr. Aahuda wird lesen: 1. Tie Bücher der Könige von Salomo bis zum Untergänge des Nordreichs, 2 Stunden, Sonntag 10—12 Uhr. 2. Uebungen über die Bücher der Chronik. ^Stunden, Mittwoch 6—8 Uhr nachm. 3. Amos und Hosea, 2 Stunden, Mittwoch 11—12, Freitag 10 bis II Uhr. 4. Bibel kursorisch (für alle Hörer), 2 Stunden, Freitag 11- -1 Uhr. 5. Ueber die Propheten in Israel, 1 Stunde, Dienstag, 7—8 Uhr abends. 6. Syrisch, ausgewählte Texte aus der Peschitta» 1 Stunde, Mittwoch 12—1 Uhr. Herr Tr. Freund wird lesen: 1. System des Staatskirchenrechts der Juden in Preußen, 2 Stunden, Donnerstag 5 —7 Uhr. 2. Die Emanzipation der Juden in Preußen, 1 Stunde, Dienstag 8—9 Uhr abends. Herr Dr. Hochseld wird lesen: Methodik des systematischen Religionsunterrichts, 2 Stunden, Montag 6—8 Uhr, daran anschließend Uebungen. Herr Dr. Tändler wird lesen: 1. Historische Geographie und topographische Archäologie von Palästina, 2 Stunden, Dienstag 8—10 Uhr. 2. Philologisch, historische Uebungen über das I. und II. Makkabäerbuch, 1 Stunde, Donnerstag 8—9 Uhr. Herr Dr. Warschauer wird lesen: 1. Alidraseb Sebir ba-8ebirim (Fortsetzung) und Kobeletb Rabba, 1 Stunde, Dienstag 6—7 Uhr nachm. 2. Homiletische Uebungen, 2 Stunden. Freitag 8—10 Uhr. Vorbereitungskurse: Dr. Baneth: Talmud babli, Baba Mezia, 2 Stunden, Sonntag 8—10 Uhr, Dr. Barol: Pentateuch, 2 Stunden, Montag 8—10 Uhr. Raschi - zum Pentateuch, 2 Stunden, Mittwoch 9 -11 Uhr. Mischna: Ausgewählte Traktate aus Ordnung Mo/ed. 2 Stunden, Dienstag 6 bis 7 Uhr nachm., Mittwoch 8—9 Uhr. Dr. Biram: Hebräische Grammatik, 2 Stunden, Montag und Mittwoch 7—8 Uhr abends. Ausgewählte Stücke aus Josua und Richter, 2 Stunden, Donnerstag 7—9 Uhr abends. Lektüre des Gebetbuchs, 2 Stunden, Montag und Donnerstag 6—7 Uhr nachm. Dr. Elbogen: Geiger, Lehr- und Lesebuch der Mischna, 1 Stunde, Sonntag 10—11 Uhr. Dr. Aahuda: Haftarot, 1 Stunde. Sonntag 12-^-t Uhr. Alle Vorlesungen und Uebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Wintersemesters erfolgt Dienstag den 24. Oktober, 12 Uhr mittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie die rite immatrikulierten Studierenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät —in Aussicht genommen. Auch andere Personen können aus Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums, Herrn Dr. Baneth. am 24., 25. und 26. Oktober, 1- 2 Uhr nachmittags, im Sprechzimmer der Lehranstalt. L: Berlin) 17. Juli. Der 98. Jahresbericht der Gesellschaft zur Verbreitung der. Handwerke und des Ackerbaues unter den Juden im preußischen Staate (gegründet 1812) fiu; 1910 ist soeben versendet worden. Der Verein verdient ein um so erhöhteres Interesse, als er nunmehr bald aus ein volles Jahrhundert gemeinnützigen Wirkens zurückblicken kann und sich mit Recht rühmen darf, durch seine Ziele und Zwecke dazu mitgearbeitet zu haben, die gesamte Judenheit von dem Banne eines schwer zu beseitigenden Vorurteils zu-befreien und gleichzeitig vielen armen Jünglingen zu einem,guten Fortkommen in einem ehrsamen Berufe verholfeu zu haben. Der Vorstand ist im abgelaufenen Jahre derselbe geblieben, und zwar wurde als erster Vorsitzender Herr Fabrikant M. Rosenow, als Schriftführer Herr Rechtsanwalt Daniel Feilchenfeld und als Inspektor Herr Diplom-Ingenieur Ludwig Adler wiedergewählt. In Pflege befanden sich 1910 94 Lehrlinge, die sich fast auf alle Handwerke und technischen Berufe verteilten. Drei jungen Leuten wurden Stipendien zum Besuche technischer Hochschulen bewilligt. Die Tätigkeit der Gesellschaft erstreckte sich aber noch weiter, indem sogar stellungslosen Gehilfen dauernde Arbeitsgelegenheit verschafft und selbständige Handwerker mit Rat und Geld unterstützt wurden. Trotz der namhaften Beträge, die edeldenkende Gönner dem Vereine zukommen ließen, befindet er sich nicht gerade in günstigen finanziellen Verhältnissen. Auch im letzten Berichtsjahr mußte bei den stetig wachsenden Kosten das Kapital angegriffen und 705 Mark zur Deckung der Ausgaben dem Grundfonds entnommen werden. Der Etat balanciert in Einnahmen und Ausgaben mit 13272.67 Mark Berlin, 25. Juli. Die „Deutsch-sozialen Blätter" regen sich darüber aus, daß die Beiträge für das Bismarck-Denkmal am Rhein bei dem Bankhaus S. Beichröder einzuzahlen sind. Sie bedauern, daß man nicht auch einmal „deutsche Staatsbürger" etwas verdienen lasse. Na, deutsche Staatsbürger sind, am Ende auch die-Inhaber des Bankhauses S. Bleichröder, wenn sie auch wohl nicht gerade zu den Abonnenten der „Staatsbürgerzeitung" gehören.. Aber die Hauptsache: merken denn die braven Antisemiten gar nicht, wie sterblich sie sich blamieren, wenn sie just gegen Bleichröder protestieren? Bleichröder war doch der Bankier Bismarcks, und wenn Bismarck selbst über die Sammelstelle für sein Denkmal zu verfügen .gehabt hätte, so wäre sicher, seine Wahl auf das Bankhaus gefallen, zu dem er selbst das größte Vertrauen hatte. w. Ans der Provinz Posen, im Juli. Herr Rentier Moritz Lab oschin in Posen beging am 14. d. M. unter großer Teilnahme das Fest seines 70. Geburtstages. Herr Laboschin hat an den Feldzügen 1864, 1866 und 1870/71 mit Auszeichnung teilgenommen. Seitens der Veteranen wurden dem Jubilar vielfache Ehrungen erwiesen.. Labischin. Der Erlanger Physiologe. Geheimer Hofrat Professor Dr. med. et phil. Isidor Rosenthal vollendete am 16. d. M. das 75. Lebensjahr. Er ist ein Kind unserer Stadt. 1859 wurde er Assistent am Berliner physiologischen Institut unter du Bois-Rehmon d, habilitierte sich 1862 als Privatdozent, wurde fünf Jahre später Extraordinarius und siedelte 1872 als Ordinarius der Physiologie nach Erlangen über. Um den Zusammenhang der biologischen Wissenschaften enger zu knüpfen, gründete er das „biologische Zentralblatt", welches er noch jetzt leitet. ---- Exin. In -der letzten Stadlverordnetensitzung hierselbst fand die Einführung und Vereidigung des neugewählten Magistratsmitgliedes Kaufmann Rosenthal statt. — Murowana Goslin. Am 15. d. M. feierte I das Kaufmann L. Fl an tersche Ehepaar das Fest der silbernen Hochzeit und das 25jährige Geschäftsjubjläum. ----- Wreschen. Unter sehr reger Beteiligung fanden hier die Repräsentantenwahlen fürchte Shnagogengemeinde statt. Es wurden auf sechs Jahre gewählt: Justizrat Peyser mit 41 Stimmen, Großkaufmann Marcus Meyer mit 89, Großkaufmann Hermann Ziegel mit 40, Hausbesitzer Simon Ascher mit 39 und Hausbesitzer Louis Zlotnicki mit 39 Stimmen. Zu Vertretern: Bernhard Gersohn und .Ä'iAaeliS-K-'o'hn.., — Wongrowitz..Bei den Ergänzungswahlen der Repräsentanten der hiesigen Synagogengemriude wurden die