Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 30 (28.7.1911)
- Date
- 1911-07-28
- Page
- Seite 351 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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veröffentlicht der „Vorwärts" über Paul Singer-s. Vermächtnis die kurze Notiz: . „Paul Singer hat letztwillig die Genossen A. Bebel und Hugo Heimann zu Erben seines Nachlasses eingesetzt mit der Bestimmung, daß der nach Abzug verschiedener Legate und eingegangener Ver, Pflichtungen verbleibende Vermögensrest für die Bestrebungen, denen er sein Leben gewidmet hat, Verwendung finde. Diese Auseinandersetzung ist nunmehr beendet, und haben die beiden Genossen den Vermögensrest in Höhe von 48 044.87 Mark der Parteikasse über- Miesen." - L~ I Angesichts dieser nicht übermäßig großen Summe kann man wirklich von einem Riesenvermögen nicht sprechen. - r ■ Endlich werden die offiziellen Mitteilungen über die Wahlen für das Zentralkomitee der Alliance Israelite veröffentlicht. Die von dem bisherigenZentralkomitee dargebotene Liste enthielt 33 Namen. Von diesen waren 24 der von der französischen Hauptgesellschaft und der von der deutschen Konferenzgemeinschäft aufgestellten gemeinsam. Diese 24 Herren sind im allgemeinen mit einerStimmenzahl , von über 20 000 gewählt, die meisten, nämlich 20 922, vereinigte Herr Lucien Lazard aus sich; die wenigsten Stimmen erhielten zwei deutsche Kandidaten: die Herren Geheimrat Professor Landau und Justizrat Max Fuchs; der erstere brachte es auf 17 744, der letztere auf 17 648 Stimmen. Die übrigen neun, die von Paris aus nominiert waren, wurden von der deutschen Kynferenzgemeinschast bekämpt, sind aber trotzdem gewählt worden, allerdings mit der Höchstzahl von 14 397 Stimmen, auf Herrn Kommerzienrat Gallinger in Nürnberg, und die Mindestzahl von 13190, die auf den meistbekämpften Herrn Salomon Reinach fielen. Die von der deutschen Konferenzgernemschaft allein präsentierten Herren brachten es nur auf durchschnittlich 7000, am meisten erhielt Herr Saul Merzbach, nämlich 7337 Stimmen; diese Gegenkandidaten sind also nicht in das Zentralkomitee gekommen. Die Liste der NUN Gewählten ist nach dem Onivers Israelite die folgende (in erner Klammer werden die Anzahl der Stimmen beigefügt): Charles Berr» Präsident des Appellationsgerichtes in Paris (20 906); Albert- Cahen, Inspektor der Akademie in Paris (20918); Lucien Lazard,, Archivar des SeiNe?Z)epärkMents in' Paris (20922). Jsaie Levaillant, ehemaliger Präfekt in Paris. (20 918); Nareisse Leven, Advokat am Appellationsgepicht in Paris (20 916); Israel Lävi, Rabbiner in Paris (2O9O2); Alfred Lövh, Großrabbiner Frankreichs in Paris (20 915); Camille Lyon, Sestionspräsident des 'Staatsrats in Paris (20 913); Jacques Machiels, Rentier in Paris (20 914); Eugdne Richtenberger, Finanzeinnehmer in Paris (20 906); B. E. ASscher, Advokat in Amsterdam (20 870); Professor Dr. FeilcheNfeld, Rabbiner in Posen (20 649); Justizrat Max Fuchs, Rechtsanwalt in Berlin (17 648); Hermann 'GumPertz7*^Tamburg; (20 819); Leopold Guttmann, Stadtrat in Beuthen (29778); David v. Gutmannl^orsi^nöer^^r^iliisraälits in Wien (20^902)?” SöTlT. Hartogensis, Advokat in Baltimore (20 801); Geheimer Medizinalrat Dr. Landau. Universitätsprofessor in Berlin D. E Lioni, Advokat in Amsterdam (20755); Herrmann Loeb-Stern, Rentier in Mannheim (20 795); Hemrich '^fchinsky^^smAyn-in BreSlau^W 775), 'Hr, Rosenthal,, RüMner in Breslau (20 709). Adolf Salomon, Fabrikanten Bukarest (20 889); Hermann Wittner^ Kaufmann^ in Leipzig (19 728). Richard Bloch, Hauplmgenieur der BruMn° und Chausseen in..Paris (14 251); Emmanuel Hannaux Bildhauer in Paris (1419b); Salomon Reinach, Mitglied des' Instituts in Paris (13190); Jäcques°^Töe, Ingenieur in Paris 4191); Jsaac Fernan'dez, Bankier in Konstäntinopel (14185); Leopold Fischer, Senator in^Hännover "(14153); Jakob Gallinger, Kommerzlenrat^mNürnb erg (14397); JsäüeLLvh, Großrabbrner^^in Bordeaux (14 281); Emil L.'Meyer. BaMisrlnHännover (14178). Uebersieht man h vorstehende Liste, i so erkennt man, l daß das franzöi fische Element zwar sehr stark ist, aber nicht die Majorität hat (es besitzt 15 von 33 Stimmen). Von einer Majorisierung der 18 l Nichtfranzosen \ kann daher, wenn diese wirklich zusammenhatten, nicht die Rehe sein, Von einem Londoner Protestmeeting gegen das Sonntagsruhe-Gesetz meldet die „Neue Jüdische Korrespondenz": Ein Riesenprotestmeeting gegen das von der Regierung vorgelegte Sonnlagsrühegesetz fand diese Woche in der Great Assemblh Hall statt. Es sprachen: Lionel de Rothschild, Leopold de Rothschild, Königlicher Rat D. Alexander, die Abgeordneten Lawson, Glynn Jones, Stuart Samuel B. S. Strauß, Carl Stettauer und Dr. Salkind. Der große Saal war vollbesetzt, und Tausende von Menschen mußten draußen bleiben, wurden jedoch von Lionel de Rothschild und Carl Stettauer angeredet. Wie verlautet, soll das Meeting eine große Wirkung aus die Regierung ansgeübt haben, die bereit ist, den Juden einige wichtige Konzessionen einzuräumen, die in der nächsten Zukunft bekanntgemacht werden sollen. . Der Jüdische Äudrrklnd „Joris" zu Lrrlin. ls vor zwei Jahren im Jüdischen Jugendbund Berlin eine Unterabteilung zur Pflege des Ruderns ins Leben gerufen wurde, da war es ziemlich dürftig um diese „Ruderabteilung des Jüdischen Jugendbundes" bestellt. Das Bootsmaterial bestand auseinem MM viereüdes jüdischen riuderklub //Jvrin WM